Sommer, Sonne, Strandlektüre: 18 Bücher für den Sommerurlaub

Es gibt ja bekanntlich verschiedene Arten von Bücherwürmern: Die einen schwören auf Fantasy und Romance, um den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und in eine Welt einzutauchen, die das Leben kurz ein bisschen leichter erscheinen lässt. Die anderen brauchen Drama, Konfliktpotenzial oder gar Horror, um abzuschalten und gänzlich in die Fiktion abzutauchen. Häufig versetzen Bücher ihre Leser außerdem in die zum Urlaub passende Stimmung und eröffnen neue Perspektiven.
Was auch immer Ihr Lieblingsgenre (im Urlaub) ist und wo auch immer Sie sich befinden, wir sind sicher: In der folgenden Liste findet sich für jeden die passende Sommerlektüre.
„Blaues Wunder“ von Anne Freytag

Passt perfekt zu: Urlaub auf dem Schiff oder Boot
Das Setting in Anne Freytags zweitem Roman passt perfekt zur Urlaubszeit: Die Geschichte spielt auf einer Luxus-Yacht. Der erfolgreiche CEO Walter Bronstein lädt seine Mitarbeitenden Ferdinand und Kilian mitsamt ihren Ehefrauen auf sein Schiff ein. Während die Männer konkurrieren und um das Ansehen ihres Chefs buhlen, versuchen die beiden Ehefrauen, das Machtgefüge zu durchdringen und den Anschein der perfekten Familie aufrechtzuerhalten. Als Leser folgt man dem Erzählstrang aus verschiedenen Perspektiven. Freytag dringt dabei ein in eine Welt, in der Schein mehr zählt als Sein und in der Anerkennung und Macht das höchste Gut sind. Ein kurzweiliger Pageturner voller Täuschungen, Intrigen und Skandale.
Kampa Verlag, 256 Seiten, 2025.
„Happy Place“ von Emily Henry

Passt perfekt zu: Sommerurlaub am Gardasee
Dieser leichte und mitreißende Sommerroman spielt vorwiegend an der Ostküste der USA. Jedes Jahr trifft sich die Freundesgruppe um Harriet und Wyn in einem Ferienhaus in Maine, um den Sommer zu zelebrieren. Dieses Jahr ist jedoch so einiges anders: Harriet und Wyn haben sich getrennt – doch ihre Freunde ahnen noch nichts davon. Bald findet sich das ehemalige Paar in einer Scharade wieder, aus der es nur schwer entkommt und die alte Gefühle entfacht.
Wenngleich „Happy Place“ – wie man es von RomComs gewohnt ist – recht vorhersehbar ist, so schafft Emily Henry es, eine authentische Liebesgeschichte zu erzählen, ohne das Kitsch-Pensum zu überreizen. Die Romanze erzählt glaubwürdig von zweiten Chancen und den ganz großen Gefühlen im Leben.
Droemer Knaur, übersetzt von Katharina Naumann, 432 Seiten, 2023.
„Rouge“ von Mona Awad

Passt perfekt zu: langen Strandtagen in Apulien
Mona Awads Werk „Rouge“ lässt sich wohl am besten in das Genre „Weird Fiction“ einordnen. Beim Lesen wechselt man zwischen völligem Staunen über die metaphorische Wortgewalt der Autorin und dem Gefühl, man sei in einem Fiebertraum gelandet. Der Roman nimmt die kuriosesten Wendungen und entführt seine Leser in den Abgrund von Schönheitswahn, Sektenkult und verlorenen Erinnerungen. Ein außergewöhnlicher Summer Read, denn im Alltag kann es ziemlich anstrengend sein, den Gedanken Awads zu folgen und sich auf dieses Buch einzulassen…
btb Verlag, übersetzt von Cornelia Röser, 512 Seiten, 2025.
„Land“ von Maggie O’Farrell

Passt perfekt zu: Agriturismo-Urlaub in Frankreich
Druckfrisch ist dieser Roman von Maggie O’Farrell, die bereits mit „Judith und Hamnet“ Millionen von Lesern begeisterte und verschiedene Auszeichnungen erhielt. In „Land“ folgen wir der Familie eines Kartographen, die von der großen Hungersnot in Irland, dem Kolonialismus und allen damit einhergehenden Irrungen und Wirrungen geprägt und auf die Probe gestellt wird.
Piper Verlag, übersetzt von Nikolaus Hansen und Kathrin Razum, 576 Seiten, 2026.
„Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

Passt perfekt zu: Sommerurlaub in einem skandinavischen Ferienhaus
Nicht gerade seicht, aber voller Spannung: „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore lässt sich schwer wieder aus der Hand legen und eignet sich deshalb perfekt für lange Badetage. Der literarische Thriller spielt in den amerikanischen Adirondacks Mountains im US-Bundesstaat New York; Moore malt hervorragende Bilder von kühlen Lichtungen im Wald, Campingplätzen im Unterholz und Bergseen.
Die Handlung nimmt ihren Anfang, als Barbara Van Laar über Nacht in dem Sommercamp, das ihren Eltern gehört, verschwindet – 14 Jahre, nachdem bereits ihr Bruder unter mysteriösen Umständen verschwand. Es entspinnt sich fortan eine Geschichte voller Geheimnisse, Machtmissbrauch und emotionaler Vernachlässigung.
C.H. Beck, übersetzt von Cornelius Hartz, 590 Seiten, 2025.
„Fünf Sommer mit dir“ von Carley Fortune

Passt perfekt zu: Urlaub am See, zum Beispiel in Bayern oder Baden-Württemberg
Große Emotionen, schöne Sprache und eine Kulisse, die unmittelbar Bilder vor dem inneren Auge entstehen lässt: Hier stimmt alles. Percy Fraser kehrt jedes Jahr als Jugendliche nach Barry’s Bay in Kanada – und zu ihrem besten Freund Sam – zurück. Aus Freundschaft wird Liebe, und Jahre später begleiten wir die Protagonistin dabei, wie sie sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit begibt und versucht, mit alten Gefühlen Frieden zu finden. Übrigens: „Fünf Sommer mit dir“ wurde inzwischen verfilmt und ist auf Prime Video unter dem Originaltitel „Every Year After“ abrufbar.
Penguin Verlag, übersetzt von Carolin Müller, 416 Seiten, 2023.
„Mein Mann“ von Maud Ventura

Passt perfekt zu: Urlaub mit den Freunden an der Côte d'Azur
Die französische Schriftstellerin Maud Ventura hat es bereits mit ihrem ersten Roman auf die Bestsellerlisten geschafft. In „Mein Mann“ porträtiert sie eine namenlose Ehefrau, die die Liebe ihres Mannes jeden Tag erneut auf die Probe stellt. Wie viel Obsession und Perfektion kann eine Ehe aushalten, bevor sie daran zerbricht?
Hoffmann und Campe Verlag, übersetzt von Michaela Meßner, 272 Seiten, 2024.
„Small World“ von Martin Suter

Passt perfekt zu: Strandtagen in Griechenland
Zugegeben, der erste Roman von Suter aus dem Jahr 1997 ist wahrlich keine leichte Kost. Protagonist Konrad Lang entgleitet die Realität – oder vielmehr seine Wahrnehmung davon – peu à peu. Suter verdeutlicht in „Small World“ aber nicht nur, wie Alzheimer aussehen kann, sondern zeichnet darüber hinaus authentische Bilder von zwischenmenschlichen Beziehungen, Liebe und Freundschaft, aber auch von Klassismus, Nepotismus und Geheimnissen. Allein schon wegen Suters Wortgewalt ist der Roman lesenswert.
Diogenes, 336 Seiten, 1997.
„Mord im Orient-Express“ von Agatha Christie

Passt perfekt zu: luxuriösen Zugreisen
Ein absoluter Klassiker ist „Mord im Orient-Express“ von Agatha Christie. Hercule Poirot ist nur zufällig am Ort des Geschehens, als auf der Strecke Istanbul-Calais ein amerikanischer Geschäftsmann ermordet wird. Klar ist: Jeder im Orient-Express ist ab nun verdächtig – und das Rätselraten beginnt.
Atlantik Verlag, übersetzt von Otto Bayer, 256 Seiten, 1934.
„Yellowface“ von R.F. Kuang

Passt perfekt zu: einem Städtetrip in Südeuropa
Eine sympathische Protagonistin sucht man in R.F. Kuangs „Yellowface“ vergeblich, und auch wenn die Handlung eher langsam fortschreitet, wird sie nie langweilig. Kuang zeigt in ihrem bereits fünften Roman auf, wie facettenreich Moral und das menschliche Gewissen sind und führt ihre Leser in die Verlagswelt.
June Hayward ist neidisch auf ihre Freundin Athena Liu, eine erfolgreiche Autorin, die geschafft hat, was alle anderen sich wünschen: einen Vertrag in der Literaturwelt an Land zu ziehen. Als Athena plötzlich und völlig unerwartet zu Tode kommt, sieht June, ohne es geplant zu haben, eine Chance für sich selbst. Schon bald ist sie in einem Netz aus Lügen gefangen, dem sie nur schwer entkommen kann.
eichborn, übersetzt von Jasmin Humburg, 384 Seiten, 2023.
„Bad Summer People“ von Emma Rosenblum

Passt perfekt zu: Inselhopping auf den Balearen oder Kanaren
„Bad Summer People“ ist eine Mischung aus Kriminalroman und Gesellschaftssatire, die beispielsweise Fans der Serie „The White Lotus“ ansprechen dürfte. Die Handlung spielt im Hochsommer auf Fire Island, einem Eiland vor New York City, und wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Dabei treten immer mehr Skandale und Geheimnisse der High Society von New York City, die sich hier jeden Sommer trifft, zutage – ein interessantes Rätselspiel für den Leser, aber auch ein leichter Summer Read, der sich gut an einem Wochenende durchblättern lässt.
Penguin Verlag, übersetzt von Carolin Müller, 384 Seiten, 2024.
„Trag das Feuer weiter“ von Leïla Slimani

Passt perfekt zu: Wanderurlaub in Österreich oder der Schweiz
Im Januar diesen Jahres ist der vielfach erwartete Abschluss von Leïla Slimanis autobiografisch gefärbter Familien-Trilogie erschienen. „Trag das Feuer weiter“ führt die Geschichte der ersten beiden Bände „Das Land der Anderen“ und „Schaut, wie wir tanzen“ fort, für die Reihe ließ sich Slimani von ihrer eigenen marokkanisch-französischen Geschichte inspirieren. Freiheit und Unabhängigkeit, aber auch die eigene Identität herauszubilden sind daher wichtige Leitmotive auch im dritten Band.
Luchterhand, 448 Seiten, 2026.
„Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ von Rebecca Makkai

Passt perfekt zu: Strandurlaub in Andalusien
„Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ verhandelt den Tod einer Frau, der mittlerweile viele Jahre zurückliegt. Die Protagonistin Bodie Kane kehrt als Dozentin an ihre Universität zurück und wird mit alten Erinnerungen, Gefühlen und Ungereimtheiten konfrontiert – bis sie sich entscheiden muss, ob sie den Mord an ihrer damaligen Zimmergenossin ein für alle Mal vergessen oder den Schuldigen zur Verantwortung ziehen will.
Makkais Roman hebt sich von anderen Thrillern und Kriminalromanen ab, weil er mit einer extrem ausgeklügelten Dramaturgie und Sprachgewalt besticht. Es ist nicht das höchste Ziel des Romans, den Täter ausfindig zu machen, noch viel spannender ist die Gefühlswelt der Protagonistin, deren Geschichte in Zeitsprüngen erzählt wird. Innerhalb des Romans entsteht eine besondere Atmosphäre, die von Unsicherheit und Verletzlichkeit geprägt wird.
Eisele Verlag, übersetzt von Bettina Abarbanell, 560 Seiten, 2023.
„Blue Sisters“ von Coco Mellors

Passt perfekt zu: einem Yoga-Retreat auf Bali
Nach dem Mega-Erfolg „Cleopatra und Frankenstein“ taucht Coco Mellors auch in „Blue Sisters“ wieder in die tiefsten menschlichen Abgründe ein. Wer eine seichte Familiengeschichte sucht, sollte sich also nicht auf die Spuren der Blue-Schwestern begeben, die mit Suchtkrankheiten, Depressionen, Tod und Trauer zu kämpfen haben. Wer sich solch schwerer Themen annehmen und gleichzeitig ein wenig Hoffnung schöpfen möchte, für den könnte der Roman aber genau das Richtige sein.
eichborn, übersetzt von Lisa Kögeböhn, 448 Seiten, 2024.
„Die Unbändigen“ von Emilia Hart

Passt perfekt zu: einer Rundreise durch Schottland
In „Die Unbändigen“ wechselt Emilia Hart zwischen drei verschiedenen Erzählsträngen: einer im Jahr 2019, einer im Jahr 1942 und einer 1619. Leser begleiten dabei drei verschiedene Frauen, die ihrem Schicksal trotzen, sich den starren Regeln der Gesellschaft widersetzen oder auf den Spuren ihrer Vergangenheit unterwegs sind. Der Roman versinnbildlicht, wozu weibliche Kraft imstande ist und zeichnet gleichzeitig eine spannende, dramaturgisch exzellent erzählte Geschichte.
HarperCollins, übersetzt von Julia Walther, 416 Seiten, 2023.
„Landgeschichten“ von Armistead Maupin

Passt perfekt zu: Urlaub in einem Cottage in Großbritannien
Den US-amerikanischen Autor Armistead Maupin kennen viele von seinen „Stadtgeschichten“, die zusammenhängen und daher auch in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollten. „Landgeschichten“ aus dem Jahr 2024 macht hier eine Ausnahme: Diesen Roman können Sie getrost einzeln lesen. Er spielt auf einem britischen Landgut mit Schlosshotel, das die Amerikanerin Mona Ramsey geerbt hat und in dem sie gemeinsam mit ihrem Adoptivsohn Touristen begrüßt. Darunter sind durchaus auch mal Gäste, auf die Mona verzichten könnte: Ein amerikanisches Ehepaar bringt ziemlich viele Geheimnisse mit auf das Landgut und gefährdet den Haussegen.
Maupin malt eindrucksvolle Bilder von alten Schlossmauern, umliegenden Wäldern und Wiesen, als Leser fühlt man sich unmittelbar in die Szenerie der Cotswolds versetzt. Gleichzeitig thematisiert er in „Landgeschichten“ auf sensible Weise auch Diskriminierung und häusliche Gewalt.
Rowohlt Kindler, übersetzt von Michael Kellner und Agnes Krup, 272 Seiten, 2024.
„Emily Wildes Enzyklopädie der Feen“ von Heather Fawcett

Passt perfekt zu: einer Rundreise durch Island
Ja, dieser Fantasy-Roman klingt zunächst nach einem Kinderbuch – doch er hat bereits Erwachsene aus aller Welt begeistert. Professorin Emily Wilde ist die führende Expertin, was Feen-Kunde angeht – und weiß so ziemlich alles über die kleinen, magischen Kreaturen. Viel schlechter zurecht kommt sie mit dem alltäglichen Leben, zwischenmenschlichen Beziehungen und ihrem eigenen Herz…
Fischer Tor, übersetzt von Eva Kemper, 416 Seiten, 2023.
„Gespenster“ von Dolly Alderton

Passt perfekt zu: einem Städtetrip nach Amsterdam
Der Titel dieses Romans könnte nicht passender sein: Es geht um Dating und die damit einhergehenden Sorgen und Probleme jedes Erwachsenen – und um Ghosting. Protagonistin Nina George Dean sucht noch nach der wahren Liebe und versucht währenddessen, Beruf, Freundschaften und Hobbies zu jonglieren. Bis sie irgendwann an einem Scheidepunkt angelangt ist.
Atlantik Verlag, übersetzt von Eva Bonné, 384 Seiten, 2021.