Luftaufnahme vom Strand auf Koh Chang, Insel in Thailand © Flowdzine Creativity/Unsplash
Sehenswürdigkeiten

Paradiesisch schön: Fünf traumhafte Inseln in Thailand

Mehr als 500 Inseln funkeln im Golf von Thailand und in der Andamanensee. Fünf MERIAN-Autoren verraten, auf welchen sie das Glück gefunden haben. Aber bloß nicht weitererzählen!

Koh Samui ist im Grunde schon längst kein Geheimtipp mehr. Trotz der hektischen Geschäftigkeit der Insel gibt es aber auch auf Koh Samui und den umliegenden Inseln, mit denen sie einen Archipel bildet, scheinbar unberührte Natur und zauberhafte Dschungelgebiete. 

Koh Chang überrascht mit einsamen Traumstränden, die sich von den westlichen, touristisch erschlossenen Teilen der Insel abheben, während Koh Mak, Koh Surin Nuea und Koh Sukorn noch immer als geheime Schätze unter Thailands Inseln gelten. Paradiesische Strände, türkisblau glitzerndes Meer, Korallenriffe, Regenwald und eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen und Tieren warten auf Reisende. Und darüber hinaus Orte, die sich bestens sowohl zur Entschleunigung als auch zum Aktivurlaub eignen. 

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Koh Mak: Die Minimalistische

Koh Mak, Insel in Thailand © Phraisohn Siripool/Shutterstock

Auf keiner Insel Thailands ist die Stimmung so familiär, weiß Autor Martin Schacht. Das ist mehr als eine Floskel: Seit mehr als hundert Jahren gehört der Großteil von Koh Mak einer einzigen Familie…

Fast fühlt man sich wie in Los Angeles, wenn man die mit Palmen gesäumte Straße herunterfährt, die zum Ao Nid Pier führt. Ein warmer Wind streichelt das Haar, das Meer glitzert türkisgrün und dunkelblau, davor: Strand, Kokospalmen, sanfte Hügel.

Koh Mak ist eine kleine Insel ganz nah an der Grenze zu Kambodscha. Alles ist ein paar Nummern kleiner auf Koh Mak. Statt Cabrios düsen Mopeds über den Asphalt. Außer einigen Pick-­ups gibt es hier überhaupt keine Autos. Yodying Sudhidhanakul ist trotzdem stolz auf diese Straße. Schließlich trägt sie den Namen seiner Familie: Sudhidhanakul Road. Yodyings Urgroßvater machte sich als Steuereintreiber für König Rama V. verdient, jenem noch heute verehrten Regenten, der Siam im 19. Jahrhundert dem Westen öffnete. Zum Dank schenkte ihm Rama V. eine Insel im Golf von Thailand mit über 27 Kilometern Strand. 

Kokos, Kautschuk und Strand: Das Erbe von Koh Mak

Mehr als hundert Jahre später befinden sich 95 Prozent der Insel noch immer im Besitz der Familie. Und das ist für Koh Mak ein Glück. Außer Kokosnüssen, Kautschukplantagen und Strand gibt es hier in erster Linie: nichts. Eine Insel, die sich durch das auszeichnet, was sie nicht hat, klingt erst einmal verdächtig – aber es ist genau das, was Koh Mak so besonders macht: Hier gibt es im Gegensatz zu den benachbarten Urlaubsinseln weder Jetskis noch Bananenboote oder Quads. Und die Familienmitglieder sind sich einig, dass die Insel niemals ein zweites Pattaya mit Hotelburgen oder Go-­go-Bars werden darf.

„Ich weiß nicht, wie es mit der nächsten Generation ist”, sagt Yodying, „aber von uns würde heute niemand Land verkaufen. Koh Mak ist unsere Heimat, das würden wir nie leichtfertig aufs Spiel setzen.”

Zukunftsperspektive für die Insel: Digitalisierung

Mitglieder des Familienclans sind heute überall in der Welt zu Hause. Yodying pendelt zwischen Chiang Mai, wo seine Familie wohnt, der Insel und Deutschland. Dort ist er im Rheinland als Sohn einer deutschen Mutter und eines thai­ländischen Vaters aufgewachsen. Er glaubt, dass er wegen seines Hintergrunds besser zwischen Thai und Tourist:innen vermitteln kann. Und er hat eine Vision für die Zukunft: Da die Insel über Strom vom Festland und eine exzellente Internetverbindung verfügt, möchte er Koh Mak zum Ziel für digitale Nomad:innen ausbauen, die ihre Geschäfte überall auf der Welt abwickeln können – und dabei auf Koh Mak zuhause sind.

Koh Mak: Anreise, Übernachtung und gastronomisches Angebot

Für die Anreise zur thailändischen Insel Koh Mak ist gesorgt: Boote fahren regelmäßig von Laem Ngop auf dem Festland und von der Nachbarinsel Koh Chang. Wer auf der Suche nach dem besten Platz auf der Insel ist, sollte dem „Good Time Resort” einen Besuch abstatten: Vom Balkon der Suite unter dem Dach des Resorts lässt es sich über den Garten bis ans Ufer schauen.

Die besten Sundowner bekommen Sie übrigens am Cococape in der „Blue Pearl Bar” oder im Süden der Insel in der „Banana Sunset Bar”. Zum Dinner wird am besten das bestellt, was die einheimischen Fischer mitgebracht haben. Fangfrisch kommt es zum Beispiel im Restaurant „Koh Mak Seafood” in der Nähe des Ao Nid Piers auf den Tisch.

Koh Surin Nuea: Die Ursprüngliche

Koh Surin Nuea, Mu Ko Surin Nationalpark © ultrapok/Shutterstock

Der Schriftsteller Tom Vater lebt seit 15 Jahren in Thailand. Seine Lieblingsinsel liegt in der Andamanensee und ist als Nationalpark geschützt. Für Vater ist sie einer der größten Schätze des Landes…

Die ersten Minuten am schneeweißen Strand der Mai Ngam Bay auf Koh Surin Nuea sind immer wieder überwältigend. Haifischbabys tummeln sich in den Mangroven am Ufer, ein Seeadler dreht am hellblauen Himmel seine Runden. Die Hauptinsel des winzigen Archipels im Nationalpark Mu Koh Surin, kaum zehn Kilometer von der Grenze zu Myanmar entfernt, scheint mehr mit der fiktiven Isla Nublar aus „Jurassic Park” gemein zu haben als mit dem sehr realen und sehr beliebten Phuket, das nur ein paar Stunden weiter südlich liegt. 95 Prozent des Parks sind bedeckt von Regenwald und Lebensraum für Warane, Affen, Schlangen, Nashornvögel und fliegende Füchse. Im Wasser ist die Artenvielfalt noch größer – um die Korallenriffe, die täglich mit Booten des Parks besucht werden können, stößt man auf Schildkröten, Tintenfische und Rochen. 

Übernachtungsmöglichkeiten auf Koh Surin Nuea 

Tauchunternehmen gibt es im Park zwar keine, aber Schnorchelausrüstung lässt sich ganz einfach leihen. Luxus sucht man in dem entlegenen Schutzgebiet, das nur per Speedboot zu erreichen ist, vergebens: Gäst:innen schlafen in Bungalows oder großen Zelten auf der Hauptinsel, Handys haben kaum Empfang – aber das ist schnell vergessen, wenn am späten Nachmittag Tausende von Zikaden ihr Konzert beginnen und der Tag in psychedelischer Farbenpracht verglüht.

Gemütliche Zelte mit Matratzen, Kissen und Schlafsäcken lassen sich in der „Chong Khat Bay” und in der „Mai Ngam Bay” ab 500 Baht mieten. Einige Bungalows ab 2000 Baht gibt es auch. Zwei Kantinen sorgen für Verpflegung und Duschen. Vorbuchen ist generell nicht nötig, nur an Wochenenden und Feiertagen kann es recht voll werden.

Koh Chang: Die Unterschätzte

Koh Chang, Insel in Thailand, Luftaufnahme © Flowdzine Creativity/Unsplash

Die Strände im Westen sind bekannt und beliebt bei Tourist:innen. Aber den wahren Zauber der drittgrößten thailändischen Insel fand Reporter Christoph Karrasch ganz tief im Süden…

Elefanteninsel. Nichts anderes bedeutet Koh Chang. Ihren Namen verdankt die Insel ihrer Form, die an den Kopf der riesigen Tiere erinnert. Und ein Riese ist Koh Chang wirklich: Sie ist die drittgrößte Insel Thailands – und trotzdem noch ein kleiner Geheimtipp. Jahrelang überlegte man hier, einen eigenen Flughafen zu bauen; die Pläne sind inzwischen vom Tisch. Es besteht also begründete Hoffnung, dass die Elefanteninsel vom Schicksal des noch größeren Phuket verschont bleibt. An den Hauptstränden im Westen ist die touristische Entwicklung allerdings nicht vorbeigegangen – hier tummeln sich internationale Pauschalreisende und thailändische Wochenendurlauber:innen.

Verlassener Süden

Wer den Westen komplett hinter sich lässt und die Ringstraße gen Süden nimmt, erlebt eine ganz andere, viel gelassenere Seite der Insel. Es geht vorbei an über Wasser gebauten Stelzendörfern wie Bang Bao und Traumstränden wie Had Klong Kloi, an dem sich hinter der letzten Kuppe manchmal keine Menschenseele mehr befindet. Und auf der anderen Inselseite, im äußersten Südosten Koh Changs, gibt es einen Ort namens „Long Beach”. Der ist so wunderbar ursprünglich, dass er hier eigentlich verschwiegen werden müsste.

Anreise und Übernachtung

Von Bangkok fliegt man am besten nach Trat; anschließend geht es per Minibus und Fähre nach Koh Chang. Etwa 45 Minuten braucht die Fähre, die alle 60 bis 90 Minuten ablegt. Am Flussufer des Klong Prao befindet sich eine der schönsten Unterkünfte der Insel: das „Aana Resort”. Die fast hundert Räume und Villen des Luxushotels, in dem man das Doppelzimmer schon ab umgerechnet rund 60 Euro bekommt, liegen wie Nester zwischen den Harthölzern, deren Spezies nur hier in der Provinz Trat wachsen sollen. Es gibt einen prächtigen Spa-­Bereich, Kajaks können kostenlos ausgeliehen werden. Von der Bar auf der Spitze des Hügels eröffnet sich ein Panorama über den Fluss, die Berge und das ganze Resort. 

Koh Sukorn: Die Lässige

Koh Sukorn, Sonnenuntergang, rosa Himmel (Symbolfoto), Insel Thailands © Elina Sazonova/Pexels

Als sein Boot auf die Insel zusteuerte, wirkte sie auf Mathias Peer unbewohnt. Dabei gibt es hier nicht nur Dörfer, sondern auch Hotels mit Traumblick. Für den Südostasien-Korrespondenten ein Traumziel.

Es gibt nicht viele Orte in Thailand ohne Tempel. Einer von ihnen ist Koh Sukorn. Die Insel ist, im Gegensatz zum Großteil des überwiegend buddhistischen Landes, muslimisch geprägt. Was man aber zunächst nicht vermuten würde, denn „Sukorn” bedeutet „Schwein”. Die Insel heißt so, weil Wildschweine hier früher weit verbreitet waren. Tiere prägen nach wie vor das Bild von Koh Sukorn. Manche behaupten, dass es hier mehr Wasserbüffel als Menschen gibt. Stimmen könnte das. Nicht Hotelburgen nehmen hier den meisten Platz ein, sondern Kautschukplantagen, Reisfelder und Kokosnusspalmen.

Unaufgeregtes Ambiente

Im Süden von Koh Sukorn liegt das Dorf Baan Saimai mit einer kleinen Moschee, das man am besten mit dem Fahrrad erkunden kann. Dort gibt es auch einen Halal­-Laden und muslimische Köchinnen, die „Roti” verkaufen – die Pfannkuchen, die hier im Süden besonders populär sind. Herrlich unaufgeregt ist diese Insel, um die der Tourismus bisher einen weiten Bogen gemacht hat. 

Übernachten im „Andaman Beach Resort”

Die meisten Einwohner:innen verdienen mit Landwirtschaft ihr Geld, eine große Auswahl an Hotels darf man nicht erwarten. Das ist aber auch nicht weiter schlimm: Wer in einer der gemütlichen Hängematten des „Andaman Beach Resort” schaukelt, weiß, dass wahrer Luxus kein Grandhotel braucht. Die sauberen Bungalows kosten wenig Geld; das Beste an den kleinen Häuschen am Strand ist der Ausblick von der Veranda. Durch die Bäume schimmern am Horizont die Silhouetten von zwei riesigen Felsen. Sie gehören zur benachbarten Nationalpark-Insel Koh Lao Liang, auf die Sie tagsüber einen Ausflug mit dem Longtailboot machen können. Der Sundowner auf der Veranda schmeckt dann abends umso besser.

Anreise auf die Trauminsel Koh Sukorn

Die Fähre startet vom Tasae-Pier, etwa eine Stunde Fahrt von Trang entfernt und kostet 50 Baht. Zum Pier fährt täglich um 11 Uhr ein Sammeltaxi von der Sathanee-Straße nördlich des Bahnhofs. Von anderen Inseln fahren Privatboote nach Koh Sukorn, die in der Regel über die Hotels arrangiert werden können.

Koh Samui: Die Trendige

Koh Samui, Blick aufs Wasser, Insel in Thailand © Yavor Punchev/Unsplash

Bei seinem ersten Besuch auf der Insel sollte sie für MERIAN-Redakteur Kalle Harberg nur ein Zwischenstopp sein. Heute weiß er: Eine kurze Stippvisite wird Koh Samui nicht gerecht…

An manchen Orten ist Koh Samui, die Insel, die als eine der ersten im Golf von Thailand von Reisenden entdeckt wurde und seit 1989 sogar einen Flughafen hat, überaus hektisch und anstrengend. Tausende Urlauber:innen kommen hier jeden Tag an. Über die Wellen brettern Jetskis, am Strand reihen sich die Pärchen beim wenig romantischen Candlelight Dinner aneinander, und auf den Märkten in den Dörfern tummeln sich extrem viele Menschen. Zum Glück gibt es Plätze im Paradies, an denen man all das vergessen kann – wie das „Outrigger”. Keine zehn Minuten Fahrt liegt das Resort vom Flughafen entfernt, aber es fühlt sich an wie eine Insel auf der Insel. 

Übernachtung im „Outrigger”: Paradies auf Koh Samui

Die kleinen Häuser liegen versteckt zwischen Gärten, elegant, aber nicht protzig eingerichtet, viele sogar mit einem großen Pool, der nachts zum Schwimmen unter dem Sternenhimmel einlädt. Am Morgen gibt es dann Frühstück unter dem Seemandelbaum am zauberhaften Privatstrand – dazu einen köstlichen Mango Lassi. „Dieses Hotel ist wie eine kleine Oase”, sagt Managerin Natalie, die nur kurz vorbeischaut, um nach dem Rechten zu sehen. Und recht hat sie. Mit dem „Outrigger” als Schlupfwinkel macht es dann auch wieder Spaß, diese manchmal so hektische Insel zu entdecken. Die spektakulären Wasserfälle im bergigen Innern, die verschlafenen Küsten im Süden und Westen zum Beispiel.

Ang Thong Marine Nationalpark: Der vielleicht schönste Ort Thailands

Und wem das noch nicht abgeschieden genug ist, der bucht mit Touranbietern wie „Blue Stars” einen Ausflug in den Ang Thong Marine Nationalpark. Denn Koh Samui ist nur die größte in einem Archipel von 42 Inseln – und die mit Dschungel überzogenen, vollkommen verlassenen Felsen in diesem Schutzgebiet gehören zum Schönsten, was Thailand zu bieten hat. Oder dieser Erdball überhaupt.

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