Die 11 schönsten Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka

Von Colombo und Kandy über fantastische Nationalparks bis hin zu antiken Stätten: Das sind die elf schönsten Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka.
Text Merian Redaktion
Datum24.09.2026

Sri Lanka ist kleiner als Bayern – und bringt auf seinen rund 65.600 Quadratkilometern dennoch erstaunlich viele verschiedene Landschaften unter. Tropische Strände und Mangroven säumen die Küsten, im Landesinneren wechseln sich Regenwälder und Savannen mit Teeplantagen und Bergen ab. Dazwischen liegen jahrhundertealte Königsstädte, Tempel und Festungen. Gleich acht Orte und Landschaften des Inselstaats zählen zum UNESCO-Welterbe, darunter die Ruinen von Anuradhapura und die Felsenfestung Sigiriya.

Auch die Tierwelt gehört zu den großen Attraktionen des Landes: Asiatische Elefanten, Krokodile, Lippenbären und der nur hier vorkommende Sri-Lanka-Leopard leben auf der Insel. In Nationalparks wie Yala und Udawalawe lassen sie sich auf Safaris beobachten. Und weil zwei unterschiedliche Monsunsysteme das Klima bestimmen, findet sich nahezu das ganze Jahr über eine Region, die sich gut bereisen lässt.

Wir zeigen die elf schönsten Sehenswürdigkeiten von Sri Lanka.

1

Kandy

Wer Kandy besucht, kommt nicht um diese Sehenswürdigkeit herum: Der Zahntempel ist das wichtigste Gebäude der Stadt.

Kandy liegt auf etwa 500 Metern Höhe, eingerahmt von den dicht bewachsenen Hügeln des zentralen Hochlands. Dass die Stadt heute mit nur rund 87.000 Einwohnern vergleichsweise überschaubar wirkt, täuscht über ihre historische Bedeutung hinweg: Als Hauptstadt des letzten unabhängigen singhalesischen Königreichs widersetzte sie sich lange den europäischen Kolonialmächten. Erst 1815 fiel das Königreich an die Briten, die damit die gesamte Insel kontrollierten. 

Viele Spuren der singhalesischen Königszeit konzentrieren sich rund um den Zahntempel, die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Wer die Zahnreliquie Buddhas besaß, so die jahrhundertealte Vorstellung, konnte damit auch seinen Anspruch auf den singhalesischen Thron untermauern. Bis heute wird der Zahn der Überlieferung zufolge im Sri Dalada Maligawa, auch Zahntempel genannt, aufbewahrt. Besonders eindrucksvoll zeigt sich seine Bedeutung während der Kandy Esala Perahera: Bei dem mehrtägigen Sommerfest ziehen Musiker, Tänzer, Akrobaten und Elefanten durch die Stadt und zelebrieren den heiligen Tempel mitsamt Reliquie.

Gleich neben dem Zahntempel liegt der Kandy Lake, den der letzte König Sri Wickrama Rajasinghe Anfang des 19. Jahrhunderts anlegen ließ. Einen Perspektivwechsel bietet indes der Bahiravokanda Vihara Buddha: Die große weiße Statue thront oberhalb des Zentrums und eröffnet den Blick über die Stadt und die umliegenden Hügel. 

Übrigens: Von Kandy aus führt die wohl berühmteste Bahnstrecke Sri Lankas in rund sieben Stunden nach Ella. Langsam windet sich der Zug durch Teeplantagen und dicht bewachsene Berghänge, vorbei an Wasserfällen, kleinen Orten und tief eingeschnittenen Tälern. 

2

Anuradhapura

Die antike Königsstadt Anuradhapura strotzt nur so vor Stupas, also buddhistischen Bauwerken.

Kaum ein Baum wird so streng bewacht wie dieser: Wer den Sri Maha Bodhi in Anuradhapura besuchen möchte, muss zunächst eine Sicherheitskontrolle passieren. Der Feigenbaum zählt zu den wichtigsten buddhistischen Heiligtümern Sri Lankas, denn er soll aus einem Ableger jenes Bodhi-Baums im indischen Bodhgaya gezogen worden sein, unter dem Buddha der Überlieferung zufolge die Erleuchtung erlangte. Bis heute kommen zahlreiche Gläubige hierher, beten und legen Opfergaben nieder.

Die rund 200 Kilometer von Colombo entfernte Stadt Anuradhapura war über 1.000 Jahre lang das politische und religiöse Zentrum verschiedener singhalesischer Königsdynastien. Im 3. Jahrhundert v. Chr. etablierte sich der Buddhismus dauerhaft auf der Insel, Anuradhapura wurde zur Hauptstadt. Erst im 10. Jahrhundert verlor Anuradhapura nach wiederholten Konflikten und Invasionen aus Südindien seine Rolle als Kapitale. Seit 1982 zählt die Heilige Stadt zum UNESCO-Welterbe.

Heute erstreckt sich die antike Königsstadt über mehrere Quadratkilometer. Zwischen ehemaligen Palästen, Klöstern und Wasserbecken ragen gewaltige Stupas, buddhistische Monumente, auf. Besonders markant ist die weiß leuchtende Ruwanwelisaya aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die von einer Mauer mit zahlreichen Elefantenskulpturen umgeben ist. Noch höher hinaus ging einst die aus Backstein errichtete Jetavanaramaya: Bei ihrer Fertigstellung um 300 n. Chr. gehörte sie mit 120 Metern zu den höchsten Bauwerken der antiken Welt. Wie fortschrittlich die einstige Metropole organisiert war, zeigt sich auch abseits der Tempel. Stauseen und Kanäle versorgten die Bevölkerung und Landwirtschaft während der Trockenzeit mit Wasser. Zu diesem ausgeklügelten System gehörten auch die Kuttam Pokuna, zwei große steinerne Wasserbecken einer ehemaligen Klosteranlage. 

Tipp: Für die weit auseinanderliegenden Stätten sollte mindestens ein ganzer Tag eingeplant werden. Viele Reisende bewegen sich zwischen ihnen per Fahrrad, Tuk-Tuk oder mit Fahrer.

3

Nuwara Eliya

Im Hochland von Sri Lanka finden sich viele Teeplantagen und -fabriken, so auch rund um Nuwara Eliya.

Ein Pullover kann auf Sri Lanka durchaus ins Reisegepäck gehören – zumindest, wenn es nach Nuwara Eliya geht. Auf rund 1.900 Metern Höhe können die Temperaturen nachts bis in den einstelligen Bereich sinken. Statt tropischer Hitze bestimmen Teeberge, Nebel und kühle Morgenstunden die Landschaft rund um die etwa 25.000 Einwohner zählende „Stadt des Lichts“, was Nuwara Eliya übersetzt bedeutet. Die Höhenlage und reichlich bieten günstige Bedingungen für den Teeanbau, entsprechend dicht liegen rund um Nuwara Eliya Plantagen und Teefabriken, von denen einige Einblicke in den Weg vom Pflücken der Blätter bis zum fertigen Produkt geben.

Britische Kolonialbeamte nutzten die Bergregion im 19. Jahrhundert als Rückzugsort von der Hitze des Tieflands; an ihrer Entwicklung war unter anderem der britische Entdecker Samuel Baker beteiligt. Bis heute erinnern Tudor-inspirierte Häuser und Parkanlagen an diese Epoche. Besonders markant ist das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Postamt mit rotem Dach und Fachwerk-Elementen. Hinzu kommen der Victoria Park, die historische Pferderennbahn und der Nuwara Eliya Golf Club. Natur findet sich selbst innerhalb der Stadtgrenzen: Im Galway's Land Bird Sanctuary lassen sich zahlreiche Vögel beobachten.

Tipp: Nuwara Eliya eignet sich zudem als Ausgangspunkt für Touren durch das Hochland. In der Umgebung liegen unter anderem die mehrstufigen St. Clair’s Falls und die Devon Falls; auch der Horton-Plains-Nationalpark ist mit dem Auto in etwa einer Stunde erreichbar.

4

Colombo

Prägt die Skyline Colombos wie kein anderes Bauwerk: der noch recht neue Lotus Tower.

Die Geschichte Colombos wurde entscheidend  von Zimt geprägt. Über den Hafen an der Westküste wurde das begehrte Gewürz einst in alle Welt verschifft; die günstige Lage an den Handelswegen des Indischen Ozeans machte die Stadt schon früh zu einem wichtigen Umschlagplatz. Heute ist Colombo die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Sri Lankas – die offizielle Hauptstadt hingegen ist das direkt angrenzende Sri Jayawardenepura Kotte.

Portugiesen, Niederländer und schließlich Briten kontrollierten Colombo nacheinander und hinterließen ihre Spuren. Besonders sichtbar sind sie im Fort-Viertel: Die namensgebende Befestigung ist längst verschwunden, historische Fassaden stehen heute zwischen Banken, Bürotürmen und Hotels. Gleich nebenan beginnt mit Pettah eine völlig andere Welt aus dicht gedrängten Geschäften und Märkten. Dazwischen erhebt sich die rot-weiß gemusterte Jami Ul-Alfar Mosque, eines der auffälligsten Gebäude des Viertels. 

Wie stark sich Colombo wandelt, zeigt die Skyline mit dem 350 Meter hohen Lotus Tower, der erst in den 2010er Jahren hinzukam und heute nicht mehr wegzudenken ist. Einen Gegenpol zum Großstadttrubel bilden der Gangaramaya-Tempel und der zum Komplex gehörende Seema Malaka Temple am Beira Lake. Im 1877 eröffneten Nationalmuseum wiederum reichen die Sammlungen von Kunstwerken und historischen Objekten bis zum Thron und den Kronjuwelen des letzten Königs von Kandy. 

Auch kulinarisch bietet Colombo einen guten Querschnitt durch das Land: Reis und Curry, Hoppers - die typischen Pfannkuchen aus Reismehl und Kokosmilch -, Kottu Roti sowie Fisch und Meeresfrüchte gehören ebenso dazu wie tamilische und muslimische Einflüsse. 

5

Hiriketiya Bay

Die Hiriketiya Bay bietet mit die besten Bedingungen zum Surfen auf Sri Lanka.

Es dürfte nicht mehr allzu viele Sri-Lanka-Reisende geben, die Hiriketiya zufällig entdecken. Dafür hat sich die Schönheit der kleinen Bucht bei Dickwella längst zu sehr herumgesprochen. Vor allem Surfer zieht es an diesen Abschnitt der Südküste, rund 40 Straßenkilometer östlich von Mirissa. Das Setting ist dabei denkbar kompakt: Der Strand beschreibt einen engen Bogen zwischen zwei grünen Landzungen, dahinter verteilen sich vor allem kleinere Unterkünfte statt großer Resorts.

Anfänger fühlen sich in der Hiriketiya Bay ebenso wohl wie Menschen mit mehr Erfahrung auf dem Brett; Surfschulen und Board-Verleihe haben sich direkt am Strand angesiedelt. Die günstigste Zeit fällt meist in die trockeneren Monate nach dem Südwestmonsun, von November oder Dezember bis April. Gesurft wird aber auch darüber hinaus, sofern Wetter, Strömung und Wellengang mitspielen. Wo das Wasser geschützter ist, kommen auch Badegäste auf ihre Kosten.

Rund um die Bucht ist eine kleine Gastro- und Yogaszene entstanden, in der neben einheimischer Küche auch Specialty Coffee, internationale Gerichte und viele fleischlose Optionen angeboten werden. Die kurzen Wege tragen viel zur entspannten Atmosphäre bei. Für Märkte, Geschäfte oder einen ausgedehnteren Strand bietet sich das benachbarte Dickwella an. 

Tipp: In der Hauptsaison teilen sich inzwischen ziemlich viele Menschen das überschaubare Stück Küste, wer mag, kann auf den benachbarten Dickwella Beach ausweichen, der mehr Raum bietet.

6

Adam’s Peak

Eine der wichtigsten Pilgerstätten von Sri Lanka: der Adam’s Peak.

Buddha, Shiva, Adam oder der Apostel Thomas? Wem der rund 1,80 Meter lange Abdruck im Fels auf dem Gipfel des Adam’s Peak zugeschrieben wird, hängt von der jeweiligen Glaubenstradition ab. Seit Jahrhunderten führt er Menschen verschiedener Religionen auf den 2.243 Meter hohen Berg im zentralen Hochland. Besonders heilig ist der Ort für die Buddhisten Sri Lankas, die ihn Śrī Pādaya – sinngemäß „heiliger Fußabdruck“ – nennen. Auch die Bezeichnung Samanala Kanda, „Schmetterlingsberg“, ist gebräuchlich. Auf dem verehrten Felsmal thront heute ein Kloster, in dessen Mauern der erwähnte Fußabdruck zu finden ist.

Die meisten Reisenden beginnen den Aufstieg in Nallathanniya, auch Dalhousie genannt. Von dort sind auf rund fünf Kilometern mehr als 1.000 Höhenmeter zu bewältigen, weite Teile davon über steile Stufen. Zwischen Dezember und Mai, wenn traditionell gepilgert wird, erwacht der Weg vor allem nachts zum Leben: Seit Ende der 1980er-Jahre ist die Route in dieser Zeit elektrisch beleuchtet, Teestuben und kleine Verkaufsstände säumen den Anstieg. Viele brechen bereits um Mitternacht oder kurz danach auf, um den Gipfel vor Sonnenaufgang zu erreichen. Bei guter Sicht öffnet sich oben ein weiter Blick über das Hochland.

Der Adam’s Peak ist zugleich Teil einer besonders geschützten Naturlandschaft. Das Peak Wilderness Protected Area mit seinen Bergregen- und Nebelwäldern gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe „Central Highlands of Sri Lanka“ und zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus. 

7

Yala-Nationalpark

Eine Garantie gibt es zwar nicht, doch die besten Chancen auf die Sichtung eines Sri-Lanka-Leoparden hat man im Nationalpark Yala.

Eine Safari mit Meerblick ist selbst auf Sri Lanka eine Besonderheit. Rund 35 Kilometer Küste gehören zum Yala-Nationalpark, dazwischen verändert die Landschaft immer wieder ihr Gesicht: Auf trockene Wälder und Buschland folgen Grasflächen, Feuchtgebiete und Lagunen, andernorts bestimmen Monsunwald oder Felsen das Bild. Insgesamt erstreckt sich das Schutzgebiet im Südosten der Insel über knapp 980 Quadratkilometer. Erste Flächen wurden bereits 1899 unter Schutz gestellt, seit 1938 besitzt Yala den Status eines Nationalparks – als ältester des Landes.

Die meisten Safaris führen durch Block I, einen von insgesamt fünf Parkabschnitten und neben Block V den für Besucher zugänglichen Bereich. Berühmt ist dieser Teil vor allem für seine Leoparden: Die ausschließlich auf Sri Lanka heimische Unterart Panthera pardus kotiya kommt hier vor. Jedoch ist eine Sichtung natürlich nie garantiert: Im gesamten Nationalpark sollen etwa 30 Sri-Lanka-Leoparde leben. Die Chancen auf andere tierische Begegnungen sind vielfältig: Elefanten streifen durch den Park, daneben leben hier unter anderem Lippenbären, Goldschakale, Axishirsche, Wildschweine, Sumpfkrokodile und Tigerpythons. Hinzu kommen rund 130 registrierte Vogelarten.

Zwischen all der Wildnis finden sich außerdem Zeugnisse einer viel älteren menschlichen Geschichte. Die buddhistische Klosterstätte Sithulpawwa blickt auf mehr als 2.000 Jahre zurück; Inschriften zufolge lebten einst Tausende Menschen in der Anlage und als Einsiedlermönche in den umliegenden Felshöhlen. Ein deutlich jüngeres Kapitel in der Geschichte des Yala-Nationalparks schrieb der Tsunami vom 26. Dezember 2004, der dort rund 250 Touristen und Guides das Leben kostete. Auffällig war, dass anschließend vergleichsweise wenige tote Wildtiere gefunden wurden. 

yalasrilanka.lk

8

Ella mit der Nine Arches Bridge

Beeindruckend: die Nine Arches Bridge bei Ella.

Grün ist in Ella die vorherrschende Farbe: Teeplantagen ziehen sich über die Berghänge, Wälder bedecken die Höhenzüge und dazwischen schneiden sich tiefe Täler in die Landschaft. Mittendrin liegt auf rund 1.000 Metern der kleine Ort, der sich von einer ruhigen Station im Hochland zu einem der beliebtesten Reiseziele Sri Lankas entwickelt hat. Das Zentrum bietet einige Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte, das Highlight ist aber die Umgebung von Ella.

Eines der beliebtesten Wanderziele ist Little Adam’s Peak. Für den Aufstieg braucht es keine große Bergerfahrung, oben reicht der Blick über die umliegenden Höhen und durch den Ella Gap weit in Richtung Süden. Ein weiteres Wahrzeichen versteckt sich zwischen Wald und Teefeldern: die Nine Arches Bridge. Das etwa 90 Meter lange Eisenbahnviadukt stammt aus der britischen Kolonialzeit und überspannt mit neun gemauerten Bögen ein dicht bewachsenes Tal. Stahl wurde für die eigentliche Bogenkonstruktion nicht verwendet, stattdessen setzte man auf Zement und Beton. Auch heute noch fahren Züge hier über die Schienen, die Brücke gehört zu den bekanntesten Fotomotiven in Sri Lanka. Verschiedene Spazierwege führen von Ella zu Aussichtspunkten an der Strecke.

9

Pigeon Island

Eines der besten Schnorchelreviere von Sri Lanka ist Pigeon Island.

Die eigentliche Attraktion von Pigeon Island beginnt unter der Wasseroberfläche. Vor der Nordostküste Sri Lankas liegen Korallenriffe, in denen sich die buntesten Fische tummeln und regelmäßig Meeresschildkröten auftauchen. Mit etwas Glück ziehen auch Tintenfische und Schwarzspitzen-Riffhaie vorbei. Tipp: Letztere gelten üblicherweise nicht als aggressiv gegenüber Menschen, man sollte dennoch Abstand halten. Weil sich vieles bereits in geringer Tiefe abspielt, zählt Pigeon Island zu den bekanntesten Schnorchelrevieren an Sri Lankas Ostküste.

Geschützt wird diese Unterwasserwelt unter dem Namen Pigeon Island National Park. Zu ihm gehören genau genommen zwei Eilande, wobei sich Besuche vor allem auf Large Pigeon Island konzentrieren. Felsentauben, die dort ihre Nistplätze haben, lieferten übrigens den englischen Namen. Der Naturschutz reicht bis 1963 zurück; vier Jahrzehnte später wurde das Areal zum Nationalpark erklärt und um Meeresgebiete erweitert. Dass dieser Schutz nötig ist, zeigt der Zustand der Korallen: Hitze, Korallenbleiche, Unwetter und die vielen Besucher haben dem Riff zugesetzt. Entsprechend gilt beim Schnorcheln besondere Rücksicht: Weder Korallen noch Tiere sollten berührt werden.

An Land ist Large Pigeon Island mit einem kleinen Strand und felsigen Partien schnell überblickt. Meist beginnt der Ausflug hierhin am Nilaveli Beach auf dem Festland, von wo Motorboote je nach Seegang etwa zehn bis 20 Minuten benötigen. Auch Trincomalee bietet sich als Basis an. Für gute Sicht im Wasser und ruhigere See stehen die Chancen zwischen Mai und September am besten. Der Nordostmonsun kann die Bedingungen dagegen vor allem von November bis Februar erschweren. 

10

Festung Sigiriya

Ein Muss bei einer Sri-Lanka-Reise: der Felsen mit der Festung Sigiriya.

Vom Löwen, der Sigiriya einst bewacht haben soll, sind nur noch die Tatzen übrig. Die zwei gewaltigen steinernen Pfoten markieren auf halber Höhe des Felsens den einstigen Zugang zum oberen Teil der Anlage. Daher stammt auch der Name Sigiriya, der sich als „Löwenfelsen“ übersetzen lässt. Mehr als 1.000 Stufen führen heute auf das Plateau des rund 200 Meter hohen Monolithen, der als Überrest eines längst erloschenen Vulkans beinahe senkrecht aus der Ebene Zentral-Sri-Lankas ragt und von sattgrüner Vegetation umrahmt wird.

Seine berühmteste Episode begann im 5. Jahrhundert mit einem Familiendrama. König Kashyapa I. soll seinen Vater Dhatusena töten lassen und seinen Halbbruder Moggallana um die Thronfolge gebracht haben. Anschließend verlegte er seinen Regierungssitz von Anuradhapura nach Sigiriya und ließ hier eine außergewöhnliche Residenz errichten. Als Rückzugsort mit strategischen Vorteilen dürfte der Felsen ebenso gedient haben wie als eindrucksvolle Bühne königlicher Macht. Lange währte diese Ära jedoch nicht: 491 kehrte Moggallana zurück und besiegte seinen Halbbruder. 

Wie aufwendig die Anlage konzipiert war, zeigt sich schon weit unterhalb des Gipfels. Gärten mit Wasserbecken, Felsen und Terrassen gehen in ein ausgeklügeltes hydraulisches System über. Weiter oben erscheinen die berühmten Fresken mit reich geschmückten Frauen, den sogenannten Wolkenmädchen, gefolgt von der Spiegelwand. In deren einst hochglanzpolierte Oberfläche ritzten Besucher bereits vor mehr als tausend Jahren Gedichte und Kommentare. Seit 1982 steht das Ensemble aus Architektur, Kunst, Gärten und Wasserbau als UNESCO-Welterbe unter Schutz.

sigiriyafortress.com

11

Udawalawe-Nationalpark

Der Udawalawe-Nationalpark ist für seine Elefantenherden bekannt.

Manchmal sind es nur einzelne Tiere am Horizont, manchmal ganze Familien: Im Udawalawe-Nationalpark stehen die Chancen auf Elefantenbegegnungen das ganze Jahr über gut. Anders als in dichtem Dschungel geben weite Grasflächen und niedriges Buschwerk den Blick über große Teile des Parks frei. Vor allem rund um Wasserstellen und das Udawalawe Reservoir tauchen die Dickhäuter regelmäßig auf. Der Stausee entstand durch die Aufstauung des Walawe River – und war indirekt auch Anlass für die Gründung des Nationalparks im Jahr 1972. Das neue Schutzgebiet sollte Wildtieren Ersatz für verloren gegangene Lebensräume bieten.

Auf seinen 308 Quadratkilometern beherbergt Udawalawe weit mehr als Elefanten. Wasserbüffel und verschiedene Hirscharten gehören zu den häufigeren Begegnungen, hinzu kommen unter anderem Schakale, Affen und Sumpfkrokodile. Leoparden und Lippenbären leben ebenfalls hier, zeigen sich jedoch nur selten. Auch der Blick nach oben lohnt sich: Mehr als 180 Vogelarten wurden nachgewiesen. 

Übrigens: Ein zweiter Anlaufpunkt liegt direkt außerhalb der Parkgrenzen. Das Elephant Transit Home nimmt junge Elefanten auf, die ohne menschliche Hilfe nicht zurechtkämen, und bereitet sie auf die spätere Rückkehr in die Natur vor. Dauerhafter Kontakt mit Touristen gehört ausdrücklich nicht zum Konzept; zu bestimmten Zeiten können Besucher etwa die Fütterung aus einiger Entfernung verfolgen. 

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