Valencia Paella © Tim Langlotz
Genuss

Valencia kulinarisch: Berühmte Spezialitäten und versteckter Genuss

Die Küche Valencias blickt auf uralte Traditionen zurück. Noch heute sind die Gerichte geprägt von Zutaten wie Reis, Fisch und Bohnen. Neben der weltbekannten Paella finden sich in den Restaurants und Cafés geschmackvolle Spezialitäten.

Nicht nur auf den Märkten der Mittelmeerstadt wird die Liebe zur Kulinarik und für lokale Produkte deutlich. Viele Restaurants in Valencia haben duftende Reisgerichte und frischen Orangensaft auf ihren Karten. Dazu locken Spezialitäten wie Horchata und Alfajor an jeder Ecke. Wer in ihren vollen Genuss kommen will, sollte beim Speiseplan die Tageszeiten beachten. Generell heißt es zum Beispiel: Die frischeste Paella gibt es Mittags und Abendessen erst ab 21 Uhr.

Retrogusto Coffeemates: Ein perfekter Kaffee vorab

Regusto Coffeemates Valencia © Tim Langlotz

Hier wird Kaffeekunst zelebriert: In der beeindruckenden Jugendstilhalle des Mercat Central brühen die „Retrogusto Coffeemates“ duftende Spezialitäten auf. An dem puristischen Stand gibt es weder Zucker noch Gebäck, allein Kaffee und Espresso spielen die Hauptrolle. Die Bohnen aus Kolumbien oder Peru werden von spanischen Anbietern fein geröstet, Martina und Paula vollenden sie zu einem genussvollen Getränk. Und wen der Appetit überkommt, der findet an den rund 400 Ständen des Marktes süße und herzhafte Leckereien. 

El Trocito del Medio: Almuerzo mitten im Leben

El Trocito del Medio Valencia © Tim Langlotz

Direkt vor der Halle des Mercat Central liegt das „El Trocito del Medio“ – ein idealer Ort für ein Almuerzo. Dabei handelt es sich um eine Mahlzeit, die irgendwo zwischen dem späten Frühstück und einem frühen Mittagessen angesiedelt ist. In Valencia besteht das Almuerzo klassischerweise aus einem halben Baguette, das dick und deftig belegt von einem kleinen Bier und Oliven begleitet wird. Eine Spezialität dieses Restaurants in Valencia ist das Bocadillo mit Lomo, einer Wurstspezialität aus Schweinelende, Kartoffel und Aioli.

La Bernarda: Kunstvolle Pause

La Bernarda Valencia © Markus Bassler/The-Food-Eye

Mitten im Gewirr der Altstadtgassen tun sich immer wieder lauschige Plätze unter geschmückten Balkonen und Straßenzügen auf. Im Schatten der Sonnenschirme lässt sich zu den Liedern der Straßenmusiker bestens eine Pause einlegen. Ein kleines Refugium ist das Café „La Bernarda“. Als Teil des „Mercado de Tapinería“, einer Ansammlung von Kultureinrichtungen und Pop-up-Läden, zieht es ein buntes Publikum an. Über den Tischen hängen bunte Fähnchen, dazu gibt es Espresso, dunkle Schokoladenpralinen und verschiedene Tapas.

Casa Orxata: Milch der Erdmandel

Horchata Valencia © Tim Langlotz

Die als Superfood gepriesenen Erdmandeln spielen in Valencia eine große Rolle. Rund um die Stadt werden die in Europa sonst eher seltenen, erbsengroßen, braunen Knollen angebaut – und in der Stadt zur Erdmandelmilch Horchata verarbeitet. An allen wichtigen Plätzen gibt es Horchata-Stände, überall in der Stadt sogenannte Horchaterías. Meist wird das Getränk mit jeder Menge Zucker angereichert. Weniger süß ist die Variante der „Casa Orxata“ im Mercado de Colón. Noch dazu gibt es in dem beeindruckenden Modernismo-Gebäude viele weitere kulinarische Überraschungen entdecken.

La Marítima Veles e Vents: Der Platz für beste Paella

Valencia Veles e Vents © Monica Gumm

In der Heimat der Paella wird das traditionelle Pfannengericht an nahezu jeder Ecke serviert. Sie ist ein Mittagessen und wird zu dieser Zeit frisch über dem offenem Feuer zubereitet. Für die typische Valencia-Paella werden Kaninchen und Hähnchen verwendet, manchmal sind auch Schnecken dabei. Eine geschmackvolle Version serviert das Restaurant „La Marítima“ in dem „Veles e Vents“-Gebäude von Architekt David Chipperfield. Aus dem hellen, geräumigen Lokal öffnet sich der Blick auf Hafen, Boote und Kräne. Auch an den Stränden von Les Arenes und Malvarrosa brutzelt es aus den riesigen Pfannen. Wer möchte, kann hier beim Blick aufs Meer die Variante mit frischen Meeresfrüchten bestellen. Dazu gehören neben Garnelen und Tintenfisch meist Miesmuscheln.

Dulce de Leche: Süßes für Zwischendurch

Valencia Dulce de Leche © Markus Bassler/The Food Eye

Das Café „Dulce de Leche“ gibt es gleich mehrfach in Valencia. In den Auslagen lockt eine Vielzahl an Naschwerken, es gibt Tartas, Magdalenas und Croissants. Typisch ist der Doppelkeks Alfajor, der mit verschiedenen Cremes gefüllt wird und bestens zu einem Kaffee passt. Wer Appetit auf etwas Herzhaftes hat, kann zwischen Quiches, Bagels und Empanadas wählen. Eine Filiale befindet sich ganz in der Nähe der Sehenswürdigkeit Ciudad de las Artes y las Ciencias. Mit Keks und Kaffee ausgestattet lässt sich der Blick auf das imposante Wahrzeichen noch besser genießen.

Café de las Horas: Aperitif in Orange

Valencia Café de las Horas © Monica Gumm

Valencia verdankt einen Teil seines Ruhms und Werdens einer Frucht, die es hier in erstaunlich vielen Sorten gibt: der Orange. Und deren Saft ist Hauptbestandteil eines erfrischenden Cocktails, der schlicht und einfach „Agua de Valencia“ (Wasser Valencias) heißt. Bei dem Drink handelt es sich um einen Mix aus Orangensaft, Cava oder Champagner, Gin und Wodka. Erfunden worden sein soll er im plüschigen und durchaus sehenswerten „Café de las Horas“. Die Bar mutet an wie die Kulisse einer Zaubershow mit einer sternbesetzten Decke, strahlenden Kronleuchtern und opulentem Blumenschmuck. Nicht nur am Abend ist die Bar einen Besuch wert, hier werden auch Frühstück serviert und Tea Time zelebriert.

Colmado LaLola: Tapas an der Kathedrale

Valencia Colmado LaLola © Tim Langlotz

Wer die Vielfalt der spanischen Tapas genießen möchte, ist im „Colmado LaLola“ gut aufgehoben. Am Fuße des Miguelete, dem Glockenturm der Kathedrale, werden alle erdenklichen Varianten serviert. „Colmado“ ist eigentlich die Bezeichnung für ein kleines Lebensmittelgeschäft, die Einrichtung soll an seinen Charme erinnern. An der Theke liegt eine Auswahl der Köstlichkeiten bereit. Neben Klassikern wie den Patatas Bravas, Kroketten und Eierspeisen gibt es auch Meeresspezialitäten wie Seeigel, Herzmuscheln und Bolinhos de Bacalhau (Kartoffel-Kabeljau-Bällchen).

2 Estaciones: Saisonales in Ruzafa

2 Estaciones Valencia © Tim Langlotz

Abendessen-Regel Nummer eins in Valencia: In guten Restaurants gibt es vor 21 Uhr keines. Regel Nummer zwei: Spätestens zum Dinner sollte jeder einmal nach Ruzafa, ins Genießer- und Ausgehviertel. Regel Nummer drei: Am besten reservieren! Ein kleiner, heller Laden ist das „2 Estaciones“ mit offener Küche, die ungewöhnliche Kombinationen wie Ceviche mit Anchovis und scharfem Granatapfel, frischen Fisch vom Markt mit Bohnen und Algensuppe oder Blumenkohl-Milchreis mit Mango zubereitet. Die Gerichte sind saisonal beeinflusst und ändern sich je nach lokalem Angebot.

Apotheke: Versteckte Cocktail-Kunst

Apotheke Valencia © Markus Bassler/The Food Eye

Ein Besuch in der „Apotheke“ ist ein wahres Erlebnis. 2021 eröffnete im Zentrum von Valencia diese Speakeasy-Bar. „Speakeasy“ kommt aus der Zeit der Prohibition in den USA, als Alkohol in geheimen Bars ohne nennenswerten Geräuschpegel getrunken wurde. Der Eingang der „Apotheke“ ist komplett unauffällig, man muss klingeln, um Eintritt zu erhalten. Die Bar hat etwas Höhlenartiges, mit altem Gewölbe, das durch dezente Lichtkegel in Szene gesetzt wird. Serviert werden künstlerische Cocktails, zu vielen werden passende Snacks gereicht. Die Spezialität des Hauses ist der „Perfume Apotheke“: Gin mit Sherry, Limette und Kräuteressenz, begleitet von einem Jakobsmuschel-Sashimi.

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