Rovinj © Gulliver Theis
Kultur

Traumhaft schöne Lieblingsorte in Istrien

MERIAN-Fotograf Frank Heuer streift seit vielen Jahren immer wieder über die liebgewonnene Halbinsel Istrien – besonders gern im Frühjahr oder Herbst, wenn es an der Küste einsamer wird. Das sind seine Tipps.

1

Wunderbare Altstadt Rovinjs

Rovinj © Gulliver Theis

Das Herz der Stadt wird auf drei Seiten von Wasser umspült und ist ein wunderbares Altstadtlabyrinth. Eng sind die Gassen mit ihren blank polierten Pflastersteinen hinterm Balbi-Bogen. Die zentrale Ulica Grisia ist oft überfüllt, weichen Sie lieber in die Seitengassen aus. Alle Wege enden sowieso vor der barocken Kirche der heiligen Euphemia mit dem grandiosen Ausblick vom Glockenturm. Schön danach: ein Cocktail am Meer mit guter Musik in der „Mediterraneo Bar“.

www.facebook.com/rovinj

2

Amphitheater in Pula

Amphitheater Pula © Frank Heuer

Höhepunkt der authentisch gebliebenen Hafenstadt Pula ist eine der größten römischen Arenen, die bis in die Gegenwart überdauert haben. Etwa 20.000 Zuschauer fanden in dem um 80 n. Chr. fertig errichteten Bau einst Platz. In der heutigen Zeit dient er wieder als Bühne, auch für Größen wie Sting, Pavarotti und Norah Jones. Ein Konzert, umrundet von 72 mächtigen Arkadenbögen, hat Gänsehaut-Potenzial.

3

Brijuni-Nationalpark

Brijuni Nationalpark © Frank Heuer

Berauschend schön sehen die 14 Inseln beim Rundflug von oben aus. Besuchen kann man nur die größte Insel Veliki Brijun. Ich verzichte dort auf den touristischen Bummelzug und leihe mir lieber ein Fahrrad. Auf guten Wegen kann man damit durch die Parklandschaft rollen und die vielen Tiere beobachten: Feldhasen, Pfaue und diverse weitere Vogelarten, Hirsche, Rehe und Mufflons. Erstes Ziel ist die Weiße Villa, in der Ex-Staatschef Josip Broz Tito für ranghohe Besucher Staatsbankette abhalten ließ. Mein Lieblingsplatz ist einige Pedaltritte weiter die Verige-Bucht mit türkisgrünem Wasser und den Überresten einer römischen Strandvilla.

www.np-brijuni.hr  

4

Traditionelles Novigrad

Novigrad © Frank Heuer

Das alte Fischerstädtchen entpuppt sich als traditionell, gemütlich und weltoffen. Besonders fasziniert mich die Atmosphäre am Hafen. Was für ein Glück für die Anwohner, die hier frühmorgens ihren Fisch und ihre Meeresfrüchte fangfrisch vom Boot kaufen können. Bekannt sind etwa die Jakobsmuscheln und Seezungen, die man natürlich auch in den hiesigen Restaurants genießen kann. Stimmungsvoll ist die zum Meer hin geöffnete Bistromeile am westlichen Ende der Halbinsel, wo die Sonne hinter einem kleinen Leuchtturm sanft im Meer versinkt. Ein perfekter Ort für einen Aperitif, etwa im „Vitriol Caffe“.

5

Fisch, Trüffel, Öl und Wein

Wer gerne genießt, ist in Istrien bestens aufgehoben. Die feine Mittelmeerküche, die in der Region kultiviert wird, lebt von guten, frischen Produkten. Und die gibt es hier in Hülle und Fülle, egal, ob Fisch, Fleisch oder Gemüse. Dazu bestes Olivenöl und Weine mit Charakter. Besonders liebe ich die Trüffelsaison im Herbst. Mein Tipp: das Restaurant „Zigante“ des istrischen Trüffelhändlers Giancarlo Zigante in Livade – die besten Funde verarbeitet er im eigenen Haus.

www.restaurantzigante.com

6

Künstlerort Grožnjan

Grožnjan © Stefano Scata

Rund um das Mirnatal hocken sie auf Hügeln, der Welt entrückt und von mittelalterlichen Steinmauern umgeben: die Bergdörfer. Mein Liebling ist der entspannte Künstlerort Grožnjan mit hübschen Gassen voller Ateliers und Galerien. Mein Rat: Bummeln und stöbern Sie, bewundern Sie die Architektur und genießen Sie danach den weiten Blick über die Landschaft von der Terrasse der Café-Bar „Vero“ (Trg Cornera 3).

7

Überschaubares Hum

Hum © Stefano Scata

Die winzige Stadt ist wunderbar überschaubar: eine Handvoll Steinhäuser, eine Kirche, drumherum Hügel und urwüchsige Wälder. Ob darin noch der ein oder andere keltische Druide lebt? Im Biska-Haus (Ku´ca Biske) in Hum kann man jedenfalls bis heute ein hochprozentiges Mispel-Destillat kaufen, dessen Rezept angeblich 2000 Jahre alt ist. Übermenschliche Kräfte verleiht der Zaubertrunk Biska allerdings leider nicht.  

8

Rasant in Pazin

Meine Lieblingsbeschäftigung in der kleinen Stadt ist die Seilrutsche, mit der man mit großer Geschwindigkeit über die gut 100 Meter tiefe Schlucht neben dem Burghügel gleiten kann. Karabiner klicken, dann geht alles sehr schnell: 220 Meter am Stahlseil, die den Adrenalinspiegel in die Höhe treiben. Die zweite Etappe ist langsamer und lässt sogar Zeit, das Kastell am Rand der Schlucht zu betrachten. Die Burganlage beherbergt ein liebevoll gestaltetes ethnologisches Museum.

9

Kap Kamenjak

Kap Kamenjak © Frank Heuer

Das unverbaute, meerumspülte Naturparadies an Istriens Südspitze hält für jeden etwas bereit: Buchten für Segler und Kajakfahrer, Wanderwege und Mountainbike-Trails, Strände für Sonnenanbeter, Felsen für Klippenspringer. Bestens in die Landschaft fügt sich die lockere „Safari Bar“ am Strand Mala Kolumbarica

10

Baredine-Höhle

Baredine Höhle © Frank Heuer

Wenn das Thermometer an der Küste wieder einmal über 35 Grad Celsius steigt, sind die istrischen Höhlen wunderbar erfrischende Ausflugsziele – unbedingt die Jacke mitnehmen! Eine der eindrucksvollsten ist die Tropfsteinhöhle Baredine nahe der Stadt Poreč. Sechzig Meter geht es hinab in eine bizarre Welt aus jahrtausende alten Stalagmiten und Stalaktiten, die effektvoll beleuchtet sind. Am Ende des begehbaren Teils können Besucher in einem Schaubecken einige Exemplare der Grottenolme betrachten, die hier in einem unterirdischen See leben.

www.baredine.com/de

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