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Städtereise

Opatija in Kroatien: Tipps für die elegante Stadt an der Kvarner-Bucht

Elegantes Flair, mildes Klima und kulinarische sowie kulturelle Highlights warten auf Besucher:innen im kroatischen Opatija. Im Folgenden lesen Sie mehr über die Geschichte der Stadt an der Kvarner-Bucht – und erfahren spannende Geheimtipps.

Datum 30.07.2023

Einst ein Kurort für das Who’s Who der Donaumonarchie, heute eine idyllische Küstenstadt, die im Gegensatz zu Rijeka und der Insel Krk nicht allzu hoch frequentiert ist: Willkommen in Opatija! An der Kvarner-Bucht gelegen, strahlt die Stadt an der kroatischen Adria auch heute noch eine zeitlose Eleganz aus. Alte Villen aus dem 19. Jahrhundert, eine malerische Promenade und ein Yachthafen verleihen Opatija ein nobles Flair, der Stadtpark bietet Raum für Erholung im Grünen. 

Wir verraten, wo es in Opatija am schönsten ist und geben einen besonderen Ausflugstipp. 

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Opatija: Besonderheiten der Stadt an der Kvarner-Bucht

Hafen von Volosko, Opatija © iStock/xbrchx
Opatija und der Stadtteil Volosko strahlen eine zeitlose Eleganz aus.

Liliana Stipanić überdenkt die Frage nach guten Gründen für eine Reise nach Opatija kurz. Dann sprudelt es aus ihr heraus: „Wegen dem Flair aus der Zeit der Donaumonarchie. Man fühlt sich hier regelrecht kaiserlich, wenn man die alten Villen anschaut, die Atmosphäre spürt, die Gelassenheit der Leute.“

Stipanić ist Stadtführerin. Die 50-Jährige schippert aber auch Tagesausflügler:innen als Kapitänin auf einem Boot durch die Kvarner-Bucht hinüber in die Hafen- und Marktstadt Rijeka. Doch in Opatija kennt sie jeden Stein und jedes Detail aus der Geschichte. Diese begann im Mittelalter mit einem Kloster der Benediktiner. Auf dem Gelände der Abtei erinnert die Sankt Jakobskirche an die Anfänge.

Der Adel bereitete den Ursprung des Fremdenverkehrs, der 1889 nach der kaiserlichen Ernennung Opatijas zum heilklimatischen Kurort an der Adria so richtig durchstartete. „Luft und Meer“ gaben den Ausschlag, ruft Stipanić ins Gedächtnis, keine Thermalquellen. Das milde Klima ist bis heute dem Gebirgsmassiv Učka zu verdanken, das Opatija zur Landseite hin abschirmt und vor Winden aus dem Westen schützt.

Opatija in Kroatien: Ein Ort der High Society

Lungomare-Promenade in Opatija, Kroatien © iStock/xbrchx
Eines der Wahrzeichen in Opatija ist die Lungomare-Promenade.

„Opatija war der zweitgrößte Kurort der Monarchie, lediglich übertroffen von Karlsbad“, so Stipanić. Der Ort avancierte zum Tummelbecken der High Society, verbunden mit schmückendem Namensbeiwerk wie „Wien am Meer“, „Königin der Adria“ oder „Badewanne von Wien“. Der Zulauf begann, als Opatija ans nahe Netz der Eisenbahn angeschlossen wurde.

Historische Villen, die zwölf Kilometer lange Adria-Promenade Lungomare und das Küstendenkmal „Mädchen mit der Möwe“ zählen zu den Wahrzeichen von Opatija. Stechpalmen werfen ihre Schatten auf goldgelbe Hauswände. Bougainvilleen blühen, Oleander, Magnolien. Im Stadtpark erinnern Mauergemälde an prominente Gäste wie Komponist Gustav Mahler, Literat James Joyce, Universalgenie Albert Einstein und Hollywoodstar Kirk Douglas.

Frühe „Marketing-Botschafter“, wie Touristenführerin Stipanić das nennt, seien Kronprinzessin Stephanie und Kronprinz Rudolf gewesen, „da strömten dann alle hinterher“. Die Locals hingegen gerieten zu Bürger:innen zweiter Klasse – was ein wenig am Mythos Opatija kratzt.

Kulinarik und Kultur in Opatija

Als die Lungomare-Promenade geplant wurde, gab es im Vorort Volosko, aus dem Stipanić stammt, „Konflikte mit den Fischern, die ihre Netze zum Trocknen auslegten“. Sie holt weiter aus: „Zudem durften die Einheimischen hier nicht schwimmen, was sie oft nur nackt oder in Unterwäsche taten. Da beschwerten sich die Kurgäste.“

Badefreuden, nun ja, sind nicht die größte Stärke von Opatija. Das Wasser ist glasklar – wie so oft in Kroatien –, doch der Einstieg in der City ist nur über Betonmolen und Metalltreppen möglich. Ebenso wenig sei verschwiegen, dass an manchen Villen der Putz blättert und Autofahrer:innen bei der Suche nach einem Parkplatz verzweifeln können.

Dann wieder lehnt man sich gemütlich zurück bei einem Cocktail am Hafen: Yachten und Nachwuchssegler:innen laufen ein. Im altehrwürdigen „Caffè Wagner" pflegen die Kellner:innen mit weißen Hemden und schwarzen Fliegen Eleganz.

Kulturziel in der Oberstadt ist die neoromanische Kirche Mariä Verkündigung, die laut einer Infotafel bei den Bewohner:innen und Gäst:innen „nicht den Stellenwert“ einnimmt, den sie verdient. Überspannt von einer grünen Kuppel stehen drinnen Lichtdome im Altarraum, fluten die Sonnenstrahlen durch Buntglasfenster.

Ausflug ab Opatija: Weingenuss in Kastav

Altstadt von Kastav, Blick über Kvarner-Bucht © IMAGO/agefotostock
Von Kastav aus haben Sie einen phänomenalen Ausblick über die Kvarner-Bucht.

Abseits der Küste führt ein schöner Ausflug in die Höhen nach Kastav. Opatija liegt zu Füßen. Der Blick schweift bis zu den Inseln Cres und Krk und durch das Grün der Berge. Der idyllische Ortskern atmet Aura und Geschichte. Die Steinkulissen setzen sich aus Stadtmauern, Gassen und einer Säulenhalle zusammen. Die Ruinen der Jesuitenkirche fungieren gelegentlich als Freilichtbühne. Katzen huschen davon. Lokale laden zur Einkehr ein. Neben Hauseingängen stehen Pflanzenkübel aus Terrakotta.

In der Weinkellerei „Plovanić Vina“ erzählt Dejan Rubesa seinen ungewöhnlichen Lebensweg. Früher arbeitete der 59-Jährige als Jurist im Staatsdienst. Er wählte die Option der Frühpensionierung und wurde Profi-Winzer. Er wollte zeigen, welches Potenzial in den hiesigen Belica-Weinen steckt, die seit langer Zeit für den Hausgebrauch produziert, aber nie richtig geschätzt wurden.

Der Belica ist ein Verschnitt aus fünf Rebsorten, davon drei einheimische. Tüftler Rubesa startete Experimente, die seine 29-jährige Tochter Andreja, die in der Kellerei mithilft, liebevoll „verrückte Ideen“ nennt. Eine davon setzte er wie folgt um: Er importierte riesige, handgemachte Ton-Amphoren aus Georgien und ließ sie hinter der Kellerei im Boden versenken, um darin Rebensaft auszubauen. Nach der achtmonatigen Lagerung unter der Erde reift der Wein ein Jahr lang weiter in Fässern aus kroatischer Eiche.

Das Resultat ist ein Tropfen in orangefarbener Färbung, zutiefst aromatisch, gehaltvoll, ein Unikat – und ein weiterer guter Grund für eine Reise nach Opatija und Umgebung.

Weitere Informationen über Opatija

Anreise: Mit dem Auto brauchen Sie rund sechs Stunden ab München, ab Hamburg dauert die Fahrt mehr als doppelt so lang. Die Anreise per Zug endet am Bahnhof Opatija Matulji und dauert ab München knapp zehn Stunden. Flughäfen in der Nähe sind Rijeka und Pula in 40 bzw. 85 Kilometern Entfernung.

Unterkünfte: Opatija bietet Privatquartiere, Hotels mit modernen Noten oder historischem Chic. Selbstfahrer:innen sollten unbedingt darauf achten, ob ein Parkplatz vorhanden ist. Alternativen sind Unterkünfte im nahen Höhenort Kastav.

Weitere Informationen: Unter anderem auf Deutsch informiert die offizielle Tourismus-Website von Opatija. Mehr – auch über Kastav – erfährt man bei der Kroatischen Zentrale für Tourismus.

-Andreas Drouve, dpa

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