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Unterkünfte

Neue Hotels in Südtirol: Mit der Natur bauen

Südtirols größter Luxus? Die Natur. Das erkennen auch viele Hoteliers – und bauen ihre Häuser so, dass sie mit der Landschaft verschmelzen. Bei aller Liebe zum Design zählt dabei auch immer mehr Nachhaltigkeit und Öko-Bewusstsein.

Text Johannes Teschner

Eigentlich, sagt Claudia Mumelter, solle ihr Hotel unsichtbar sein. Nun ist das schwer vorstellbar bei einem Haus mit 56 Zimmern, zwei Pools, Saunen, Yoga- und Ruheräumen. Und doch versteht man, was Mumelter meint, wenn man sich ihrem Hotel „Saltus“ nähert.  

1

Saltus: Architektur, die sich einfügt

Hotel Saltus © Nectar & Pulse

Das Hotel steht im Bergdorf Jenesien oberhalb von Bozen  in steiler Hanglage direkt am Waldrand. Es ist aufgeteilt in drei unterschiedlich große Quader. Die wirken zurückhaltend mit ihrer schlichten Formensprache und ihrer Fassade aus Lärchenholz – fast so, als seien sie selbst Teil des Waldes. „Wir wollten keinen Bau, der schreit“, sagt  Mumelter, die das „Saltus“, lateinisch für Wald, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester betreibt. „Sondern eine Architektur, die sich in die Umgebung einfügt.“

Claudia Mumelters Urgroßvater baute einst das erste Hotel in Jenesien und nannte es Sonnenparadies. Nun ist das „Saltus“ das erste „Eco-Hotel“ Südtirols, mit Forest-Spa und 28 hellen und modern gestalteten Zimmern.
www.hotel-saltus.com

2

Bühelwirt: Nicht gegen die Natur bauen

Hotel Bühelwirt © Mike Rabensteiner/ Bühelwirt

Man müsse in Südtirol mit der Natur bauen und nicht gegen sie, hat der in Bozen geborene Stararchitekt Matteo Thun einmal gesagt. Die Südtiroler Landschaft mit den Bergen, den Wäldern, den Ausblicken, sie müsse die Architektur prägen – und nicht umgekehrt. Und in den letzten Jahren, so scheint es, folgen immer mehr Südtiroler seinem Credo.

Michaela und Matthias Haller, Inhaber des „Bühelwirt“, wollten keinen Bau, „den man in zehn Jahren wieder umgestalten muss, weil er aus der Mode gekommen ist“. So erleben sie es bei manchem investorengetriebenen Großprojekt in der einheimischen Hotellerie.

Deshalb haben Hallers ihrem Haus mit seiner über 100-jährigen Geschichte in St. Jakob ein Facelifting verpasst – der neue Anbau mit der schwarzen Holzfassade von den Architekten Armin und Alexander Pedevilla ist der perfekte Kontrast zum traditionellen Gasthof und wurde 2019 mit dem German Design Award ausgezeichnet. 20 gemütliche und stilvolle Zimmer gewannen sie dadurch hinzu.
www.buehelwirt.com

3

Miramonti: Erwachendes Öko-Gewissen

Miramonti © Miramonti

Viele Hoteliers sehen bei den Gästen ein erwachendes Öko-Gewissen – und versuchen, in ihrer alltäglichen Arbeit auf Nachhaltigkeit zu achten. Als „eine unserer größten Aufgaben“ bezeichnet Klaus Alber, Inhaber des Hotels „Miramonti“, den  ressourcenbewussten Betrieb seines Hauses. Auch das „Miramonti“, oberhalb von Meran bei Hafling, setzt auf eine geradlinige und ruhige Architektur, die ganz auf den Standort ausgelegt ist – in diesem Fall der Blick vom Rande eines Hochplateaus auf die Gipfel der Dolomiten.

Carmen und Klaus Alber haben 2012 ein Haus bei Hafling übernommen und in einen Rückzugsort „mit Seele und Wärme“ verwandelt. 2015 wurde das „Miramonti Boutique Hotel“ in die Liste der „Small Luxury Hotels of the World“ aufgenommen. Seit 2019 sind alle 44 Zimmer neu gestaltet: Natur – Erde – Lehm – Grau – Braun dominieren das Erscheinungsbild. Spektakulär: der Eingangsbereich mit Panoramafenster und Blick auf Meran.
www.hotel-miramonti.com

4

Gloriette: Lusthaus am Ritten

Gloriette Infinity-Pool © AlexFilz

Kleine Lusthäuser nannte man ursprünglich „Gloriette“, ein solches steht auch im Garten des Guesthouses, das die Architekten „noa* – network of architecture“ entworfen und 2018 eröffnet haben. Inmitten eines Parks am Ritten, dem Hausberg von Bozen, bieten Birgitt Alber mit Sohn Andi und Schwiegertochter Julika 25 Suiten und Zimmer an. Die kommen allesamt jung, lässig, schick und stilvoll daher. Und durch die großen, halbkreisförmigen Fenster lässt sich das Panorama besonders gut genießen.
www.gloriette-guesthouse.com

5

Forestis: Hideaway aus Dolomit

FORESTIS Penthouse © FORESTIS

Am Südhang des Gebirgsstocks der Lüsner Berge, oberhalb von Brixen, entstand 1912 wegen der besonderen Luftqualität und des guten Klimas eine Lungenheilanstalt. Am selben Platz befindet sich seit Sommer 2020 nun das Hideaway „Forestis“, geführt von Teresa und Stefan Hinteregger. Gebaut wurde mit viel Glas, viel Holz und der heimischen Gesteinsart Dolomit. Zum Wohlfühlen und Entspannen gibt es an diesem Kraftplatz Out- und Indoor-Pools sowie ein Spa mit individuellen Behandlungsangeboten.
www.forestis.it

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