Blick auf Brissago © Götz Wrage
Sehenswürdigkeiten

Ein See und seine Gärten: Magische Orte am Lago Maggiore

Tiefblaues Wasser, grüne Berge und mediterranes Lebensgefühl: Der Lago Maggiore ist eine wunderschöne Urlaubsregion im Norden Italiens und in der südlichen Schweiz. Wir verraten Ihnen, welche fünf Orte am und um den See herum besonders sehenswert sind.

Der zweitgrößte See Italiens reizt mit seinen duftenden Gärten, den idyllischen Inseln und prächtigen Promenaden. Wenn es entlang des Ufers blüht, ist die beste Zeit für Wanderungen, Fahrradtouren und Bootsausflüge. Ähnlich wie die schönsten Orte am Gardasee stecken die beliebten Plätze am Lago Maggiore voller Überraschungen.

1

Cannabio: Mit Charme und schöner Uferpromenade

Cannobio © Maggioni Gretz GmbH

An der Westseite des Lago Maggiore liegt das kleine Städtchen Cannobio. Dort ist das Klima besonders mild und mediterran, hier wachsen unter anderem Palmen, Kamelien, Feigenbäume, Olivenbäume und Zitrusbäume. Da kommt richtiges Italien-Feeling auf, vor allem an der Seepromenade, die mit Palmen umsäumt ist. Etwas weiter erstreckt sich dann der Badestrand.

Wer weniger Strand und mehr Kultur erleben möchte, ist im mittelalterlichen Zentrum von Cannobio genau richtig: verwinkelte Gassen, grobes Kopfsteinpflaster, blumenverzierte Balkone und des Stimmengewirr der zahlreichen Bars und Restaurants laden zu ausgiebigen Erkundungstouren ein. 

Tipp für einen Tagesausflug von Cannobio aus: Im hügeligen Hinterland liegt das mittelalterliche Dorf Carmine Superiore. Es ist nur zu Fuß zu erreichen und bietet eine spektakuläre Aussicht auf den See und die sich dahinter auftürmenden Berge der Lombardei.

2

Die Brissago-Inseln: Ein Kurztrip in die Tropen

Brissago © Switzerland Tourism

Weiter Richtung Norden, vor der Schweizer Seite des Lago Maggiore, liegt eines der bezauberndsten Ausflugsziele der Tessin-Region. Die Brissago-Inseln sind ein kleines, subtropisches Paradies mitten in Europa.

Allerdings ist nur die größere der beiden Inseln, San Pancrazio, für die Öffentlichkeit zugänglich. Besonders sehenswert ist dort der Botanische Garten mit seinen über 1600 verschiedenen Pflanzensorten – viele davon aus subtropischen Ländern. Die exotischen Gewächse sind von der russischen Baronin Antoinette de Saint Léger eingeführt worden, die die Insel 1895 kaufte und zu ihrem Wohnsitz machte. 

Sie erreichen die Brissago-Inseln von den Orten Porto Ronco, Brissago oder Ascona aus, mit einem speziellen Shuttle-Boot.

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Villa Taranto: Englische Gärten am Seeufer

Lago Maggiore Villa Taranto © Mattia Astorino/Unsplash

Am Westufer des Sees erstrecken sich die botanischen Gärten der Villa Taranto auf mehr als 16 Hektar. 1931 erwarb ein schottischer Kapitän das Grundstück am Lago Maggiore und begann damit, die prachtvolle Anlage zu gestalten. In dem englischen Garten auf italienischem Grund wollte er fortan Pflanzen aus aller Welt zum Blühen bringen. Heute umfasst die botanische Ausstellung tausende Arten auf zahlreichen Terrassen, die mit Wasserkunst und Statuen dekoriert sind. 

Der Duft von Akazien und Rhododendren umhüllt Besucher, die durch den Garten spazieren. Besonders sind der dicht bewachsene Lotusteich, der blühende Dahliengarten und das Herbarium. In dem einstigen Pförtnerhaus werden Kräuter und Pflanzen gezeigt, die der erste Gärtner der Villa vor rund 100 Jahren sammelte und trocknete. Das eindrucksvolle Gelände kann von April bis Oktober besichtigt werden. 

4

Luino: Traumhafte Sonnenuntergänge erleben

Luino © Maggioni Gretz GmbH

Das Ostufer des Lago Maggiore wird von vielen etwas abfällig als „Sponda magra“, „das magere Ufer“, bezeichnet. Das rührt vor allem daher, dass die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Region auf der gegenüberliegenden Seite liegen. 

Aber auch die gemächlichere, nicht so überlaufene lombardische Seite des Lagos hat ihre Reize. So ist beispielsweise Luino nicht nur für seinen großen Markt, sondern auch für seine imposanten Jugendstilbauten bekannt. Außerdem schaut die Westseite zum Sunset neidvoll auf ihr Gegenüber. Dort hat man einfach den schönsten Blick auf die hinter den Bergen untergehende Sonne.

5

Isola Bella: Von Einhörnern und weißen Pfauen

Isola Bella Lago Maggiore © Harm Van de Ven/Unsplash

Die bekannteste der borromäischen Insel ragt nur wenige Meter vom Ufer entfernt aus dem glitzernden See. Vom Festland aus wirkt das Eiland wie ein vorbeifahrendes Schiff, auf dessen Deck tiefgrüne Gärten wachsen. Am nördlichen Ende thront der Palazzo Borromeo, der hier ab 1631 gebaut wurde. Das Gebäudekunstwerk ließ Carlo Borromeo III. für seine Frau Isabella errichten; die Insel trug fortan ihren Namen. 

Das barocke Bauwerk beherbergt mittlerweile eine umfassende Ausstellung mit allerhand Schätzen aus der Entstehungszeit: Fresken, Mobiliar, Mode und Dekorationen schmücken die imposanten Räume. Der Höhepunkt ist bis heute die italienische Gartenanlage mitsamt Amphitheater und dem sich bäumenden Einhorn, dem Familienwappen des Hauses Borromeo. Magischer wird es nur, wenn Besucher auf die hier lebenden weißen Pfauen treffen.

6

Premeno: Schönstes Bergdorf des Lago Maggiore

Premeno © Adobe Stock

Premeno liegt auf der Westseite des Sees. Dadurch ist der Sonnenuntergang über dem Lago Maggiore leider nicht zu sehen. Das kleine Bergdorf macht diesen Nachteil allerdings ohne Probleme wieder wett: Vor Ihren Augen erstreckt sich in Premeno ein märchenhaftes Panorama und die imposante Bergwelt der norditalienischen Alpen. Diesen Ausblick können Sie vor allem deswegen genießen, weil der Ort über 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt. So ist das Dorf auch ein ideales Wanderziel und definitiv einen Tagesausflug zu Fuß wert.

7

Nationalpark Val Grande

Nationalpark Val Grande © Maggioni Gretz GmbH

Mehr als 15.000 Hektar Fläche, gesäumt von üppigen Kastanien und Buchenwäldern: Der Nationalpark Val Grande ist für alle Naturliebhaber das perfekte Reiseziel am Lago Maggiore. Er ist das größte Wildnisschutzgebiet der Alpenregion und auch für ungeübte Wanderer gut passierbar. Lehrtafeln und Wegweiser geben Auskunft über die Schwierigkeit der Routen, sodass sich niemand in unnötige Gefahr begibt. 

Fortgeschrittene können (in Begleitung eines Wanderführers) auch größere Touren machen und in einer der von der Parkverwaltung hergerichteten Berghütten (Bivacchi) übernachten. Hier erhalten Sie weitere Informationen über das Val Grande.

8

Sasso del Ferro: Alles im Blick

Lago Maggiore Sasso del Ferro © Erik Jan Leusink/Unsplash

Wer den Lago Maggiore in seiner ganzen Pracht bestaunen will, erklimmt am besten den Sasso del Ferro. Der Hausberg der Stadt Laveno-Mombello eröffnet einen atemberaubenden Blick über den See und sein Ufer. Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Gipfel. In kleinen, teils offenen Zwei-Personen-Gondeln geht es in rund 15 Minuten zur Bergstation. 

Auch zu Fuß lässt sich der Berg erklimmen: der Wanderweg startet im Örtchen Casere. Auf der Terrasse „Poggio Sant’Elsa“ können Besucher Snacks und Getränke bestellen und bei klarer Sicht bis in die Schweizer Alpen blicken, mit Fernglas sogar nach Mailand. Gleich nebenan wagen Gleitschirmflieger den Absprung in hunderte Meter Tiefe.

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