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Natur

Bezaubernde Blütenpracht: 5 besondere Gärten am Lago Maggiore

Der betörende Duft von Kamelien, opulente Statuen und ein zauberhaftes Blütenmeer prägen die Botanischen Gärten am Lago Maggiore. Wir nehmen Sie mit zu den schönsten Anlagen am italienischen Sehnsuchtsort.

Text Milena Härich
Datum 30.04.2023

Die italienischen Regionen Lombardei und Piemont teilen sich eines der schönsten Reiseziele des Landes: den Lago Maggiore. Auf einer Länge von rund 65 Kilometern erstreckt er sich von Sesto Calende bis ins Schweizer Kanton Tessin. Die Orte Stresa, Verbania und Cannobio am Seeufer sind zauberhaft, doch zu den schönsten Sehenswürdigkeiten des Sees zählen auch die Botanischen Gärten und Parkanlagen – von den Borromäischen Inseln bis Oggebbio. Einige davon - wie die Gärten der Isola Bella und der Isola Madre - sind weit über die italienischen Grenzen hinaus bekannt, andere gelten noch als Geheimtipps. Denn immer mehr Privateigentümer:innen öffnen ihre Villen und angrenzenden Gärten für die Öffentlichkeit.

Mehr über besondere Gärten am Lago Maggiore - und Tipps für den Besuch - lesen Sie hier.

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Die Botanischen Gärten der Villa Taranto: Weltberühmte Pracht

© IMAGO/Zoonar
Die Botanischen Gärten der Villa Taranto wurden bereits in den 1930er Jahren angelegt.

Die Villa Taranto sowie ihre 16 Hektar umfassende Parkanlage mit Botanischen Gärten sind weltberühmt. Sie wurden im hübschen Verbania in Piemont in den 1930er Jahren von einem schottischen Einwanderer namens Captain Mc Eacharn angelegt. 

Botaniker:innen finden hier alles, was das Herz begehrt: mehr als 350 Dahlien-Arten, Lotusblumen, Rhododendren und Azaleen zum Beispiel. Oder die sogenannte „Victoria Cruziana“, eine Seerose aus dem Amazonasgebiet, die eigens im Gewächshaus herangezüchtet wird. 

Zu den Botanischen Gärten der Villa Taranto gehört auch ein Herbarium, in dem sich Besucher:innen in mehr als 40 Schaukästen außergewöhnliche Pflanzen aus Großbritannien anschauen können. Diese brachte damals der erste Gärtner der Gartenanlage mit. Weitere Highlights des Gartens sind der Springbrunnen mit Puttenstatuen, die Valletta, ein künstlich angelegtes Tal mit Steinbrücke, und die Mausoleums-Kapelle. Sie wurde erst 1965 auf Wunsch von Captain Mc Eacharn erbaut – er fand in ihr seine letzte Ruhestätte. 

Die Villa selbst ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber der Englische Garten und die Fontäne, die sich anschließen, sind durchaus sehenswert. 

Wann sind die Botanischen Gärten der Villa Taranto geöffnet?

Vom 12. März bis zum 5. November 2023 öffnen die Botanischen Gärten der Villa Taranto täglich ihre Pforten. Die konkreten Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Jahreszeit. Im März können Besucher:innen die Blüten- und Pflanzenpracht zwischen 9 und 18 Uhr bestaunen, von April bis einschließlich September sogar bis 19 Uhr. Vom 1. bis zum 15. Oktober ist die Gartenanlage von 9 bis 18 Uhr geöffnet, ab 16. Oktober dann nur noch bis 17:30 Uhr. Letzter Einlass ist immer eine Stunde vor Schließung.

Der Eintritt kostet für Erwachsene zwölf Euro, für Kinder ab sechs Jahren sechs Euro. Jüngere Kinder benötigen kein Ticket. 

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Villa Anelli in Oggebbio: Das Erbe der Kamelienzucht

Symbolbild Kamelie © iStock/magicflute002
Kamelien gibt es rund um den Lago Maggiore zuhauf, doch im Landschaftspark der Villa Anelli lassen sich auch die seltensten Exemplare bestaunen.

Sehr viel unaufgeregter scheint das Anwesen der Familie Corneo in Oggebbio zu sein. Die hübsche Villa Anelli am piemontesischen Westufer umgibt jedoch ein Landschaftspark, der seinesgleichen sucht. Zahlreiche hübsche Pflanzen von Bambus über Koniferen, von Obstbäumen bis hin zu Palmen fallen an jeder Ecke ins Auge. Besonders auffällig sind die Kamelien des Gartens. Kamelien sind Teestrauchgewächse in den unterschiedlichsten Weiß-, Rosa- und Rottönen. Sie finden sich häufiger in den Gärten am Lago Maggiore, doch hier, im Garten der Villa Anelli, kommen sie in besonders hoher Anzahl vor. Die heutigen Besitzer:innen Andrea Corneo und seine Ehefrau Orsola führen nämlich die Tradition des Kamelien-Züchtens fort, die bereits Corneos Großmutter einst etablierte. Daher findet sich hier auch die „Camelia d’Oro“, eine ganz besondere, seltene Art. Nicht sehr verwunderlich also, dass Corneo auch Präsident der italienischen Kamelien-Gesellschaft ist. Die blühenden Pflanzen fügen sich traumhaft ins Bild der prächtigen Residenz ein. 

Übrigens: Die Eigentümer:innen hegen und pflegen nicht nur ihre geliebten Kamelien, sondern bauen auch eigenen Wein an. Probieren kann man die verschiedenen Bouquets bei einer Übernachtung in der Villa Anelli. 

Wann kann ich die Villa Anelli besuchen?

Um die Parkanlage der Villa Anelli zu besichtigen, benötigt es eine Anmeldung. Treten Sie dazu einfach mit den Hauseigentümer:innen in Kontakt; sie werden dann einen Termin mit Ihnen vereinbaren und Sie selbst herumführen.

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Villa Nigra in Miasino: Geheimtipp unter den Gärten am Lago Maggiore

Villa Nigra am Lago d’Orta © PR
Am wesentlich kleineren Lago d’Orta lieg die prächtige Villa Nigra mit Landschaftspark.

Auch die Anlage der Villa Nigra in Miasino ist noch immer ein Geheimtipp unter den schönsten Gärten am Lago Maggiore. Vielleicht auch deshalb, weil sie genau genommen nicht direkt am Lago Maggiore liegt, sondern am viel kleineren Lago d’Orta südwestlich davon. Das Gebäude selbst gilt als eines der bedeutendsten Herrenhäuser am Lago d’Orta – ist aber nicht so hoch frequentiert wie die berühmten Botanischen Gärten in Verbania oder auf den Borromäischen Inseln. Wer Ruhe sucht und zugleich duftende und blühende Pflanzen bestaunen will, ist hier richtig. Der Landschaftspark ist jederzeit frei zugänglich. 

Die Villa ist bereits 500 Jahre alt und dient heute als Veranstaltungsort für kulturelle Events; außerdem befindet sich im Erdgeschoss ein Restaurant. Über die vergangenen Jahrhunderte hinweg veränderte man dieses prachtvolle Gebäude immer wieder, bis Architekt Carlo Nigra, Namensgeber der Villa, sie kaufte und vollendete. Heute befindet sie sich im Besitz der Gemeinde Miasino.

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Isola Madre: Zuhause von Pfauen und Zypressen

Isola Bella, italienische Terrasse mit Blick auf den Lago maggiore © iStock/Freeartist
Die Isola Madre ist die größte der Borromäischen Inseln und berühmt für ihre einzigartige Pflanzenvielfalt.

Fünf Binneninseln im Lago Maggiore bilden das Archipel der Borromäischen Inseln. Die größte davon ist die Isola Madre, ein rund acht Hektar großes Eiland, das fast vollständig aus Gärten besteht und unbewohnt ist. Der Botanische Garten gehört übrigens zu den ältesten Parkanlagen in ganz Italien. Wer hier anlandet, fühlt sich wie im Paradies angekommen: seltene tropische Pflanzenarten wie die Chilenische Honigpflanze oder die Kaschmir-Zypresse sind genauso vorhanden wie Glyzinien, Magnolien, Bananenbäume und Hibiskus. Ein Highlight ist auch die Terrasse der Zuckerbüsche. Der Zuckerbusch ist eine prähistorische Pflanze und zugleich Symbol Südafrikas. Dass diese Pflanze hier wächst und gedeiht, hat sie dem besonders milden Klima der Insel zu verdanken.

Die Isola Madre ist berühmt für ihre einzigartige Pflanzenvielfalt, doch ebenso beeindruckend ist ihre Fauna: Wer Glück hat, begegnet beim Besuch weißen Pfauen, chinesischen Fasanen und allerlei Papageien. 

Die Isola Madre entstand bereits zur Eiszeit; bis heute ist sie schon durch zahlreiche landwirtschaftliche Veränderungen gegangen. So war das Gebiet im 16. Jahrhundert mutmaßlich ein einziger Olivenhain. Mit der Übernahme durch verschiedene Besitzer:innen über die vergangenen Jahrhunderte zeigte sich die Insel immer wieder im neuen Gewand. 1710 ließ zum Beispiel der Architekt Filippo Cagnola zauberhafte Pergolen und Treppen anlegen. Auch heute ist die Insel noch von unzähligen Treppen geprägt, denn der Botanische Garten ist in verschiedene Terrassen und Plateaus unterteilt. Der Palazzo dell’Isola Madre ist das auffälligste Gebäude der Insel; er entstand im 16. Jahrhundert und kann besichtigt werden. 

Öffnungszeiten des Botanischen Gartens auf der Isola Madre

2023 ist der Botanische Garten auf der Isola Madre vom 16. März bis zum 5. November geöffnet. Bis Ende September öffnet er seine Pforten von 10 bis 18:30 Uhr, im Oktober von 10 bis 18 Uhr und vom 30. Oktober bis zum 5. November bis 17:30 Uhr. Der letzte Einlass ist immer eine Stunde vor Schließung; der Palast schließt immer eine Stunde vor den Gärten.

Die Tickets kosten 17 Euro für Erwachsene, zehn Euro für Jugendliche. Sie beinhalten den Zugang zum Garten und zum Palazzo. Es ist außerdem möglich, ein Kombiticket für die beiden Borromäischen Inseln Isola Madre und Isola Bella zu erwerben. Der Preis für Erwachsene liegt in dem Fall bei 30 Euro, für Jugendliche bei 16 Euro. 

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Isola Bella: Die schöne Garteninsel im Lago Maggiore

© iStock/font83
Die Isola Bella ist geprägt von italienischen Terrassen mit Blick auf den Lago Maggiore.

Eine weitere Insel des Archipels ist die Isola Bella – und der Name ist Programm. Die Schönheit dieses Botanischen Gartens ist kaum zu übertreffen. Und das, obwohl die Isola Bella vor rund 400 Jahren im Grunde eine einzige Klippe war. Es brauchte viel Zeit und Bemühungen, um sie in die Schönheit zu verwandeln, die sie heute ist.

Seit 1501 ist die Familie Borromeo Eigentümer der Insel; zwischen 1631 und 1671 wurde der Botanische Garten angelegt. Im Jahr 1632 startete der Bau des prächtigen Palazzo Borromeo, der ein Geschenk des Auftraggebers Carlo Borromeo III. an seine Frau Isabella d’Adda sein sollte. Zunächst vereitelt aufgrund der Pestepidemie, wurde der Bau später unter den Söhnen Carlo Borromeos fortgeführt.

Der Palazzo ist wahrlich ein Hingucker, doch die terrassenförmigen und auf unterschiedlichen Plateaus angelegten Gärten hinter dem Palast sind beinahe noch beeindruckender. Nicht umsonst gehören sie gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Isola Madre zum englischen Kreis der „Royal Horticultural Society“. Auch hier finden sich neben Azaleen, Kamelien, Zitronenbäumen und Rhododendren seltene Sorten wie der Kampferbaum, die Mexikanische Tanne oder Olea Fragrans, die Süße Duftblüte.

Wahrzeichen der Isola Bella ist neben den Gärten und dem Palazzo das sogenannte Amphitheater, ein Denkmal aus lebensgroßen Statuen und Brunnen. Die meisten Statuen stammen vom Bildhauer Carlo Simonetta und sind zwischen 1667 und 1677 entstanden. Obenauf thront ein steinernes Einhorn, das zugleich Wappentier der Familie Borromeo ist. 

Wann kann ich die Isola Bella besuchen?

Auch die Gärten der Isola Bella sind vom 16. März bis zum 5. November 2023 geöffnet. Bis Ende September sind sie von 10 bis 18:30 Uhr zugänglich, im Oktober bis 18 Uhr. Vom 30. Oktober bis zum 5. November können Besucher:innen zwischen 10 und 17:30 Uhr in den Gärten umherwandern. Letzter Einlass ist auch hier immer eine Stunde vor Schließung; der Palast schließt jeweils eine Stunde vor den Gärten.

Einzeltickets für die Isola Bella kosten 20 Euro für Erwachsene, elf Euro für Jugendliche. 

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