Weimar- Eine Stadt wie ein Park © Alexander Weingarten
Städtereisen

Weimar – Eine Stadt wie ein Park

Hier verschmelzen Gartenkultur, Architektur und Natur zu einem einmaligen Gesamtkunstwerk. Die Parklandschaften in und um Weimar gehören zum UNESCO-Welterbe „Klassisches Weimar“ – und harmonieren bestens mit den berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Was die meisten Menschen mit Weimar verbinden, steht als Doppel-Denkmal vor dem Nationaltheater: Goethe und Schiller, befreundete Titanen der klassischen Literatur, die ja auch „Weimarer Klassik“ heißt. Jeweils nur einige Meter entfernt sind die anderen Kulturdenkmäler, die in oder durch die klassische Epoche vor rund 250 Jahren berühmt wurden – das Stadtschloss, die Anna-Amalia-Bibliothek, das Renaissance-Stadthaus.

Goethes Garten am Stern

Goethes Garten © Tim Langlotz
Goethes Garten

Die Parks und Gärten der Stadt, ein wichtiger Außenstandort der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt, sind aber nicht bloß ein weiterer hübscher Aspekt Weimars. Vielmehr gehören sie selbst zum klassischen Erbe. Goethe etwa hatte großen Anteil an der Gestaltung der weiten, rund 48 Hektar großen Parklandschaft an der Ilm. Der Weimarer Herzog Carl August hatte dem Dichter 1776 ein Haus mit Garten geschenkt, das dieser rundum erneuern ließ. Im Außenbereich legte er Obstspaliere und Gemüsebeete an, Rosen und Weinreben wurden gepflanzt. Um das Gebäude samt Garten – heute als „Goethes Garten am Stern“ bezeichnet – mit Stadt und Schloss zu verbinden, plante man einen Landschaftspark, wofür Gehölzkulissen, Spazierwege und Parkarchitekturen geschaffen wurden.

Ein Dichter war Weimars Glücksfall

Ilmpark © Carlo Basini
Ilmpark

Mit dem „Götz von Berlichingen“ und dem „Werther“-Roman wurde Goethe zum Popstar seiner Zeit. Doch anstatt sich dem Erfolgsrausch hinzugeben, folgte der Dichter dem Ruf seines herzoglichen Freundes und kam nach Weimar. Ein Glücksfall für die Stadt, die damals ziemlich düster aussah: die Straßen morastig, das Schloss ragte als abgebrannte Ruine gen Himmel. Goethe und Carl August überlegten, wie man einen öffentlichen Ort schaffen könnte, an dem die gesamte Gesellschaft zusammenkommt, Hofgesellschaft wie  Bürgertum. Damals wie heute wurde der Park an der Ilm für Veranstaltungen genutzt. Zu Goethes Zeiten begann man mit der Aufführung von Theaterstücken unter freiem Himmel.

Schloss Belvedere: beste Aussichten

Belvedere © Carlo Bansini
Belvedere

Unweit des Parks an der Ilm gelangt man flussaufwärts zur barocken Sommerresidenz der Weimarer Herzogsfamilie: zum Schloss Belvedere. Das Schloss bettet sich in einen weitläufigen Park mit Orangerie sowie Lust- und Irrgarten ein. Aus einer einst barocken Anlage wurde ab 1811 unter Großherzog Carl Friedrich ein Landschaftspark. Für seine Gemahlin, die Zarentochter Maria Pawlowna, ließ er zudem einen russischen Garten anlegen. Goethe und Carl August betrieben botanische Studien in den Gewächshäusern der Orangerie.

Schlosspark Tiefurt: Amalias Sommersitz

Weimar-Schlosspark-Tiefurt © Marcus Glahn
Weimar-Schlosspark-Tiefurt

Ilmabwärts liegt der nächste Schatz: Auch der Schlosspark Tiefurt ist ein Zeugnis der Weimarer Klassik und des frühen sentimentalen Landschaftsgartens. Herzogin Anna Amalia  empfing hier Künstler und Gelehrte – darunter Goethe, Herder, Wieland und Schiller. Zur Erbauung ihrer Hofgesellschaft ließ sie in einem aus Hecken und Büschen herausgearbeiteten Naturtheater Theaterstücke aufführen, darunter Goethes legendäres Singspiel „Die Fischerin“. Was den Tiefurter Schlosspark so spannend macht, sind die vielen Denkmäler und Architekturen: der Teepavillon, farbenfrohe Blumenbeete, lauschige Sitzplätze, der Musentempel.

Landgut Holzdorf: Idylle und Hochkultur

Landgut Holzdorf © Peter Hansen
Landgut Holzdorf

Nur ein paar Kilometer vom Zentrums Weimar entfernt liegt der Park des Landgutes Holzdorf. Von der Terrasse der Cafeteria bietet sich ein weiter Blick über den alten Baumbestand. Der Fabrikant Dr. Otto Krebs hatte einst das Gelände erworben und ließ die als Sommersitz genutzte Anlage in den 1920er Jahren zu einem Landschaftspark im Stil französischer Gärten umgestalten.

Park an der Ilm, Schloss Belvedere und Schloss Tiefurt (Hauptstr. 14)
www.klassik-stiftung.de

Kirms-Krackow-Haus: Jakobstr. 10
www.thueringerschloesser.de

Landgut Holzdorf: Otto-Krebs-Weg 5
www.gartenkultur-thueringen.de

Rad-Tipp: Ilmtal-Radweg
www.ilmtal-radweg.de

Mehr zu den prächtigen Thüringer Parks & Gärten: 
https://gaerten.thueringen-entdecken.de

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