Sylt © Jasmin Frey
Camping

Sylt: Perfektes Camping auf der Nordseeinsel

Beim Thema „Campen in Schleswig-Holstein“ denken viele natürlich an die Ostsee oder die Nordsee. Dabei ziehen die wenigsten allerdings das exklusive Sylt in Betracht. Was sehr schade ist, denn die nordfriesische Insel hat für Camper einiges zu bieten. Für naturverbundene Menschen, die das Meer und besonders Radtouren lieben, ist Sylt großartig. Es sind zahlreiche Radstrecken ausgeschildert. Dank ihrer Gesamtlänge von 54 Kilometern ist es möglich, die ganze Insel mit dem Rad zu entdecken. Bleibt nur noch eine Entscheidung: den für sich optimalen Campingplatz auszuwählen. Hier finden Sie alle Infos dazu.

Text Jen Posduga

Camping Sylt: Wissenswertes für die Buchung

Buchbar sind die Campingplätze auf Sylt online auf den Webseiten der Anbieter, per E-Mail oder telefonisch. Wichtig zu beachten: Je nach Saison können die Preise variieren, und manche Plätze legen eine Winterpause ein – wie Kampen ab dem 24. Oktober.

Für Reisende ohne Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt besteht die Möglichkeit, ein solches vor Ort zu mieten. Auf größeren Plätzen wie in Rantum können sogar Ferienhäuser reserviert werden.

Die Überfahrt: Viele Möglichkeiten

Syltfähre © Jen Posduga

Wer mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, kann mit der Syltfähre über Havneby auf Rømø in Dänemark übersetzen. Die Fähre sollte dabei im Voraus gebucht werden, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Einmal angekommen, geht es dann sehr schnell. Ist die Buchung bereits erledigt, wird eine Parkplatznummer zugewiesen. Dort wird gewartet, bis das Personal mit dem Reinwinken beginnt. Tipp: Es lohnt sich immer, noch einmal vorab anzurufen und zu fragen, ob ein früherer Zeitslot für eine Übersetzung frei ist. Sofern Kapazitäten vorhanden sind, wird man auch gerne früher mitgenommen. Die Gesamtkosten sind von der Länge des jeweiligen Fahrzeugs abhängig. Ein Wohnmobil (inklusive Personen) von 6,01-8,00 Meter Länge schlägt mit 87,80 Euro pro Überfahrt und ein Wohnwagenanhänger von 6,01-8,00 Meter Länge mit 80,60 Euro zu Buche. Hinzu kommen noch die Kosten für das Zugfahrzeug. Wer aber Hin- und Rückfahrt gleichzeitig bucht, kann ein bisschen sparen. Während der Fahrt wird für kurze Zeit ein Duty-Free-Shop geöffnet. Wer keine Lust hat, darin zu stöbern, kann die wunderbare Aussicht an Deck in einem Standkorb genießen. Die Überfahrt dauert um die vierzig Minuten und endet im Hafen von List, der nördlichsten Gemeinde der Insel Sylt.

Auf Reisende, die nur mit dem Auto übersetzen wollen, wartet der sogenannte „Sylt-Shuttle“. Der Autozug fährt von Niebüll (Festland) nach Westerland (Sylt) und kann sowohl von PKW als auch von Campingfahrzeugen genutzt werden. Eine entspannte und komfortable Art zu reisen, denn die Mitfahrer dürfen während der Fahrt in ihrem Fahrzeug bleiben.

www.frs-syltfaehre.de/

www.syltshuttle.de/syltshuttle-de

Campingplatz Rantum: Ab in die Natur

Rantum © Walter Schmitz

Rantum ist vor allem durch seine Lage in der Mitte der Insel ein toller Ausgangspunkt für spontane Ausflügler. Alle Sehenswürdigkeiten der Insel sind gerade mit dem Zweirad prima zu erreichen, grandiose Ausblicke inklusive. Möchte man beispielsweise ins schöne Westerland und gleichzeitig ein bisschen Meeresluft und Weitsicht genießen, empfiehlt sich einer der Dünenradwege, wie etwa der um das Rantumbecken.

Als kleine Einkaufsmöglichkeit auf dem Platz steht direkt neben dem Info-Büro ein Kiosk zur Verfügung. Hier gibt es alles, was für den täglichen Campingbedarf benötigt wird, frische Brötchen morgens inklusive. Für größere Einkäufe wartet ein Supermarkt in circa sechs Kilometer Entfernung.

WLAN ist auf dem Platz in Rantum gebührenpflichtig und nur im Info-Büro hinzuzubuchen. Der wunderschön modernisierte Waschraum ist hell, sauber und bietet genügt Platz, sodass keine Wartezeiten entstehen. Etwas gewöhnungsbedürftig: die individuelle Wasserabrechnung bei den Duschen. Es gibt keinen Pauschalpreis für die Wassernutzung. Diese wird mit Hilfe einer auf die jeweilige Person registrierte Chipkarte genau abgerechnet. In Sachen Umweltbewusstsein sehr vorbildlich!

Der Platz selbst ist gut strukturiert und besitzt teils geteerte und teils gepflasterte Wege. Tipp für Naschkatzen: Es gibt einen Crêpestand auf dem Campingplatz. Dieser befindet sich direkt neben dem großangelegten Spielplatz und hat bis 21 Uhr geöffnet.

Der günstigste Stellplatz für einen Wohnwagen auf dem Campingplatz Rantum kostet 13,30 Euro (ohne Abwasser) pro Übernachtung und besitzt eine Fläche von ca. 75 qm². Ein Wohnmobilstellplatz kostet 9,20 Euro. Für einen Erwachsenen werden 4,60 Euro berechnet, 3,10 Euro für einen Jugendlichen und 2,60 Euro je Kind. Der günstigste Zeltplatz (bis zu 8 qm²) kostet 7,20 Euro.

https://www.camping-rantum.de/

Camping Wenningstedt: Für Zwei- und Vierbeiner

Wenningstedt © Jasmin Frey

Wer einen großen, modernen und hundefreundlichen Platz sucht, ist in Wenningstedt gut aufgehoben. Neben 222 Stellplätzen in fünf verschiedenen Größenkategorien (7 bis 12 Meter) ist hier auch ein Zeltplatz mit 44 Plätzen, ein schöner Kinderspielplatz, eine Outdoor-Hundedusche sowie eine Backfiliale und ein Restaurant vorhanden. In der Hauptsaison kostet ein Wohnwagenstellplatz hier zwischen 17 und 19 Euro. Der günstigste Zeltplatz liegt bei 12 Euro in der Hauptsaison.

Wer eine Alternative zum Restaurant sucht und endlich mal den Ausflug zu „Gosch“ von seiner Sylter To-Do-Liste streichen möchte, dem sei das „Gosch am Kliff“ empfohlen. Es ist mit dem Rad in nur 1,5 Kilometer erreichbar und besticht nicht nur durch das hervorragende Essen. Auch die Architektur dieses Restaurants ist sehenswert. Das Dach des Gebäudes ist wellenförmig gebaut und passt sich wunderbar der Dünenlandschaft an. Neben den kultigen Fischspezialitäten sind dort auch wunderbare Weine zu verkosten. Wer dazu noch einen schönen Sonnenuntergang genießen möchte, ist hier genau richtig.

https://campingplatz.wenningstedt.de/

Camping Kampen: Zwischen Luxus und Natur

Ellenbogen © Jasmin Frey

Camper, die gern im Grünen stehen und eine familiär-gemütliche Atmosphäre bevorzugen, finden auf dem Campingplatz Kampen ihr perfektes Urlaubsziel. Der Platz liegt direkt zwischen einem Wald und den Dünen. Er bietet einen Lebensmittelkiosk, dazu moderne sanitäre Anlagen mit Einzelduschen und Waschkabinen. Vor allem für Radfahrer und Jogger ist dieser Platz ein toller Startpunkt, da er durch seine naturbelassene Umgebung besticht. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass Kampen sonst eher als Treffpunkt der Reichen und Schönen bekannt ist.

Ein Ein-Achser bekommt hier einen Stellplatz für 29,05 Euro in der Hauptsaison, während ein Wohnmobil bis zu 5t mit 30,25 Euro wegkommt. Der kostengünstigste Zeltplatz kostet 12,10 Euro, solange das Zelt nicht größer als 6m² ist.

Von hier aus kommt man am besten nach List und zu den zwei Wahrzeichen der Insel: die nördlichen Leuchttürme List Ost und List West. Ein Geheimtipp für gute Austern ist das Restaurant „Alter Gasthof“. Es wurde 1650 errichtet und kombiniert heute eine gelungene Mischung von Tradition und moderner Küche. Hier können neben Muscheln auch Hummer und Fleisch in höchster Qualität genossen werden.

https://www.campen-in-kampen.de/

Kuchen in der „Kupferkanne“

Ein Ausflug in das Ortsinnere von Kampen lohnt sich in jedem Fall. Fast alle Häuser dort besitzen ein reetgedecktes Dach. Dies ist kein Zufall, sondern die Folge einer 1912 getroffenen Verordnung, die besagt, dass alle neugebauten Klinkerhäuser ein solches Dach aufweisen müssen. Natürlich sind nicht nur die Häuser dort besonders. Auch kulinarisch wird viel geboten. Zwei hervorragende Adressen sind das Künstlerlokal „Kupferkanne“ und das Restaurant „Vogelkoje“. Besucher der „Kupferkanne“ sollten sich jedoch nicht allzu hungrig auf den Weg machen. Das Café ist meist sehr gut besucht. Es müssen längere Wartezeiten in Kauf genommen werden, da eine Vorabreservierung nicht möglich ist. Die „Vogelkoje“ befindet sich in einem malerisch schönen Naturschutzgebiet und bietet vom kleinen Snack bis hin zum Champagner-Frühstück für jeden etwas Passendes an.

https://www.kupferkanne-kampen.de/

Camping Hörnum: Klein, aber fein

Hörnum © Walter Schmitz

Wer es klassisch mag, der ist auf dem Campingplatz Hörnum bestens aufgehoben. Hier ist traditionelles Camping noch Programm. Der Platz besticht durch seinen ursprünglichen Charme und ist eher klein. Hinzu kommt, dass die Stellplätze dort nur für Wohnwagen und Zelte reservierbar sind. Für Wohnmobile gibt es eine separate Buchungsseite. Dafür sind Personen und Platzgebühren günstig, und es gibt freies WLAN. Erwachsene zahlen 5 Euro, und für Kinder ist mit 3 Euro pro Nacht in der Haupt- und Nebensaison zu rechnen. Ein Wohnwagen bis 6 Meter kostet 12 Euro in der Hauptsaison und 10 Euro in der Nebensaison, ein Zelt bis 15 m² 11 Euro in der Haupt- und 9 Euro in der Nebensaison. Wohnmobile schlagen mit 10 bzw. 12 Euro zu Buche. Der Strand von Hörnum kann mit dem Rad in nur sieben Minuten erreicht werden. Auf dem Weg dorthin durchquert man eine schöne kleine Einkaufsmeile, in der neben Souvenirs auch Lebensmittel erhältlich sind. Direkt am Hafen bieten sich eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten wie Kitesurfen oder eine Seehundtour.

https://www.hoernum.de/buchen/camping

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