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Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Chemnitz

Die drittgrößte Stadt Sachsens beeindruckt mit Kunst, Kultur und Architektur: Das Doppelrathaus, der Theaterplatz und die Spinnerei sind nur drei der schönsten Sehenswürdigkeiten. Wir verraten unsere Chemnitz-Highlights.

Text Mila Krull

Wer in Chemnitz unterwegs ist, kann auf Verkehrsmittel verzichten. Die bedeutenden Sehenswürdigkeiten liegen geballt im hübschen Altstadtzentrum. Vom Doppelrathaus sind es nur wenige Meter zum ausgezeichneten Museum für Archäologie. Auch die Flaniermeilen des Gründerzeitviertels Kaßberg sind von hier aus zu Fuß zu erreichen. Und wen es ins Grüne zieht, der kann sich problemlos ein Rad leihen oder mit der Stadtbahn fahren. Im Süden beginnen bereits die Ausläufer des Erzgebirges – ein perfekter Ort für sämtliche Outdoor-Aktivitäten.

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Karl-Marx-Monument: Der berühmte „Kopp“

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Sieben Meter hoch ragt das Antlitz von Karl Marx auf, die gewaltige Porträtbüste in Chemnitz gilt als zweitgrößte der Welt. Das 40 Tonnen schwere Monument aus Bronze wurde 1971 feierlich enthüllt, damals trug die Stadt noch den Namen des berühmten Philosophen. Gefertigt wurde es aus mehreren Einzelteilen in einer Gießerei in St. Petersburg, das Granit für den Sockel stammt aus dem ukrainischen Steinbruch Korninsky. Die Chemnitzer nennen ihr Monument selbst übrigens „Nischel“ oder schlicht „Kopp“.

Doppelrathaus Chemnitz: Viel zu entdecken

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Gleich zwei Rathausgebäude erheben sich am Markt im Zentrum von Chemnitz. Ende des 15. Jahrhunderts entstand hier zunächst das Alte Rathaus – bis heute ist es Sitz des regierenden Bürgermeisters der Stadt. Am Turm finden Besucher:innen ein altes Renaissance-Portal, über dem ein Glockenspiel ertönt. Weil Chemnitz während der Industrialisierung einen florierenden Aufschwung erlebte, wurden weitere Verwaltungsgebäude benötigt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts grenzt das Neue Rathaus an die Mauern des Alten. Ikonisch ist die Chemnitzer Rolandfigur an dessen Fassade. Ein weiterer Teil des Ensembles ist der Hohe Turm, der nach Kriegsschäden vollständig neu errichtet wurde. Wer eine Rathausführung unternimmt, kann den Turm besichtigen und den beeindruckenden Ausblick genießen.

Sehenswürdigkeiten in Chemnitz: Theaterplatz und Kunstsammlung

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Unweit des Bahnhofs erstreckt sich der prächtige Theaterplatz, umsäumt vom Opernhaus, der St. Petrikirche und dem König-Albert-Museum. Am Abend, wenn die Operngäst:innen aus der Vorstellung strömen, leuchtet der Platz besonders stimmungsvoll. Bedeutende Exponate finden Besucher in den Galerien des Museums, in dem ein Teil der Kunstsammlung Chemnitz untergebracht ist. Sie umfasst Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann und Albrecht Dürer und bietet wechselnde Ausstellungen.

Wasserschloss Klaffenbach: Kleinod am Flussufer

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Im Süden von Chemnitz umschmeichelt eine Teichanlage das idyllische Wasserschloss Klaffenbach. Wo früher wohlhabende Gutsherren residierten, können heute alle Gäst:innen unterkommen. Die Räume des Schlosses beherbergen ein Hotel, Restaurants, ein Café und Ausstellungen. Im Nebengebäude arbeiten Künstler:innen in ihren Ateliers, formen Silber und Wachs und stellen Porzellan und Glas aus. Auch die Umgebung macht einiges her: Hier befinden sich ein Spielplatz, eine Golfanlage, ein weitläufiger Park und das malerische Würschnitz-Ufer.

Zu eindrucksvollen Spaziergängen lädt der Stadtteil Kaßberg westlich des Zentrums von Chemnitz ein. Seit 1991 ist das Gründerzeitviertel ein Flächendenkmal, bei Besuchen gibt es zahlreiche schmucke Altbauten mit bunten Glasfenstern und verzierten Balkonen zu entdecken. Besonders schön sind die zwei Majolika-Häuser der Barbarossastraße. Ihr Name ist eine Anspielung auf die mallorquinische Herkunft der bunten Kachelfassaden. Auch die imposante Weststraße mit ihren vielen gemütlichen Cafés und besonderen Boutiquen lohnt einen Abstecher.

Spinnerei Chemnitz: Freiraum an der frischen Luft

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Auf dem einstigen Industriegelände blüht heute neues Leben. Stetig wird das Areal der Spinnerei verändert, verschönert und erneuert und bietet eine ideale Kulisse für Veranstaltungen aller Art. Egal ob Flohmarkt, Eis-Festival, Wochenend-Rave oder Frühschoppen mit Soljanka und Pizza – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein Verein fördert Kunst und Kultur und übernimmt Programm und Organisation. Und wer sich anderweitig austoben will, kann gleich nebenan die Boulderlounge besuchen. Hier gibt es extra Kletterbereiche für Kinder und ein nettes Bistro.

Museum für Archäologie: Schwebende Erdgeschichte

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In einem modernen Gebäude verbergen sich altertümliche Schätze: Einst diente dieser Ort als Kaufhaus, heute können Besucher:innen 300.000 Jahre in die Vergangenheit reisen. Auf drei Etagen erzählt das Museum für Archäologie Chemnitz die Geschichte der Jäger:innen und Sammler:innen bis hin zur einsetzenden Industrialisierung. Dabei werden sämtliche Forschungsbereiche etwa aus Anthropologie, Zoologie, Anatomie einbezogen und veranschaulicht. Ein Highlight des „smac“ ist das schwebende Sachsenmodell in der Galerie des Hauses, für die außergewöhnliche Installation gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Auszeichnungen.

Villa Esche: Stilvoll genießen

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Etwas abseits des Zentrums liegt das Kulturforum der Villa Esche. Erbaut wurde das gelbe Jugendstilgebäude im Auftrag eines Textilherstellers zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Über die Jahre kamen hier das sowjetische Militär sowie die Staatssicherheit unter. Ab 1998 wurde das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute finden hier Konzerte und Events statt. Ein Museum informiert über den belgischen Architekten Henry van de Velde. Als Tagungsort ist die Villa mehrfach ausgezeichnet. Wer einfach nur so vorbeischauen möchte, kann sich einer Führung anschließen oder im Restaurant Platz nehmen.

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