Kaiserbad © Pieter-Pan Rupprecht
Genuss

Leipzigs beste Szene-Lokale

Auf der Suche nach kulinarischen Highlights zog „Falstaff“-Chefredakteur Philipp Elsbrock einen Tag durch Leipzigs Szeneviertel. Sein Guide: Weinbar-Besitzer Fatih Demirbas, der ihm zeigte, was die Stadt jenseits des Zentrums alles zu bieten hat.

Brothers: Treffpunkt im Leipziger Osten

Brothers Bäckerei © Pieter-Pan Rupprecht

Das „Brothers“ nennt sich Bäckerei und Café, ist aber weit mehr als das: Hier treffen sich Menschen aus dem Leipziger Osten, quer durch Generationen, Schicksale, Identitäten. Es gibt Baklava und Blechkuchen, Lahmacun und gefüllte Auberginen. Zum Frühstück wird köstliches Rührei serviert, etwa mit Sucuk-Wurst oder Champignons und Paprika. In der Eisenbahnstraße gibt es noch mehr zu entdecken.

Eisenbahnstr. 85
www.facebook.com/pages/category/Restaurant/Brothers-Cafe-B%C3%A4ckerei-767254546734062/

Kaiserbad: Ex-Gießerei serviert „Buddha Bowl“

Kaiserbad © Pieter-Pan Rupprecht

Die zentrale Karl-Heine-Straße im Leipziger Westen hat sich zur charmanten Flaniermeile entwickelt. Im Westwerk, einem zum Kunstquartier umgestalteten Industrieareal, befindet sich das „Kaiserbad“: die frühere Eisengießerei wirkt heute wie ein Hipster-Traum. Bunte Tapeten überlagern rohen Stein. Empfehlung: gebackene Hähnchenbrust mit Ratatouille, Kichererbsen und Miso-Nüssen oder alternativ die vegane „Buddha Bowl“ mit Süßkartoffeln, Linsen und Champignons.

Karl-Heine-Str. 93
www.kaiserbad-leipzig.de

Eisdiele Pfeifer: Schwedenbecher wie früher

Eiscafe Pfeifer © Pieter-Pan Rupprecht

Der Laden ist ein fester Wert in der Südvorstadt, Leipzigs altgedientes Szeneviertel. Sobald es warm wird, stehen hier zig Menschen an, um ein Eis nach Original-DDR-Rezept zu essen. Die Eismaschine ist von 1972. Die Theke? Noch von vor dem Krieg. Das Eis ist nicht so sahnig, wie Wessis es gewohnt sind, sondern härter. Vier Sorten gibt es ständig, so wie zu Ostzeiten: Vanille, Schokolade, Stracciatella und Erdbeere. Immer gut läuft der DDR-Klassiker Schwedenbecher: mit Vanilleeis, Apfelmus, Eierlikör und Sahne.

Kochstr. 20
https://m.facebook.com/profile.php?id=157775430916776

Espresso Zack Zack: Cheesecake macht süchtig

Espresso Zack Zack © Pieter-Pan Rupprecht

Reudnitz hatte mal einen schlechten Ruf. Inzwischen hat die Gentrifizierung auch hier Spuren hinterlassen, die Häuser sind renoviert, die Mieten gestiegen. Positiver Nebeneffekt: Die Neonazis sind verschwunden. Im Café „Espresso Zack Zack“ gibt es einen Espresso, den die Südtiroler Top-Rösterei „Schreyögg“ eigens für die Leipziger röstet. Zu dem passt prima der leicht zimtige Carrot Cake und der süchtig machende Cheesecake mit Himbeeren. 

Albert-Schweitzer-Str. 2
www.espressozackzack.de

Pekar: Pizza mit „Urban Gardening“-Belag

Pekar Restaurant Leipzig © Pieter-Pan Rupprecht

Die vielleicht beste Pizza Leipzigs gibt es im „Pekar“. Die Zutaten für den Belag kommen aus dem „Annalinde-Garten“ nebenan, einem der erfolgreichsten Urban-Gardening-Projekte in Deutschland. „Pekar“-Gründer Jakob Ottilinger hat ihn mit etabliert. Mal Auberginen, mal Kürbis, immer Kräuter und manchmal Tomaten – die Auswahl wechselt nach Saison.

Odermannstr. 11
www.instagram.com/pekarleipzig

Cliffs Brauwerk

Cliffs Brauwerk Leipzig © Pieter-Pan Rupprecht

Cliff Schönemann braut in seiner Freizeit hier im Souterrain Bier. Die Sorten wechseln, für den Sommer 2021 etwa hat er die zehnte Pils-Variante abgefüllt. Was dabei herauskommt, hat immer eine fantastische Qualität. Und er macht kein Bohei darum, serviert sein Indian Pale Ale nicht in Spezialgläsern, sondern schenkt es einfach aus. „Ich muss hier keine Nadelgehölze riechen und keine Beeren, ich trinke einfach gerne gutes Bier”, sagt er.

Leibnitzstr. 17
www.cliffs-brauwerk-leipzig.de

Renkli: Fatihs feine Weinbar

Renkli Weinbar © Pieter-Pan Rupprecht

Ende 2016 hat Fatih Demirbas seine Weinbar eröffnet, nicht viel später war sein Lokal schon weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Den Wein servieren die Jungs aus dünnwandigen Gläsern des Schweizer Herstellers Gabriel, die Essenskarte ist sehr reduziert: bisschen Käse, bisschen Brot, Chili, Bolognese. Angenehm unprätentiös. Das Tatar schneidet der Chef selbst: aus Rinderhüfte von Leipzigs Premium-Metzger „Materne”. 

Gut ist die zentrale Lage: zum Zentrum mit der Thomaskirche ist es ein knapper Kilometer (LINK: Sehensw. Leipzig).

Karl-Liebknecht-Str. 2
www.facebook.com/renkli.weinundangst

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