Kultursommer in Deutschland: Diese 11 Events und Ausstellungen lohnen sich

Holzklotz-Kunst in Berlin, Dackel-Verehrung in Bremen, Musik und Open-Air-Installationen in Hamburg: Merian stellt elf Events und Ausstellungen vor, die einen Besuch wert sind
Text Antonia Aust
Datum27.05.2026

Mit den ersten Festivals und Open-Air-Konzerten beginnt für viele der Sommer erst richtig. Kunst und Kultur, gepaart mit guten Gesprächen, eisgekühlten Getränken und neuen Perspektiven – auch wer im Sommer nicht verreist, findet viele tolle Events und Ausstellungen in der Nähe, die den Horizont erweitern. Etwa einen überdimensionalen Holzklötzchen-Spielplatz in Berlin, bunte Blockfarben in Münster oder einen Hunde-Spaziergang durch die Kunstgeschichte. 

Musik, Theater, Literatur und Kunst: Merian stellt elf Kultur-Highlights in diesem Sommer und Herbst in Deutschland vor.

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„Dieter Sieger – Inspiration Memphis“ in der Galerie NORD14, Münster

Werk # 81 vom Münsteraner Architekten und Künstler Dieter Sieger.

Dieter Sieger hat Bäder, Schiffe, Häuser und Alltagsobjekte entworfen – nun zeigt die Galerie NORD14 den Münsteraner Gestalter als Künstler, der sich über reine Funktionalität hinwegsetzt. In „Inspiration Memphis“ treten neue Plastiken, Malerei und Wandarbeiten Siegers in einen Dialog mit Werken der Memphis-Bewegung, deren Umgang mit Farbe, Muster und Form das Design der Achtziger Jahre prägte. So entsteht eine Ausstellung zwischen Designgeschichte und Gegenwartskunst, in der Farben, Linien und Flächen das architektonische Werk und die verspielte Strenge Dieter Siegers in Zusammenhang bringen.

Bis 15. August 2026; mehr Infos unter nord14.com

2

„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ im Städel Museum Frankfurt

Zu sehen im Städel Museum, Frankfurt: Claude Monets „Étretat. Die Felsnadel und das Felsentor von Aval“, 1885. Öl auf Leinwand, 65,1 x 81,3 cm, Clark Art Institute, Williamstown, acquired by Sterling und Francine Clark, 1933.

Die Steilküste von Étretat ist kein stilles Motiv: Licht, Wind und Meer verändern sie ständig. Im 19. Jahrhundert wurde dieser Ort für Künstler zu einem Prüfstein des Sehens: Wer hier malte, musste sich auf Bewegung, Wandel und Wiederholung einlassen. Die Ausstellung im Städel Museum folgt der künstlerischen Annäherung an Étretat, von frühen Landschaftsbildern bis zu Claude Monets Serien, in denen die Malerei beginnt, Zeit und Veränderung mitzudenken. Neben Monet versammelt die Ausstellung unterschiedliche künstlerische Antworten auf denselben Ort und zeigt, wie aus einer Landschaft ein Bild und aus einem Bild ein Mythos wurde.

Bis 5. Juli 2026; mehr Infos unter staedelmuseum.de

3

„Lina Lapelytė: We Make Years Out of Hours“ im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin

Das Museum Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin-Moabit

In der historischen Halle des Hamburger Bahnhofs entstehen immer wieder großformatige, interaktive Installationen voller Leben. Für die zweite CHANEL Commission verwandelt die litauische Künstlerin Lina Lapelytė den Raum in eine partizipative Choreografie. Ihr Werkzeug: 400.000 Holzklötze in den Händen Tausender Besucher, die zu einem Klangteppich aus gesungenen Gedichten immer neue Landschaften und Skulpturen schaffen. So wird das Individuum zum Teil eines großen Ganzen und ein Kunstwerk zum Ort von Begegnung und Bewegung. „We Make Years Out of Hours“ betont passend zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhofs den gemeinschaftlichen Charakter, den Kunst entfalten kann. Auch im digitalen Raum: Die Ausstellung ist ein Social-Media-Liebling.

Bis 10. Januar 2027; mehr Infos unter smb.museum 

4

Sommerfestival der Kammermusik-Gemeinde in den Herrenhäuser Gärten, Hannover

Eine der schönsten Barock-Anlagen in Deutschland: der Große Garten der Herrenhäuser Gärten in Hannover.

Bridgerton-Vibes in Hannover: Zwischen barocker Gartenkunst und sommerlicher Orangerie bringt Hannover die Kammermusik zum Strahlen. Das Sommerfestival der Kammermusik-Gemeinde beschließt die Nahklang-Saison mit vier Konzerten junger, preisgekrönter Ensembles: Avin Trio, Confringo Quartett, Jasper Trio und Amelio Trio bringen Beethoven, Schumann, Dvořák und zeitgenössische Werke nach Herrenhausen. Dazu kommen Gespräche mit den Musikerinnen und Musikern, Führungen durch den Großen Garten und eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Kammermusik. 

27. und 28. Juni 2026; mehr Infos unter herrenhaeuser-gaerten.hannover.de

5

MS Dockville in Hamburg

Entspanntes Festival am Elbufer: Musik und Kunst beim MS Dockville in Hamburg

Beim MS Dockville wird Hamburg-Wilhelmsburg für ein Wochenende zum eigenen kleinen Kosmos aus Bühnen, Installationen und Gemeinschaft. In zentraler Elbkulisse treffen Indie, Pop, Rap und elektronische Musik auf Kunstprojekte, Workshops und Lesungen. 2026 gehören unter anderem Tom Odell, Berq, Noga Erez und Von Wegen Lisbeth zum Line-up. Insgesamt werden über 100 Acts auf zehn Bühnen spielen, auf dem Gelände sind außerdem über 50 Installationen, Murals und andere Kunstwerke verteilt. Die 19. Ausgabe dieses mittlerweile Traditionsfestivals in Hamburg verspricht Kultur satt.

14. und 15. August 2026; mehr Infos unter msdockville.de

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Filmnächte am Elbufer, Dresden

Public-Dirty-Dancing gab es 2025 bei den Filmnächten am Elbufer vor Dresdens traumhafter Kulisse

Dresden kann große Kulissen. Vor allem am Elbufer und in der Dresdner Altstadt zeigt die Stadt ihre ganze Pracht. Besonders schön in Szene gesetzt wird Dresden im Sommer, wenn die Filmnächte am Elbufer Kino, Konzert und Stadtpanorama zu einem der schönsten Open-Air-Erlebnisse verbinden. Vor der Kulisse von Frauenkirche, Semperoper und Brühlscher Terrasse laufen Filme unter freiem Himmel, dazwischen stehen große Konzertabende auf dem Programm, etwa Nick Cave & The Bad Seeds, Mark Forster, Paul Kalkbrenner, Dominik Eulberg und – natürlich – Roland Kaiser. 

25. Juni bis 30. August 2026; mehr Infos unter filmnaechte.de

7

NordArt in Büdelsdorf

Teil der NordArt 2025: die Installation: „Tower of Sound“ von Yin Xiuzhen (China), hinten: „Halo“ von Yang Song (China)

Zwischen Backstein, Stahl und weiten Hallen entfaltet die NordArt ihre besondere Wirkung: Jeden Sommer wird die historische Eisengießerei Carlshütte im Schleswig-Holsteinischen Büdelsdorf zu einem Erlebnis der Gegenwartskunst. Rund 200 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bespielen Hallen, Park und Außengelände mit Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation und Videoarbeiten. Dass Kunst nicht im luftleeren Raum existiert, sondern immer im Austausch mit ihrer Umgebung steht, wird durch die industrielle Kulisse der Carlshütte verdeutlicht.

6. Juni bis 4. Oktober 2026; mehr Infos unter nordart.de

8

Kunstfest Weimar

Die Tanzproduktion „Maldonne“ der französischen Choreografin Leïla Ka ist Teil des Kunstfests Weimar.

Weimar steht vor allem für die Klassik, doch beim Kunstfest richtet sich der Blick entschieden auf die Gegenwart. Zweieinhalb Wochen lang werden Theater, Tanz, Performance, Musik, Literatur, Diskurs und Bildende Kunst in der Stadt verteilt – in Häusern, Kirchen, Galerien und auf Bühnen. Das Festival, seit 2025 unter der künstlerischen Leitung von Katharina Germo und Juliane Hahn, gilt als größtes Festival für zeitgenössische Künste in Thüringen. Ein besonderes Highlight verspricht das Konzert der Jungen Deutschen Philharmonie.

21. August bis 6. September 2026; mehr Infos unter kunstfest-weimar.de

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Die Blaue-Reiter-Sammlung und „Paul Klee: Der Poet des Blauen Reiter“ im Schlossmuseum Murnau

Blick in die Sammlung „Der Blaue Reiter“ der KK Stiftung Murnau im Schlussmuseum Murnau.

Murnau im Bayerischen Alpenvorland ist einer der einflussreichsten Orte der Moderne: Hier verbanden sich Farbe, Landschaft und künstlerischer Aufbruch zum Künstlerkollektiv „Der Blaue Reiter“. Das Schlossmuseum Murnau stellt Paul Klee nun in diesen Zusammenhang und zeigt, wie eng sein Werk mit den Ideen von Kandinsky, Marc, Macke, Münter und Delaunay verbunden war – und wie eigenständig er zugleich blieb. Die Ausstellung folgt Klee vom frühen Aquarell bis zu späteren Arbeiten und will sichtbar machen, was ihn zum Poeten unter den Avantgardisten machte. Die Blaue-Reiter-Sammlung der KK-Stiftung Murnau ist auch sonst einen Besuch wert.

Bis 26. November 2028; mehr Infos unter: schlossmuseum-murnau.de

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„Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen

Teil der Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen: Kilian Schönbergers Foto aus dem Nationalpark Bayerischer Wald

Sehnsuchtsort, Lebensraum, Mythos – und gefährdetes System. Im Gasometer Oberhausen wird der Wald in diesem Jahr zum großen Star: mit eindrucksvollen Fotografien, Filmsequenzen, Klang- und Lichtinstallationen und einem monumentalen Baum aus Licht im Zentrum der Schau. „Mythos Wald“ führt durch Wälder verschiedener Klimazonen, erzählt von Biodiversität und indigenen Kulturen, aber auch von Abholzung, Zerstörung und der Frage, was bleibt, wenn der Mensch zu tief in die Natur eingreift.

Bis 30. Dezember 2026; mehr Infos unter gasometer.de

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„Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ in der Kunsthalle Bremen

Eins der Werke in der Ausstellung „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ in der Kunsthalle Bremen: „Schlafender Dackel“ von Max Liebermann, 1915, Lentos Kunstmuseum Linz

Alles für den Dackel! In Bremen bekommt der wohl charismatischste Hund seinen großen Auftritt. Die Kunsthalle Bremen widmet ihm eine Ausstellung und zeigt seinen Werdegang vom Jagdhund bis zur Kultfigur. Mit dabei sind Wackeldackel und Olympia-Maskottchen Waldi ebenso wie die Dackel von Picasso, Warhol und Hockney. Rund 120 historische und aktuelle Werke, darunter Malereien, Zeichnungen, Fotografien, Videos, Installationen und Designobjekte zeigen den Hund als Charakter: ein bisschen komisch, ein bisschen stolz, immer unverwechselbar.

31. Oktober bis 28. März 2027; mehr Infos unter kunsthalle-bremen.de