Nürnberg © Pixabay
Sehenswürdigkeiten

Kunst, Kultur und Kulinarik in Nürnberg

Eine malerische Burg, historisches Fachwerk und berühmte Spezialitäten: In Nürnberg ist Tradition erlebbar. Zwischen den Spuren der Vergangenheit finden sich moderne Akzepte in Hotels, Museen und Gastronomien. Entdecken Sie die Highlights der fränkischen Stadt.

Text Jonas Morgenthaler

Duftende Bratwürste und weihnachtliche Lebkuchentaler: In Nürnberg finden einige berühmte Spezialitäten ihren Ursprung. Doch nicht nur kulinarisch ist die fränkische Großstadt eine Reise wert. Auch die Kunst spielt hier eine bedeutende Rolle. Beeindruckende, mittelalterliche Werke sind in den Kirchen ausgestellt. Modernes und Design finden Besucher:innen im Neuen Museum des Freistaats Bayern. Besonders ist hier auch die Erscheinung des Gebäudes. Weitere Architektur-Highlights sowie die bauliche Geschichte der Stadt können Sie auf einem der thematischen Stadtrundgänge durch Nürnberg erleben.

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Kaiserburg

Franken Nürnberg © Georg Knoll

Die in der Stauferzeit errichtete Kaiserburg ist das Wahrzeichen Nürnbergs. Ausstellungen informieren über das Alte Reich und die Geschichte des Baus. Auch Waffen und Rüstungen sind ausgestellt. Die beste Aussicht bietet der Sinwellturm, in dem Wanderfalken brüten. Von April bis Oktober ist am Sonntag- und Montagnachmittag auch der Garten geöffnet, den Maria Sibylla Merian für ihre Studien nutzte – ein ruhiger Ort voller Pflanzen, die sich in den Büchern der Forscherin finden. Bestens entspannen kann man danach in oder vor der beliebten Café-Bar Wanderer, die viele fränkische Biere im Angebot hat.

2

Neues Museum

Nürnberg Neues Museum © Neues Museum Nürnberg/Anette Kradisch

Kunst und Design von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart zeigt das Neue Museum des Freistaats Bayern – und dieses Spektrum ergibt eine besondere Mischung. Viel Ausstellungsraum dafür bietet ein Bau mit schwungvoller Wendeltreppe und breiter Glasfassade. Die Sammlung wird immer wieder neu und durch andere Werke präsentiert. Höhepunkt ist der Richtersaal, in dem Gemälde von Gerhard Richter gezeigt werden.

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Sebalduskirche und Lorenzkirche

Nürnberg © Pixabay

Nürnbergs Kirchen sind voller Kunstschätze. Im spätgotischen Hallenchor der Sebalduskirche etwa steht das detailreiche Sebaldusgrab aus dem 16. Jahrhundert, ein aus Messing gegossenes Meisterwerk, das von zwölf Schnecken und vier Delfinen getragen wird. Besonders viel mittelalterliche Kunst ist in der hochgotischen Lorenzkirche erhalten geblieben. Hier strahlt das Licht durch etliche originale Bleiglasfenster auf Altäre, Figuren und Schnitzereien. Besonders beeindruckend ist das 1493-1496 geschaffene, etwa 20 Meter hohe Sakramentshaus des Steinmetzes Adam Kraft, der sich auch selbst am Fuß des figurenreichen Turms verewigt hat.

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Nürnberger Bratwurst

Kulinarischer Platzhirsch sind die berühmten Nürnberger Bratwürste. Die kurzen Würste aus Schweinefleisch werden traditionell über Buchenholz gegrillt. Die geschützte Herkunftsangabe gibt vor, dass sie in Nürnberg hergestellt werden müssen. Fleischherkunft und Tierhaltung sind hingegen leider bisher nicht geregelt. Als „Drei im Weggla“ werden sie in einem Brötchen zum Mit nehmen verkauft, etwa im Bratwursthäusle oder im riesigen Bratwurst Röslein. Am Trödelmarkt sind der Wurst sogar eine Gasse und ein Museum gewidmet.

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Nürnberger Lebkuchen

Nürnberg Lebkuchen © Pixabay

Ebenfalls geografisch geschützt sind die Nürnberger Lebkuchen. Sie müssen aus der Stadt kommen, in welcher der Beruf Lebküchner schon 1395 erstmals erwähnt wurde. Verkauft werden sie das ganze Jahr, handgemacht und besonders schmackhaft sind die von Düll und Dornauers. Die Lebküchnerei hat einen Laden im skurrilen Handwerkerhof, einer urig-mittelalterlichen Szenerie, die 1971 zum 500. Geburtstag von Dürer errichtet wurde. 

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Restaurant „Globo“

Franken Nürnberg © Georg Lengler

Das Restaurant „Globoist ideal für einen entspannten Abend in lockerer Atmosphäre: Es liegt zentral und doch abseits des Altstadtrummels. Das junge Team überzeugt mit internationaler Wohlfühlküche aus regionalen Zutaten, etwa gebratene Blutwurst mit Kräuterseitling.

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Albrecht-Dürer-Haus

Schon seit 1828 dient das Fachwerkhaus, in dem Albrecht Dürer von 1509 bis zu seinem Tod 1528 gelebt und gearbeitet hat, als Gedenkstätte für den großen Künstler. Heute erfährt man im Albrecht-Dürer-Haus viel über dessen Leben und Werk und bekommt Originalgrafiken und historische Kopien seiner Hauptwerke zu sehen.

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Szeneviertel Gostenhof

Dafür dass es „GoHo“ genannt wird, ist es in Gostenhof dann doch recht ruhig. Aber es macht Spaß, durch das weitläufige Szeneviertel südwestlich der Altstadt zu schlendern, mit Halt im Biergarten des Palais Schaumburg, in der Weinbar „achtzehn97“ oder im „Laden 14,80 bei Vintage-Leuchten und LPs. Weitere Tipps findet man im kostenlosen Guide inGoHo.

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Hotel „Karl August“

Franken Nürnberg Hotel © PR

Das 2021 eröffnete „Hotel Karl August“ gehört zum brandneuen Augustinerhof, Ergebnis eines Bebauungsprojekts in bester Lage, das sich über Jahrzehnte hinzog – inklusive Insolvenz, Kontroversen und eines abgelehnten Entwurfs von Stararchitekt Helmut Jahn. Das realisierte Ergebnis sehen manche noch skeptisch, aber es füllt sich mit Leben – auch wegen des Hotels, das sich durch eine offene Lobby, eine Brasserie und ein Café zur Stadt öffnet. In den Zimmern trifft Sichtbeton auf dunkles Holz und halboffen gestaltete Bäder. Highlights sind der Pool unter dem Dach und das an den Tischen servierte Frühstück – beides mit Blick auf die Pegnitz.

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Architektur-Rundgänge

Nürnberg wurde im Zweiten Weltkrieg zu über 90 Prozent zerstört. Dem recht gelungenen Wiederaufbau ist es zu verdanken, dass die Altstadt heute wieder so atmosphärisch wirkt. So wurden historische Straßenverläufe beibehalten, und um rekonstruierte oder erhaltene Schmuckstücke wie das Nassauer Haus und das Fembo-Haus entstanden schlichte Gebäude mit angepasster Dachform und zurückhaltenden Fassaden. Rundgänge zu diesem Thema und vielen weiteren vermitteln der „Verein der Gästeführer Nürnbergs oder Nürnberg Tourismus

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Touren durch die Unterwelt

Viele Nürnberger Kunstschätze blieben erhalten, weil sie tief im Fels des Burgbergs vor den Bomben der Alliierten in Sicherheit gebracht wurden. Auf Führungen des Fördervereins Nürnberger Felsengänge durch diesen Historischen Kunstbunker wird die Rettungsaktion ganz anschaulich. Der Verein führt auch zu mittelalterlichen Lochgefängnissen oder in einen Atomschutzbunker. 

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