© Georg Knoll
Sehenswürdigkeiten

Freiburger Münster, viel Mittelalter und reiche Märkte

Das Freiburger Münster ist weltbekannt, ein Meisterwerk der Gotik. Aber die Stadt hat viel mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten: mittelalterliche Stadttore, prächtige Renaissancehäuser, schöne Märkte. Wir zeigen die Highlights einer Stadt voller Genuss- und Lebensfreude.

Zauberhaft: Freiburgs Münster

Weltweit wurde ihr Stil kopiert: Freiburgs Kathedrale ist ein Meisterwerk der Gotik. Ihr Turm war einst einer der höchsten der Welt und hat seinen Zauber bis heute behalten. Etwa 350 Jahre hat es gebraucht, bis das Freiburger Münster fertig war. Die Bauweise des durchbrochenen Maßwerkhelms, also der offenen Spitze des Turms, wurde in Freiburg erfunden.

Münsterplatz
www.freiburgermuenster.info

Hoch hinaus: Das Martinstor

Das Martinstor abreißen? Was aus heutiger Sicht undenkbar wäre, wurde Ende des 19. Jahrhunderts ernsthaft in Erwägung gezogen. Doch der damalige Oberbürgermeister Otto Winterer setzte sogar durch, es fast auf die dreifache Höhe aufzustocken: von 22 auf 63 Meter. Heute markiert das Martinstor den Beginn der Freiburger Shoppingmeile, die Kaiser-Joseph-Straße, und zählt zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt.

Tipp: Im Martinsgässle nebenan liegt einer der Eingänge zur Markthalle. Die nennen die Freiburger liebevoll ihr „Fressgässchen“. Der perfekte Ort, um sich durch internationale Gerichte und Getränke zu probieren. Was auch in Freiburgs Restaurants sehr gut geht.

Schwabentor und Bächle

© Georg Knoll

Nur zwei der fünf mittelalterlichen Stadttore sind erhalten: das Martinstor und das Schwabentpr. Gewidmet ist es den als geizig verschrienen Schwaben. Grund dafür ist eine Legende: Der zufolge wollte ein schwäbischer Salzhändler, der sich in Freiburg verguckt hatte, die ganze Stadt kaufen und hatte dafür fässerweise Geld im Gepäck. Als er das  jedoch stolz vorführen wollte, war in den Fässern nur Sand, weil seine sparsame Frau dafür gesorgt hatte, dass ihr Mann nicht zu viel Geld ausgab. 

Übrigens: Am Schwabentor beginnen die „Bächle“, ím Mittelalter angelegt, zum Schmutz fortspülen und als Viehtränke. Gespeist wird der beliebte Treffpunkt an der Kartäuserstraße aus der Dreisam. 

Insiderwissen: Achtung: Wer hineintritt, wird – so heißt es – einen  Freiburger oder eine Freiburgerin heiraten.

Platz der alten Synagoge

Pralles Leben und stilles Gedenken liegen auf dem Platz vor der Uni-Bibliothek dicht beieinander. Die Bibliothek mit der transparenten Stahl-Glas-Fassade steht da, wo die Synagoge der jüdischen Gemeinde bis zur Reichspogromnacht 1938 stand. Heute zeichnet eine Wasserfläche ihren Grundriss nach und erinnert an all jene, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.

Bertoldstraße 30

Überragend: Schlossberg Freiburg

© Gulliver Theis

Der Blick vom Schlossberg ist jede Mühe wert: er reicht weit über das Münster und die Dächer der Altstadt hinaus, lässt die Ausläufer des Schwarzwalds mit ihren lohnenden Ausflugszielen erkennen, zeigt das Rheintal und bei klarer Sicht die Vogesen. 

Zugegeben, diese Aussicht muss man sich durch einen knackigen Aufstieg verdienen. Aber die Mühe wird belohnt. Alternativ kann man die Schlossbergbahn im Stadtgarten nehmen. Oben steht der 35 Meter hohe Schlossbergturm. Nach 153 Stufen sind Aussicht und Stimmung knapp 200 Meter über der Stadt vor allem eines: überragend.

Reich verziert: Das Rathaus

Seit 1901 nutzte die Stadtverwaltung die zwei miteinander verbundenen Renaissance-Gebäude, die zuvor jahrhundertelang der Universität gehörten. Außen zieren Steinfiguren die Fassade, innen Holzschnitzereien und Stuckornamente die Wände und Decken. Rechts neben dem neuen steht das rote Alte Rathaus von 1559, in dem sich auch die Touristeninformation befindet.

Rathausplatz 2-4
www.visit.freiburg.de

Historisches Kaufhaus

Eine leuchtend rote Fassade, geschmückte Erkertürme mit bunten Ziegeldächern und vergoldete Statuen: Das Historische Kaufhaus am Münsterplatz zieht alle Blicke auf sich. Und das war so gewollt, ist es doch Symbol der wirtschaftlichen Blüte Freiburgs. Das Renaissancegebäude wurde um 1525 als städtische Marktverwaltung gebaut. Noch heute erkennt man im Innern den mächtigen Balken, an dem einst die Stadtwaage hing. 

Tipp: Im Arkadengang baut ein Antiquar montags bis samstags meist ab 12 Uhr seine Büchertische auf.

Münsterplatz 24

Leckeres vom Münstermarkt Freiburg

Von Montag bis Samstag verkaufen lokale Produzenten hier ihre Spezialitäten. Unsere Tipps:

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