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Hotel
Grand Hotel Timeo, A Belmond Hotel
Via Teatro Greco 59, 98039 Taormina, IT
Auf dem Weg von der Rezeption zu dieser unwirklich schönen Terrasse steht ein Gemälde auf einer Staffelei. Grüne Hügel, Ruinen, Rundbögen lenken den Blick auf eine Bucht. Dahinter raucht der schneebedeckte Ätna. Seit über 150 Jahren zieht diese Szene Tagträumerinnen und Genusssüchtige an. Anders gesagt: Das im 19. Jahrhundert entstandene Gemälde ist ein gelungener PR-Coup. Die Geschichte beginnt 1850, als Don Francesco La Floresta unterhalb von Taorminas antikem Theater ein Haus für sich und seine Familie baut, später erweitert und 1873 das erste Hotel seines Heimatorts daraus macht. Künstler aus aller Welt kommen, darunter Professor Biermann von der Königlichen Akademie Berlin. Dessen Darstellungen des Teatro Greco sieht sein Schüler Otto Geleng, woraufhin auch der die Koffer packt. Seine in Taormina entstandenen Aquarelle zeigt Geleng in Paris – und erntet Spott. Wie lächerlich blau das Ionische Meer! Geleng bittet seine Kritiker nach Sizilien, der Deal: Sollten sie seine Bilder dann weiter als Kitsch brandmarken, käme er für die Kosten auf. Im Fall des Gegenteils müssten sie seine Arbeiten kaufen und Taormina bekannt machen. Sie kamen, sie sahen, Geleng siegte – und löste einen nachhaltigen Hype aus. Wer fläzte sich nicht schon alles in den Korbsesseln der Terrasse! Volle zwei Jahre blieb Truman Capote für die Arbeit an „Breakfast at Tiffany’s“. Audrey Hepburn feierte hier eine Auszeichnung des gleichnamigen Films und D. H. Lawrence schrieb „Lady Chatterley’s Lover“. Als Inspiration diente Florence Trevelyan, eine englische Aristokratin, deren grüner Daumen dem Hotel bis heute zugutekommt – sie legte den terrassierten Garten an. Beim G7-Gipfel 2017 war Donald Trump derart von den hausgemachten Tortelli begeistert, dass er den Koch in die USA einfliegen ließ. Roberto Toro heißt der Künstler am Herd des Restaurants Otto Geleng mit nur acht Tischen. Bis 2028 wird das zur Belmond Gruppe gehörende Hotel renoviert. Zur Schönheitskur gehört der Bau eines großzügigen Spas. Unberührt soll der Garten bleiben, in dem man herrlich verloren gehen kann. Orientierung geben bemalte Mauern: „Colouring the World“ heißt die Arbeit des Kameruner Künstlers Pascale Marthine Tayou. Kunst spielt noch immer eine Rolle im Timeo. Wie könnte sie nicht nach Otto Gelengs gutem Werk.