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Hotel
Grand Hôtel Stockholm
Södra Blasieholmshamnen 8, 103 27 Stockholm, DE
Kaum vorstellbar, dass die beiden Braunbären wirklich hier herumtollten, im Foyer des Grand Hôtel an Stockholms Uferpromenade. Sie waren das Geschenk eines russischen Diplomaten an jenen Mann, dessen Porträt im Foyer hängt: Régis Cadier. Der Franzose führte zuvor die Küche im Königspalast, doch als der Seehandel in Stockholm aufblühte, erkannte er, was den betuchten Kaufleuten fehlte: ein Luxushotel von Weltformat. 1874 wurde es eröffnet. „Dieses Haus ist ikonisch in vielerlei Hinsicht“, sagt CEO Pia Djupmark. Vor Renovierungen frage sie sich oft: „Was würde Régis Cadier tun?“ Vielleicht würde er manchmal in der nach ihm benannten Bar mit dunkel vertäfelten Wänden und Ranken aus Stuck auftauchen. Sie ist von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts geöffnet, „das Herz des Hotels“, sagt Djupmark. Jeder, der mal beruflich in Stockholm war, kenne sie. Im Foyer hängt ein weiteres Porträt, es zeigt Wilhelmina Skogh. Angestellte des Hauses grüßten sie im Vorbeigehen, heißt es. Skogh war von 1902 bis 1910 die Direktorin des Hotels – in einer Zeit, als Schweden noch nicht einmal das allgemeine Frauenwahlrecht hatte. Skogh änderte vieles: Sie eröffnete Restaurants, deren Außentüren das Hotel zugänglicher machten als das imposante Hauptportal. Sie ließ zwischen den Gästen die Bettwäsche wechseln, damals ein Novum. Und sie legte den Wintergarten im einstigen königlichen Pferdestall an, inklusive Springbrunnen, Pflanzen, Schmetterlingen. In den 30er-Jahren wurde daraus Stockholms angesagtester Jazzclub. Bei Feiern saß Skogh auf einem kleinen Balkon und beobachtete, ob alles nach ihren Vorstellungen lief. Etwa bei den Galadiners der Nobelpreisträger, die bis in die 1920er im Hotel stattfanden. Noch heute wohnen alle Preisträger mit ihren Familien eine Woche hier. Eine Institution bleibt der britische Afternoon Tea in der Cadier Bar mit Scones und Sandwiches auf Etageren, für den man Monate vorab einen Tisch reservieren muss. Ausgebucht sind oft auch die Restaurants von Starkoch Mathias Dahlgren: das Matbaren und das Seafood Gastro, ausgezeichnet mit einem Michelin- Stern. Und was im Hauptrestaurant Veranda als Smörgåsbord aufgetischt wird, dürfte sämtliche Verächter von Hotelbuffets umstimmen – sofern sie Fisch und Meeresfrüchte lieben.