Zurück zur Übersicht
Hotel
Bürgenstock Resort Lake Lucerne
6363 Obbürgen, CH
Der Bürgenstock und sein Resort sind eine Welt für sich – hoch über dem Vierwaldstätter See, mit eigener Standseilbahn, bewegter Geschichte und Gästen, die manchmal schlicht nicht wieder abreisen
Splash Hour im Infinitypool: Durchtrainierte Beaus und Bikini-Schönheiten fotografieren sich mit Vierwaldstätter See und den glitzernden Lichtern Luzerns im Hintergund. Würden Audrey Hepburn oder Sophia Loren hier posieren? Wohl kaum. Die Kinogöttinnen der 50er- und 60er-Jahre zogen Diskretion vor, hatten ihre eigene Villa auf dem Bürgenstock. Gegründet wurde das Hotel von zwei Unternehmern, die früh die einmalige Lage erkannten. Am 8. Juni 1873 luden Josef Durrer und Franz Josef Bucher-Durrer zur Eröffnung, die Gäste reisten per Kutsche an. 15 Jahre später spendierten die beiden Schwager dem Hotel die erste elektrische Standseilbahn der Schweiz. Mit deren Nachfolgerin kommt man heute oben in einem verspiegelten Riegel aus hellem Muschelkalk an. 2007 übernahm der katarische Staatsfonds den Bürgenstock, ließ das Park-Hotel abreißen und ebendiesen Riegel, The Contemporary, auf den Felssockel setzen. Das Ergebnis mag Nostalgikern nicht gefallen, ist aber beeindruckend. Um das hypermoderne Haupthaus verteilen sich historische Hotels, Villen, Suiten und Restaurants. Zwölf Gebäude sind denkmalgeschützt. Bei Inversionslage sitzen die internationalen Gäste in der Sonne über dem Nebelmeer. Entrückter kann ein Luxushotel kaum sein. Und doch ist der Bürgenstock heute weit weniger abgeschottet als früher. Tagesgäste können in allen Restaurants mit ihren sieben Landesküchen speisen oder sich durch die drei Etagen des Spa saunieren und baden. Selbst am ikonischen Pool in Nierenform – eine Idee von Fritz Frey, dessen Vater den Bürgenstock 1925 kaufte – fläzen sich Auswärtige mit grünem Gästearmband. Einst war dieser Pool nur Mitgliedern des Bürgenstock Clubs zugänglich. Schwarz-Weiß-Bilder zeigen Audrey Hepburn an der Seite von Mel Ferrer, den sie 1954 in der Bürgenstock-Kapelle heiratete, und Sophia Loren im Golfclub – nun die Osteria Alpina. Seit 2017 leitet Mike Wehrle die Restaurants und Bars des Resorts. Was auf keiner Getränkekarte auftaucht: der „Château Palace“, der Hauswein aus Solarisreben, die unterhalb der Hotels wachsen. Die bis zu 250 Flaschen pro Jahr werden nur zu besonderen Anlässen an Gäste verschenkt. Vielleicht an jene, die das ganze Jahr hier leben. Zum Spa gelangen sie heute durch einen Tunnel. Das könnte den beiden Hausdiven gefallen.