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Hôtel de Paris
rue du Palais des Guilhelm 3, 34000 Montecarlo, MC
Ohne Frage ist dies eines der schönsten Häuser an der Côte d’Azur – und doch ein Luxushotel, wie es einige gibt auf der Welt. Wirklich einmalig ist das, was sich Tag für Tag vor dem gewaltigen Portal ereignet, auf der Place du Casino von Monaco, einer goldenen Meile, auf der es rund um die Uhr blitzt und blinkt und röhrt. Das Getöse ist groß, wenn vor dem Casino Dutzende Boliden auffahren, Ferrari, Lamborghini, Maserati. Nachdem Fahrer und Begleitung sich ins Hôtel de Paris begeben haben, beginnt der nächste Akt des Schauspiels: Die Menschen auf dem Platz posieren vor den Auto-Raritäten. Das alles hier, Hotel, Casino, Restaurant, gehört zur Société des Bains de Mer. Klingt wie ein kleiner Seebad-Betrieb, ist aber der größte Arbeitgeber im Fürstentum mit fast 770 Millionen Euro Umsatz. Kaum vorstellbar, dass das prächtige Hotel aus der Not geboren wurde: Nach ihrer Gründung 1854 war Monte Carlos Spielbank wenig erfolgreich. Nachdem das Glücksspiel in Deutschland und Frankreich verboten wurde, führte der Mathematiker François Blanc, der das Roulettespiel modernisiert hatte, Monacos Casino in seine Glanzzeiten. Die Spieler brauchten Übernachtungsmöglichkeiten. Und sie kamen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg brachen die Umsätze ein, und ein schillernder Reeder sah seine Chance. Doch das Fürstentum wollte Aristoteles Onassis im Land keine Geschäfte machen lassen. Der Grieche erwarb über Mittelsmänner dennoch die Mehrheit an Casino und Hotels. Fürst Rainier führte Kapitalerhöhungen ein, drohte mit Verstaatlichung, bis Onassis 1966 aufgab und seine Anteile verkaufte. Seitdem herrscht das Fürstentum selbst über das Casino, das um die fünf Prozent des monegassischen Staatshaushalts ausmacht. Die Grimaldis, Herrscher über Monaco, haben ihr Reich zu einer Tourismusdestination entwickelt. Und in der gilt das Hôtel de Paris auch kulinarisch als Fixstern: Oberirdisch mit Alain Ducasse und seinem Drei-Sterne-Restaurant Le Louis XV, unterirdisch mit den tief in den Fels gehauenen Weinkellern, in denen bis zu 500.000 Flaschen lagern sollen. Vor wenigen Jahren wurde das Hôtel de Paris kernsaniert. Die Randbemerkung, dass Winston Churchill hier 1962 über einen Teppichhuckel stürzte, wird in diesem Zusammenhang aber immer noch fallen gelassen.