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Hotel
Villa Feltrinelli
Via Rimembranza 38-40, IT-25084 Gargnano, IT
Schließt sich das schwere Tor hinter den Gästen, sind sie umgeben vom größten Luxus unserer Zeit: Ruhe. Nur im Sommer wird diese an der Villa Feltrinelli doch mal unterbrochen: wenn Gäste per Helikopter einfliegen. Der landet auf dem feinen Rasen des Krocket- Platzes. „Die Engländer spielen nach strengen Regeln, die Italiener ohne“, sagt Hoteldirektor Markus Odermatt mit einem Augenzwinkern. Das Hotel ist das Lebenswerk des Schweizers: 21 Zimmer, dazu das Bootshaus, maximal 40 Gäste zur selben Zeit – um die sich 90 Mitarbeiter kümmern. Gebaut wurde die Villa 1892 für die Papier- und Verlegerdynastie Feltrinelli. Vater Carlo starb früh, Sohn Giangiacomo wurde der bedeutendste Verleger Italiens. Doch er fremdelte mit seiner reichen Herkunft. Für zwei Jahre musste die Familie ihre Residenz verlassen, weil Benito Mussolini einzog. Nach dem Krieg kehrten die Feltrinellis zurück, die deutsche Fotografin Inge Schönthal wurde zu Signora Feltrinelli. Berühmt sind ihre Aufnahmen von Greta Garbo, Ernest Hemingway und Fidel Castro. Die Ehe hielt nicht lange, Giangiacomo radikalisierte sich im Kampf gegen den Kapitalismus. 1972 starb er unter ungeklärten Umständen. Ein Baulöwe erwarb die Villa, verkaufte sie an Robert H. Burns, den Gründer der Regent-Kette, dem sie als Alterssitz doch zu groß war. So kam Hotelier Markus Odermatt ins Spiel: „Am Gardasee gab es nie große Villen, weil es den reichen Mailändern zu beschwerlich war bis hierhin. Deswegen ist unser Haus etwas ganz Besonderes.“ Die beliebteste Aktivität der Gäste ist das Bad im See, auf halbem Weg zwischen Limone und Saló ist sein Wasser glasklar. Einige Stammgäste kämen mehrmals im Jahr. „Sie lassen ihre Kleidung hier, manchen stellen wir eigene Fotos und Bilder ins Zimmer, damit sie sich wie zu Hause fühlen. Ich habe ein Lager angemietet für die Sachen der Gäste.“ Zwar ist die Villa nur von April bis Oktober geöffnet, bezahlt werden die Angestellten aber das ganze Jahr. Viele arbeiten schon 20 Jahre hier. „Das schafft das persönliche Erlebnis, das wir uns wünschen“, sagt der Direktor. Carlo Feltrinelli, geboren 1962 und Sohn von Giangiacomo und Inge, litt lange, weil seine Familie die Villa hergegeben hatte. Er erstand am selben Ufer ein anderes Haus, ließ riesige Zypressen pflanzen, damit er den roten Palazzo nicht immer vor Augen hat.