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Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden
Taschenberg 3, 01067 Dresden, DE
Erst war es ein Baustein im Dresdner Machtgefüge, dann eine Ruine. Nun hat sich das Taschenbergpalais einmal mehr neu erfunden: mit viel Stil, Humor und Herzblut Was sie wohl dazu sagen würde, dass ihr Haus heute ein Wohnzimmer der Dresdner ist? Wobei: Salon trifft es besser. Immerhin führt ein roter Teppich ins Stadtpalais, das schon so viele unterschiedliche Gesichter gezeigt hat. Und in dem ihres bis heute präsent ist: Anna Constantia Gräfin von Cosel, Star und Strippenzieherin im Dresden Augusts des Starken, der ihr auf dem Taschenberg diese Residenz neben sein Schloss bauen ließ. 320 Jahre ist das her, der Hügel nicht mehr wahrnehmbar, das Palais ein fester Bestandteil der Stadt. Die eierschalenfarbene Fassade ist denkmalgeschützt, aber hinter ihr wurde das Haus bis Anfang 2024 stark verändert – wieder einmal. „Wow, dachte ich, als ich durch die Baustelle ging. Da ist ja nicht mehr viel übrig“, sagt Marten Schwass, seit 13 Jahren Direktor des Kempinski Hotel Taschenbergpalais, das nach der Wende zum ersten Fünf-Sterne- Luxushotel der ehemaligen DDR wurde. 30 Jahre später wieder alles neu? „Es war ein schönes Haus, jetzt ist es noch schöner“, sagt der Chef. „Die Cosel“, wie sie in Dresden genannt wird, lebte in einer Zeit, in der sich hier der Barock breitmachte, in dem geschwelgt wurde. Allerdings ließ August der Starke sie irgendwann fallen. Und auch die Geschichte des Hauses ist nicht nur golden. Wie alle Pracht rundherum ging das Taschenbergpalais im Bombardement des Februar 1945 in Flammen auf. Übrig blieb die Fassade. Bäume schlugen dahinter im Schutt Wurzeln. Mit dem Aufbau von Augusts Schloss wurde in den 80er-Jahren begonnen, Anfang der 90er war das Palais der Cosel dran. „Geschichte neu erzählt“, unter diesem Motto gestaltete Interior-Designer Markus Hilzinger die aktuellste Renovierung von Lobby, Restaurants, 180 Zimmern und 31 Suiten. Direktor Schwass: „Als es um die Tapeten ging, habe ich gesagt: Wir können doch keine Blümchenmuster mit Vögelchen anbringen!“ Dann revidierte er seine Meinung. Die Tapeten, die Pastellfarben, die edle Verspieltheit funktioniert nämlich sehr gut. Vor den Fenstern setzt sich der optische Luxus fort – Zwinger, Semperoper, Augusts Schloss. Ein Gast wünschte sich für diese Aussicht Bogenfenster. Das Taschenbergpalais-Team macht gern alles möglich … Aber nein: Auch für die Cosel haben sich schließlich nicht alle Wünsche im Leben erfüllt. Und umgestaltet haben sie in diesem Haus erst mal genug.