Services
Kreditkartenzahlung
Bar
Spa
Hotel
The Fife Arms
Mar Rd, Braemar AB35 5YN, Braemar, GB
Ein Dorf mit 450 Einwohnern, vier Kirchen, zwei Pubs, einer Fish-&-Chips-Bude, Kunst- und Kruschtläden, einer exzellenten Patisserie. Dazu eine von Tribünen umgebene Rasenfläche, auf der jeden September die ältesten Highland Games des Landes stattfinden, in Anwesenheit mindestens eines Mitglieds der Königsfamilie. Ganz schön was los in Braemar! Schon 1864 notierte Queen Victoria in ihrem Tagebuch: „Nie sah das Tal von Braemar lieblicher aus.“ Viele Jahrzehnte später erging es Manuela und Iwan Wirth ähnlich. Ihr geschulter Blick fiel auf ein in seiner Verwahrlosung noch Ehrfurcht gebietendes Haus. Erbaut 1854, diente das Fife Arms (sein Name bezieht sich auf den Duke der Grafschaft Fife und den lokalen Begriff für eine Unterkunft) immer als Hotel, zuletzt allerdings ohne Gäste. Könnte man nicht …? Die Wirths konnten, querfinanziert durch ihre 1992 in Zürich gemeinsam mit Ursula Hauser, Manuelas Mutter, gegründete Galerie. Vier Jahre brauchten die neuen Inhaber, um dem Fife Arms wieder Leben einzuhauchen. Die Innenausstattung verantwortete das Londoner Russell Sage Studio. Die Wirths und ihre Mitarbeitenden stöberten derweil bei Auktionen und Haushaltsauflösungen. 2018 wurde eröffnet. Knarzendes Parkett, knackendes Brennholz, Samtsofas, Perserteppiche. Auch ein Labrador gehört zum Inventar. Moment mal, hängt da etwa ein echter Picasso? Ja – und ein weiterer im Nebenraum. 14.000 Positionen umfasst die hauseigene Sammlung: Militaria, Steine, jakobinisches Geschirr und chinesische Jadeblumen, Textilarbeiten von Louise Bourgeois, Hirschzeichnungen von Queen Victoria herself und Landschaftsaquarelle des amtierenden King Charles. Neben der Rezeption schaukelt ein mit Neonschrift und Glasgeweihen versehener Kronleuchter des US-Künstlers Richard Jackson. Auch die von Zhang Enli bemalte Kaminzimmerdecke ist exklusiv für diesen Ort entstanden. Jedes der 46 Zimmer ist einzigartig, jeweils schottischen Ereignissen oder Persönlichkeiten gewidmet. In jenem der Medizinerin Elsie Inglis zieren Röntgenbilder das rosarote Bad. Ein anderes erinnert daran, dass Lord Byron sich in Braemar von einer Scharlachinfektion erholte. Nur eine von vielen Geschichten, die dieses besondere Haus zu erzählen hat. Am besten, man setzt sich mit einem Whisky oder einem in Whiskyfässern gelagerten Tee an den Kamin und hört einfach zu.