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Vila Joya
Estrada da Galé, 8200-416 Albufeira, PT
Als Luxusresort war die Vila nicht gedacht, sondern als Ferienhaus der Münchner Klaus und Claudia Jung. Anfang der 1970er-Jahre träumten sie von geselligen Abendessen mit Freunden. Bald wuchs der Wunsch nach mehr und Claudia Jung baute ihre Vila Joya auf, bezeichnete sie schon mal als Zwillingsschwester ihrer Tochter. „Ich war wahnsinnig eifersüchtig auf dieses Haus“, sagt Joy heute. Ende der 90er-Jahre erkrankte Claudia Jung an Krebs und nahm ihrer Tochter das Versprechen ab, sich um das Haus zu kümmern: „Aber ich wollte kein Hotel leiten, sondern kreativ arbeiten.“ Joy ging zunächst auf Reisen, lernte im Schnelldurchlauf Hotellerie und Gastronomie kennen und wurde mit 26 Chefin der Vila. Sie hat die Künstlerin in sich nie aufgegeben, hat ein Atelier auf dem Gelände und immer kreative Ideen: „Ein Zweisternemenü auf einem Himmelbett am Strand. Unsere Kellner haben mich gehasst, weil sie treppauf, treppab rennen mussten. Aber die Gäste haben es geliebt.“ Auf maximal 30 Gäste kommen sagenhafte 140 Mitarbeiter. Die Zahl der Zimmer reduzierte Joy entgegen allen Warnungen von 22 auf 13, so wie ihre Mutter das Haus 1982 eröffnet hatte: „Es funktioniert, weil Ruhe und Exklusivität heute der wahre Luxus sind.“ Neben ihr hat die Vila einige gute Gastgeber. Monica Carrasqueiro zum Beispiel: „Viele Gäste kommen länger her, als ich hier arbeite. Es ist ein Zuhause am Ende Europas.“ Der Mann, der über die Kulinarik wacht, arbeitete Ende der 80er als Souschef im Wiener Plaza, als Claudia Jung anrief. „Sie wollte den Küchenchef sprechen, weil sie jemanden für ihr Hotel an der Algarve suchte“, erinnert sich Dieter Koschina. Er fackelte nicht lange: „Ich bin zwar nicht der Küchenchef, aber ich hab da Lust drauf.“ Zwei Wochen später war der Vertrag unterschrieben, fünf Jahre später holte Koschina den ersten Stern überhaupt in Portugal, noch mal fünf Jahre darauf den zweiten. Er und sein Executive Chef Stefan Langmann kreieren jeden Abend ein anderes Menü. „Früher blieben manche Gäste drei Wochen am Stück, da sorgen wir für Abwechslung“, sagt Koschina. Er selbst hatte nur für ein paar Jahre bleiben wollen, doch Claudia Jung nahm auch ihm ein Versprechen ab: dass er seine Zeit in der Vila Joya nicht enden lässt, solange ihre Tochter ihn brauchen würde.