Indian Summer Kanada © Thomas Lipke/Unsplash
Natur

Leuchtender Wald: Indian Summer in Kanada

Wenn der Herbst anbricht, leuchten die Wälder in Kanada in kräftigen Farben. Rot, gelb und orange strahlen die Laubbäume von Nova Scotia, einer Region im Osten des Landes. Auch in den USA findet das farbenreiche Spektakel statt. An diesen fünf Plätzen können Sie die herbstliche Farbenpracht auf einer Reise nach Kanada am besten erleben.

Im Osten von Nordamerika bricht am Ende des Sommers eine fünfte Jahreszeit an: der Indian Summer. Wenn der meteorologische Herbst beginnt, färben sich die Blätter der dichten Wälder in bunten Farben. Nicht nur für Fotograf:innen ist die Region rund um Nova Scotia in Kanada und die Bundesstaaten Maine und New England in den USA dann ein herrliches Reiseziel. Wir zeigen Ihnen die Highlights des Spektakels. 

Wann beginnt der Indian Summer in Kanada und den USA?

Indian Summer Kanada © Jan Kronies/Unsplash

Der Indian Summer verwandelt Nova Scotia und andere Gebiete des nordamerikanischen Kontinents einmal jährlich in ein strahlendes Farbenmeer. Ab der zweiten oder dritten Septemberwoche verfärben sich die Blätter der Ahornbäume, Eichen und Erlen von Grün über Rot zu Dunkelviolett. Knapp sechs Wochen dauert dieses Phänomen, das oft mit einem Temperaturanstieg auf über 20 Grad und einem meist strahlend blauen Himmel einhergeht. Es ist die letzte große Inszenierung der Natur, bevor sie sich in den Winterschlaf begibt.

Der Peak Point, der Höhepunkt des Indian Summers in Nova Scotia, dauert meist nur wenige Tage und ist nur schwer vorherzubestimmen. Doch die kanadische Bevölkerung probiert ihr Möglichstes. So können sich die Leaf Peepers, wie man die Besucher:innen auf Herbst-Safari nennt, über lokale Telefon-Hotlines rund um die Uhr über den Stand der Verfärbung in einem Bundesland, Bezirk oder einem ganz bestimmten Waldabschnitt informieren. 

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Warum heißt es Indian Summer?

Indian Summer Kanada © Ruben Gutierrez/Unsplash

Warum der Indian Summer seinen Namen trägt, lässt sich nicht mehr genau sagen. Eine Legende der indigenen Bevölkerung erzählt: Das Blut eines erlegten Bären sickerte einst in die Erde, wurde dann von den Bäumen aufgenommen und sorgte so für die Verfärbung der Blätter. Die wissenschaftliche Erklärung ist eine andere: Das in den Blättern befindliche Kohlendioxid und Wasser wird im Herbst in Kohlenhydrate umgewandelt. 

Tageslicht und Chlorophyll, das Pigment, das für die grüne Farbe der Blätter verantwortlich ist und während der Sommermonate in den Blättern dominiert, unterstützen diesen Vorgang. Wenn sich das Chlorophyll im Herbst dann langsam abbaut, treten die übrigen Pigmente in den Vordergrund: Der Verfärbungsprozess beginnt. Die Wetterbedingungen Nova Scotias bestehend aus warmen Sonnentagen und nächtlichem Frost verstärken diesen Farbeffekt weiter.

Die schönsten Plätze für den Indian Summer in Nova Scotia

indian-summer-nova-scotia-cape-breton-highlands-nationalparkcscott-cramer © iStock/Scott Cramer

Cape-Breton-Highlands-Nationalpark

Der im Jahr 1936 eingerichtete Cape-Breton-Highlands-Nationalpark war der erste kanadische Nationalpark in den östlichen Provinzen Kanadas. Dort kann man nicht nur Fischen, Campen und Schwimmen, sondern auch Tiere wie Elche, Schwarzbären und Weißkopfseeadler in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie sich treiben. Wie wäre es mit einem Picknick an einem Wasserfall inmitten farbprächtiger kanadischer Laubbäume? Oder steht Ihnen auf Reisen mehr der Sinn nach einer Wanderung auf dem Skyline Trail, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Wälder und Klippen hat? Im Anschluss daran bietet sich ein Road Trip auf dem Cabot Trail an. 

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Cabot Trail

Die Panoramastraße Cabot Trail umrundet auf einer Länge von 300 Kilometern die nordöstliche Spitze Nova Scotias. Die Route bietet neben tollen Aussichtspunkten auf die feuerroten und goldgelben Wälder auch atemberaubende Ausblicke auf die angrenzenden Gebirge und das Meer. Mit etwas Glück kann man sogar eine Gruppe Wale in Nähe des Ufers beobachten. Das Celtic Colours Festival lädt zu bestimmten Terminen zudem zu Live-Musik, Workshops und lokalen Speisen ein.

 

indian-summer-annapolis-valleycshaunl-istock © iStock/Shaunl

Annapolis Valley

Das nordwestlich von Halifax gelegene Annapolis Valley ist bekannt für seine kleinen Farmen, Fischerdörfer und Weinberge. Es ist eine der landwirtschaftlich reichsten Gegenden der Halbinsel. Im Herbst werden Äpfel, Kürbisse und Weintrauben geerntet. Der durch das Tal verlaufende Evangeline Trail bietet eine wunderschöne Kulisse für lange Spaziergänge und ist perfekt, um dem Großstadttrubel für einige Zeit zu entkommen. Auch eine Reise zur Bay of Fundy lohnt sich, denn der bis zu 13 Meter hohe Tidenunterschied bei Normalhochwasser ist einzigartig auf dieser Welt. So liegen beispielsweise ganze Schiffe für einige Stunden auf dem Trocken. Tipp: Probieren Sie den lokalen Wein und Gerichte mit frisch gefangenen Meeresfrüchten! 

Halifax Public Gardens

Der bunte Indian Summer ist in Kanada nicht nur in ländlichen Regionen, sondern auch inmitten der neuschottischen Hauptstadt Halifax erlebbar. Die Halifax Public Gardens sind auf einer Fläche von knapp sieben Hektar Größe eine Natur-Oase, die über 140 verschiedenen Baumarten beherbergt. Diese garantieren im Indian Summer eine sehenswerte Farbvielfalt. Der im viktorianischen Stil gebaute Park ist von Mai bis Ende Oktober geöffnet. Verschiedenste Pavillons, Statuen, Brunnen und Teiche bieten vielerlei Möglichkeiten für die eigene Freizeitgestaltung. Tipp: Falls nach dem Sightseeing der Magen knurren sollte, bietet sich ein Kochkurs für Seafood oder Wild in der idyllisch gelegenen Trout Point Lodge an.

 

nova-scotia-peggys-covecmatthew-jacques-istock © Matthew Jacques

Peggy's Cove in Nova Scotia

Die Lighthouse Route zwischen Halifax im Süden und Yarmouth im Westen verläuft durch farbenprächtige Wälder, malerische Küstenstreifen und kleine Dörfer. Das berühmteste Dorf ist das 650 Einwohner große Fischerdorf Peggy’s Cove. Dabei erinnern dessen bunte Häuser und farbenfrohe Kutter eher an Südschweden als an die kanadische Ostküste. Das beliebteste Foto-Motiv des Dorfes ist der, auf weißen Granitfelsen stehende, rot-weiße Leuchtturm. Wer die Lighthouse Route auf seiner Reise noch weiter in Richtung Westen erkunden möchte, sollte sich das 250 Jahre alte Lunenburg nicht entgehen lassen. Es wurde von deutschen, schweizerischen und französischen Auswander:innen gegründet und gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wentworth Valley

Die im Wentworth Valley stehenden Laubbäume erstrahlen im Indian Summer in den prächtigsten Herbstfarben. Am einfachsten zu erkunden ist das Areal mit einem Mietwagen entlang des Highways Nummer 4. Dafür lohnt es sich den Wecker auch einmal etwas früher zu stellen, denn die Farbexplosionen der Baumkronen sind im frühen Morgenlicht besonders schön anzuschauen und kommen auf Fotoaufnahmen toll zur Geltung.