Dom und Elbe in Magdeburg © Peter Hirth
Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in Magdeburg: 10 Highlights an der Elbe

Bei einem Besuch in Magdeburg führt kein Weg an Dom und Elbufer vorbei. Doch die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt hat noch einiges mehr zu bieten. Die besten Sehenswürdigkeiten und Tipps entdecken Sie hier.

Eines der schönsten Motive Magdeburgs ist der abendliche Blick vom Elbufer hinauf zum Dom im Zentrum der Altstadt. Lichter spiegeln sich im Flusswasser, und die Domspitzen ragen in den Himmel. Neben historischen Bauwerken gibt es farbenfrohe Sehenswürdigkeiten und weitläufige Natur zu erkunden. Die zehn Highlights der Stadt und Insidertipps rund um die Attraktionen haben wir hier zusammengestellt. 

Grüne Zitadelle von Magdeburg: Das Hundertwasserhaus

Hundertwasserhaus Grüne Zitadelle Magdeburg © www.AndreasLander.de/Magdeburg Marketing

Mit einem fantasievollen Gebäude hat sich Friedensreich Hundertwasser in der Altstadt von Magdeburg verewigt. Doch woher hat die in rosa Tönen gehaltene Grüne Zitadelle ihren Namen? Dieser erschließt sich erst aus der Vogelperspektive, denn das Dach des Hauses ist mit Gras und Bäumen bestückt. Das kunstvolle Bauwerk beheimatet unter anderem ein Café, eine Buchhandlung und eines der besten Restaurants in Magdeburg. Auch ein Kindergarten, Wohnungen und Praxen sind hier untergebracht. Sehenswert sind die zwei Innenhöfe mit Springbrunnen sowie die öffentliche Toilette im unverkennbaren Hundertwasser-Stil. Das Besondere: In der Zitadelle gilt das von Friedensreich Hundertwasser ins Leben gerufene „Fensterrecht“. Demnach darf jeder Bewohner des Hauses die Fassade rund um seine Fenster ganz nach eigenen Vorstellungen gestalten – so weit Arm und Pinsel reichen. Bisher hat diese Möglichkeit allerdings nur ein Mieter in Anspruch genommen und ein Mosaik verputzt.

Hasselbachplatz Magdeburg: Das sprudelnde Leben

Hasselbachplatz Magdeburg © www.AndreasLander.de/Magdeburg Marketing

Am „Hassel“, wie der zentrale Platz Magdeburgs von Bewohnern genannt wird, herrscht geschäftiges Treiben. Zahlreiche Cafés, Restaurants und Kneipen sind Tag und Nacht beliebte Treffpunkte. Vom Kreisverkehr führen fünf Straßen sternförmig in den Kiez. Die gut erhaltenen Gründerzeithäuser sind teils bis zu den Giebeln aufwendig verziert. Die Außengastronomie lockt in den warmen Monaten viele Gäste auf die Straßen. Seit 2020 gibt es eine von der Stadt beauftragte „Hasselbachmanagerin“, die sich um die Belange der Anwohner, ansässigen Gewerbetreibenden und Besucher kümmert. Nicht erst seit der Corona-Pandemie hat das gastronomische Zentrum der Stadt mit einem Gastronomie-Sterben zu kämpfen. In Zukunft sollen neue Konzepte, Kooperationen und Veranstaltungen den Charme des Platzes am Leben halten.

Der Magdeburger Dom: Verborgene Geheimnisse

Dom Magdeburg © Peter Hirth

Seit 800 Jahren steht die älteste gotische Kathedrale des Landes in Magdeburg. Sie ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt und eine beliebte Sehenswürdigkeit in Sachsen-Anhalt. Fast drei Jahrhunderte dauerten die Arbeiten an dem beeindruckenden Sakralbau, der von Otto dem Großen in Auftrag gegeben wurde. Der römisch-deutsche Kaiser fand hier seine letzte Ruhestätte; ein Skelett und Kleidung wurden bei einer Öffnung des Grabes im Jahr 1844 gefunden. Trotz teils heftiger Beschädigungen während des Dreißigjährigen Krieges und des Zweiten Weltkrieges erbauten die Magdeburger ihren Dom mehrmals neu. Das Bauwerk hält einige Geheimnisse bereit: Hinter dem marmornen Altar findet sich ein Gitter, unter dem eine Steintreppe in eine Art Schatzkammer führt. Was genau in den steinernen Nischen aufbewahrt wurde, ist nicht bekannt. Eine besondere Geschichte hat auch das Taufbecken, das in Ägypten aus Porphyr gefertigt wurde und ursprünglich als umgedrehter Sockel eines Springbrunnens diente. Über das Mittelmeer gelangte das Stück nach Rom und später nach Magdeburg. Insidertipp: Im hinteren Teil des Doms befindet sich eine kleine Tür, hinter der ein atriumartiger Garten mit Säulengang auf neugierige Besucher wartet.

Elbauenpark: Ein Raumschiff und andere Sehenswürdigkeiten

Elbauenpark Magdeburg © MVGM GmbH/www.AndreasLander.de/Magdeburg Marketing

Nicht nur bei blauem Himmel lohnt ein Ausflug in den Elbauenpark nordöstlich der Altstadt. Beeindruckend ist der 60 Meter hohe Jahrtausendturm als größtes Holzbauwerk seiner Art. Trotz seines irdischen Baustoffes wirkt er von Weitem betrachtet wie ein extraterrestrisches Flugobjekt. In seinem Inneren befindet sich eine interaktive, naturwissenschaftliche Ausstellung für Besucher jeden Alters. „Anfassen ist hier ausdrücklich erwünscht“, so heißt es. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schmetterlingshaus sowie ein Wild- und Streichelgehege. Für aktive Besucher gibt es mit einer Sommerrodelbahn, Rutschen und einem Kletterpark viele Möglichkeiten sich auszutoben. Dank Picknickplätzen und Grillstationen lassen sich hier bestens ganze Tage verbringen.

werk 4: Blühendes Brachland

Das Gelände des ehemaligen Sauerstoff- und Acrylwerks im Magdeburger Stadtteil Buckau fasziniert mit Industriecharme und spannenden Projekten. Zwischen bröckelnden Schornsteinen und verlassenen Hallen hat ein kreatives Kollektiv der Anlage neues Leben eingehaucht. Hier treffen verschiedene Gruppen aus dem Kunst-, Sport-, Handwerks-, und Kulturbereich aufeinander, die sich zusammenschließen und gegenseitig fördern. Skaten, Lesungen, Ausstellungen, Theater, Kino und Fotografie stehen auf dem Programm, auch größere Events finden hier statt. Neben einem Sommerbiergarten gibt es ein liebevolles Gartenkonzept zu entdecken. Es werden Führungen über das Gelände angeboten, alternativ können Besucher einfach an die Türen klopfen.

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen: Neue Kunst in alten Mauern

Kunstmuseum Magdeburg © www.AndreasLander.de/Magdeburg Marketing

Die romanische Klosteranlage in der Altstadt von Magdeburg beherbergt heute das städtische Kunstmuseum. In der historischen Kulisse werden größtenteils zeitgenössische Werke ausgestellt – eine interessante Mischung aus Alt und Neu. Im Fokus stehen Skulpturen, Medien und Fotografie. Ein Skulpturenpark führt im Außenbereich rund um das Kloster. Die wechselnden Sonderausstellungen setzen meist thematische Schwerpunkte der modernen Kunstgeschichte. Ein Multimedia-Guide und eine kostenlose App führen Besucher durch die fünf Etagen. Aktuell finden Bauarbeiten in der Klosterkirche und am Nordflügel statt. Voraussichtlich im Herbst 2022 werden sie als neue Ausstellungsräume eröffnet. 

Stadtpark Rotehorn: Bootsfahrten und viel Platz für Erholung

Stadtpark Rotehorn Magdeburg © Magdeburg Marketing

In schönster Lage auf einer Elbinsel erstreckt sich auf 200 Hektar der größte Park Magdeburgs. Bei einem Rundgang durch die weitläufige Anlage kommen Spaziergänger vorbei am malerischen Venustempel, der Ruine eines Forts und mehreren historischen Brücken. Im Zentrum lädt ein kleiner See zu entspannten Bootsfahrten ein, genügend Bewegungsraum gibt es auf mehreren Spielplätzen und Hundewiesen. Einen Blick wert ist auch die Hyparschale, eine denkmalgeschützte Mehrzweckhalle, die seit 2018 aufwendig saniert wird und ab 2023 wieder begehbar sein soll. Wer das Elbufer von oben betrachten möchte, kann in den Sommermonaten auf dem Albinmüller-Turm die Aussicht genießen. Alternativ zu den 252 Stufen führt ein Fahrstuhl zur Aussichtsplattform.

Otto-Richter-Straße: Buntes Straßenleben

Otto-Richter-Straße Magdeburg © H. & D. Zielske

Eine echte Farbexplosion gibt es etwas außerhalb des Stadtkerns in der Otto-Richter-Straße zu bestaunen. Dort strahlen elf verschiedene Häuser aus dem frühen 20. Jahrhundert mit ihren leuchtenden Fassaden um die Wette. Die knallbunten Flächen und grafischen Elemente nach den Entwürfen von Bruno Taut und Carl Krayl wurden um die Jahrtausendwende saniert. Mit seinem Vorschlag, der Innenstadt Magdeburgs mehr Farbe zu verleihen, stieß Taut auf geteiltes Echo und löste heftige Debatten in der Stadtversammlung aus. Dennoch konnte er seine Vision in einigen Straßenzügen durchsetzen. Einige Häuser stehen unter Denkmalschutz und werden auch von Sprayern respektiert – an ihren Fassaden finden sich keinerlei Tags oder andere Graffitis.

Elbtreppen und Elbbalkon: Ein Ausblick zum Entspannen

Elbtreppen Magdeburg © Peter Hirth

Ein toller Ort für eine Pause findet sich am Elbufer in unmittelbarer Nähe des Doms. Der Elbbalkon und die Elbtreppen laden nicht nur Radfahrer zum Verweilen ein. Abends bei Sonnenuntergang genießen Magdeburger und Besucher von hier aus den Blick auf das Wasser und die historische Hubbrücke bei Snacks und Getränken. Eine beliebte Eisdiele, einige Lokale und Cafés befinden sich in unmittelbarer Nähe. Wer es ruhig mag, kann den idyllischen Ausblick am besten in den Morgenstunden aufsaugen.

Wissenschaftshafen: Modernes Quartier in historischer Kulisse

Im Norden des Stadtzentrums von Magdeburg lädt der Wissenschaftshafen auf Entdeckungsreise ein. Hier hat sich das alte Hafenareal in den vergangenen Jahren zu einem modernen Forschungsstandort entwickelt. In unmittelbarer Nähe zur Otto-von-Guericke-Universität sind heute Institute, Museen und Unternehmen ansässig. Tafeln informieren über die Geschichte des Viertels. In der „Denkfabrik“ wurden neue Büroflächen für innovative Einrichtungen erschlossen, und auf dem neugestalteten Charles-de-Gaulle-Platz finden regelmäßig Veranstaltung mit besonderem Ambiente wie die „Lange Nacht der Wissenschaft“, Konzerte oder kleinere Festivals statt. Doch nicht alles wurde aufwendig saniert und erneuert. Wen Industrieromantik und „Lost Places“ begeistern, der wird am Wissenschaftshafen zum Beispiel rund um den alten Getreidespeicher fündig.

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