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Natur

Ausflüge in Ostwestfalen-Lippe

In Ostwestfalen-Lippe locken Ausflüge etwa zu den Externsteinen im Teutoburger Wald, eine Fahrradtour auf dem Weser-Radweg oder zum Schloss in Detmold.

Fotos Darshana Borges
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Externsteine im Teutoburger Wald

externsteine-ostwestfalen © Darshana Borges

Wie von zornigen Göttern in den Boden gerammt stehen sie da: die Externsteine, eine Gruppe von fünf Felssäulen, die bis zu 48 Meter hoch in den Himmel ragen. Seit Jahrhunderten ziehen sie die Menschen an. Mehr als 100 000 Ausflügler steigen jedes Jahr die in den Stein gehauenen Stufen hinauf, oben laufen sie über eine kleine Brücke, die zwei der Felsspitzen verbindet. Entstanden sind die bizarren Gebilde vor siebzig Millionen Jahren: Aus einem Hügelkamm des Teutoburger Waldes spülte Wasser im Laufe der Jahrtausende das weiche Kreidegestein weg. Zurück blieben nur die fünf Säulen aus dem härteren Sandstein. Die Externsteine sind aber nicht nur für Geologen hochinteressant, sondern auch für Kunsthistoriker. Auf dem nordwestlichen Stein ist ein fünf Meter hohes Relief der Kreuzabnahme Jesu zu sehen, vermutlich geschaffen um 1150. Die Figuren sind sehr gut erhalten und lebensgroß. Im Zentrum steht Joseph von Arimathäa, der sich den toten Christus auf die Schulter hebt. Schönes Detail: Sonne und Mond, die links und rechts vom Kreuz trauernd ihre Gesichter verhüllen.

externsteine-ostwestfalen-1 © Darshana Borges

Die Gittertür neben dem Relief führt zu einer in den Stein geschlagenen Höhle mit Wasserbecken, die mindestens 1200 Jahre alt ist. In der Grotte nebenan ist ein Felsengrab zu sehen. An der Spitze des Nachbarsteins findet sich eine Kammer mit Altarnische. Lange haben Forscher darüber spekuliert, ob diese Höhlen ursprünglich von den Germanen als Kultstätte angelegt wurden. Die Nationalsozialisten verklärten die Externsteine daher zum "Heiligtum der Ahnen". Archäologische Spuren der Germanen wurden bis heute allerdings nicht gefunden.

 

externsteine-ostwestfalen-bruecke © Darshana Borges

Die Externsteine befinden sich in der Nähe von Horn-Bad Meinberg. Die Gruppe aus fünf Felssäulen ragt bis zu 48 Meter hoch in den Himmel.  Entstanden sind sie vor rund siebzig Millionen Jahren.

Die Besteigung der Steine ist von April bis Oktober möglich (ein Felsen das ganze Jahr über). In der Nähe informiert ein Besucherzentrum über die Felsen: Horn-Bad Meinberg, Externsteiner Str., Tel.: 05234 2029796

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Weser

weser-radweg © Darshana Borges

Die Weser ist Ostwestfalens größter Fluss, Städte wie Höxter und Minden wurden vor mehr als 1000 Jahren an ihrem Ufer gegründet. Entdecken lässt sie sich am besten mit dem Fahrrad. Wer ausdauernd ist, startet in Höxter am Kloster Corvey und fährt auf dem Weser-Radweg gut 100 Kilometer bis nach Minden. Immer am Fluss entlang geht es hier durch die sanften Hügel des Weserberglandes. Kurz hinter Bad Oeynhausen liegt eine weite Flussschleife, der Große Weserbogen. Wer will, kann hier mit der kleinen Fähre "Amanda" ans andere Ufer übersetzen und an einem nahen Badesee ausruhen. Ein guter Startpunkt für kürzere Touren ist das 4000-Einwohner-Städtchen Petershagen ganz im Norden der Region. Hier radelt es sich angenehm durchs flache Marschland der Weser. Ausgeschildert sind mehrere Thementouren, etwa die Mühlen- oder die Storchenroute, die zu einigen der mehr als 30 Nester von Weißstorchenpaaren führt.

weser-radweg-1 © Darshana Borges
detmold-radweg-schleife © Darshana Borges

Die Weser ist Ostwestfalens größter Fluss. Städte wie Höxter und Minden wurden vor mehr als 1000 Jahren an ihrem Ufer gegründet.

Die Weser kann man sehr gut mit dem Fahrad auf dem Weser-Radweg erkunden. Rund 100 Kilometer misst der Weser-Radweg von Höxter bis Minden.

Kurz hinter Bad Oeynshausen liegt eine weite Flusschleife, der Große Weserbogen. Mit der Fähre "Amanda" kann man ans andere Ufer übersetzen.

weserbogen-bad-oeynhausen-faehre © Darshana Borges
Gute Tipps für Touren an der Weser
http://www.weserradweginfo.de

Übernachtungs-Tipp

In Petershagen kann man sehr nobel im ehemaligen Schloss der Mindener Fürstbischöfe übernachten: Romantik-Hotel Schloss Petershagen, Schlossfreiheit, Tel.: 05707 93130; www.schloss-petershagen.com.

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Ausflug nach Detmold

detmold-schloss © Darshana Borges

Mehr als 400 Jahre lang war Detmold die Hauptstadt des unabhängigen Staates Lippe. Mitglieder der fürstlichen Familie leben hier bis heute in einem Renaissance-Schloss in der Stadtmitte. Einige Flügel des Baus dürfen besichtigt werden. Sehr schön ist etwa der Thronsaal, in dem unter einem Baldachin die Sessel des Fürstenpaares stehen. Danach können Besucher durch den wunderbar weitläufigen Schlosspark flanieren. Von seinem südlichen Ende aus erreicht man den Marktplatz, an dem die Erlöserkirche steht, die einst den Herrschern als Hofkirche diente. Sehenswert ist auch das klassizistische Rathaus ganz in der Nähe. Weiter im Südwesten der Altstadt liegen hübsche Gassen mit Fachwerkhäusern, etwa die Adolfstraße oder der Elias-van-Lennep-Weg. Das Schloss ist täglich von 10 bis 16 Uhr (im Sommer bis 17 Uhr) geöffnet. Besichtigung nur mit Führung möglich.

Adresse: Schloss Detmold, Schloßplatz 1, 32756 Detmold, Tel.: 05231 70020

detmold-fachwerkhaeuser © Darshana Borges

Mehr als 400 Jahre lang war Detmold die Hauptstadt des unabhängigen Staates Lippe.

Auf dem Marktplatz steht die Erlöserkirche, die einst den Herrschern als Hofkirche diente.

detmold-marktplatz © Darshana Borges
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Teutoburger Wald

teutoburger-wald © Darshana Borges

"Teuto" nennen die Bielefelder den Teutoburger Wald ganz kameradschaftlich – kein Wunder: Der gut 120 Kilometer lange Gebirgskamm zieht sich mitten durch ihre Stadt. Vom Alten Markt läuft man nur ein paar Minuten hoch bis zur Sparrenburg und steht schon am Hermannsweg. Auf dieser Wanderoute – markiert mit einem weißen "H" – lassen sich die Schluchten und Täler des Höhenzugs bestens erkunden. Gleichzeitig lernt man beim Wandern die vielen Mythen und Geschichten kennen, die den Teuto zu einem der berühmtesten Wälder Deutschlands gemacht haben: Eine weiße Jungfrau soll hier in Vollmondnächten ihren Geliebten gesucht, ein Volk von Zwergen einen sagenhaften Schatz versteckt haben. Läuft man von Bielefeld auf dem Hermannsweg Richtung Südosten, erreicht man nach knapp dreißig Kilometern das Hermannsdenkmal. Dass wirklich an dieser Stelle Armin der Cherusker 9 n. Chr. die Germanen in die Schlacht gegen den Römer Varus führte, ist unwahrscheinlich. Aber der Blick von der circa dreißig Meter hohen Aussichtsplattform des Monuments ist auf jeden Fall fantastisch. Von hier sind es noch knapp 15 Kilometer bis ins Silberbachtal, dem wohl schönsten Tal der gesamten Region. Sehr romantisch rauscht hier ein Bach vorbei an Geröll und Felsbrocken, die Sonne scheint zwischen den Bäumen hindurch und malt Lichtteppiche auf den Boden. Wer sich stärken möchte, kann im "Waldhotel Silbermühle" frisch gefangene Forellen verspeisen. Das Gasthaus war früher eine Mühle. Einer Legende nach hat hier einst ein Müller Korn zu Silber gemahlen – die Geschichte gab dem Tal seinen Namen.

teutoburger-wald-silberbachtal © Darshana Borges

Die Bielefelder nennen den Teutoburger Wald gerne mal "Teuto". Der gut 120 Kilometer lange Gebirgskamm zieht sich mitten durch die Stadt.

Vom Alten Markt läuft man nur ein paar Minuten hoch bis zur Sparrenburg und steht schon am Hermannsweg, einer Wanderroute.

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