Straßenfotografie Wie gelingen unterwegs spontane Fotos?

Urlaubsfotos sehen oft immer gleich aus: Sie zeigen einen selbst gekonnt inszeniert vor einer bekannten Sehenswürdigkeit. Wer außerdem das bunte Treiben einer fernen Stadt festhalten möchte, muss sich hinter den Auslöser wagen und spontan agieren. Wie sich Straßenszenen einfangen lassen – Tipps von MERIAN-Fotograf Philip Koschel.
Schlangenbeschwörer und ihr chaotisches Leben auf dem berühmten Jemaa el Fna.

Im Urlaub zückt jeder gerne mal das Handy oder die Kamera, um die Eindrücke der eigenen Reise festzuhalten. Doch nicht jedes Foto transportiert dabei das Lebensgefühl der Stadt, das man selbst in jenem Moment der Aufnahme erfahren hat. Erst zu Hause wird einem bewusst: Spontane Fotos sind oft schwieriger als gedacht. Philip Koschel arbeitet seit 25 Jahren als Fotograf und zog für MERIAN durch die Straßen von Marrakesch. Dort hat er unter anderem die Händler und Handwerker in den Souks porträtiert und das chaotische Leben auf dem berühmten Jemaa el Fna (siehe Foto oben) eingefangen. Seine Tipps für Aufnahmen von spontanen Fotos unterwegs:

  1. Ausrüstung 
    Wichtig ist eine kleine, unauffällige Kamera, die möglichst leise auslöst. Ideal ist die Sony RX1r, die auch einen guten Vollformat-Sensor und ein lichtstarkes Objektiv hat. Kameraunabhängig wähle ich immer 35 Millimeter, die klassische Reportage-Brennweite.
  2. Motivsuche 
    Ich recherchiere vorher und halte unterwegs die Kamera immer in der Hand. Sobald meine Synapsen zucken, löse ich aus. Ich reagiere auf den Moment, ohne zu denken. Sonst habe ich den besonderen Augenblick schon verpasst.
  3. Menschen 
    Anders als bei Straßenszenen frage ich immer um Erlaubnis, bevor ich jemanden porträtiere. Wer den Menschen mit Respekt und Freude begegnet und ihnen einen Grund für das Foto nennt, bekommt fast immer eine Einwilligung.

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