Münchner Oktoberfest © München Tourismus/Tommy Lösch
Kultur

Oktoberfest in München: Die besten Tipps zur Wiesn

Nach langer Pause ist das größte Volksfest der Welt zurück. Am 17. September hieß es in München endlich wieder „O’zapft is“. Wir verraten Tipps, Wiesn-Neuigkeiten und Bierpreise und geben wertvolle Tipps rund um das Oktoberfest – zum Beispiel, wie Sie am besten einen Tisch reservieren.

Text Mila Krull

Im September 2020 und 2021 herrschte auf der Münchner Theresienwiese eine gespenstische Stille: Coronabedingt fiel das Oktoberfest zwei Jahre in Folge aus. Eine schwere Zeit für alle Beschäftigten der Wiesn, die ihrer Arbeit nicht nachgehen konnten. Keine Festzelte, keine Biergärten, keine Feierlichkeiten. Auch Hotels und Biergärten im Zentrum blieben ungewohnt leer.

Wiesn-Rückkehr: Wie lange dauert das Oktoberfest?

Mit dem Auslaufen vieler Corona-Maßnahmen feiert das Oktoberfest 2022 allerdings das größte Comeback seiner Geschichte. Vom 17. September bis 3. Oktober empfängt die bayerische Landeshauptstadt erneut Millionen Besucher:innen auf dem Festgelände. 

Natürlich beginnt das Volksfest auch in diesem Jahr mit dem traditionellen Ausruf von Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Fassanstich zum Wiesn-Auftakt. Am 17. September hieß es in der Schottenhammel-Festhalle pünktlich um 12 Uhr endlich wieder: „O’zapft is!

Übrigens: Seit mehr als 70 Jahren zapft der Münchner Oberbürgermeister das erste Fass Bier an und eröffnet so das Fest. Initiiert hat das bereits OB Thomas Wimmer 1950. Angeblich fuhr er auf dem Wagen der Wirte-Familie Schottenhamel zum Festplatz und der Wirt ließ ihn spontan anzapfen. Nach einer anderen Version war Wimmers Anzapfen geplant, setzte er so doch ein Zeichen für Volksnähe und Neuanfang.

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Oktoberfest 2022: Wichtige Tipps vor dem Besuch

Oktoberfest München © München-Tourismus/Werner Böhm

Damit Sie auf dem 34 Hektar großen Gelände, zwischen den 17 Festzelten und rund um die Theresienwiese den Überblick nicht verlieren, haben wir einige nützliche Informationen und Tipps rund um das Oktoberfest zusammengetragen.

Unterkunft in München zum Oktoberfest

Nicht nur die Wiesn-Preise sind gesalzen, auch Hotelzimmer, Pensionen und andere Unterkünfte sind während des Oktoberfests überteuert und schwer zu ergattern. Frühes Buchen lohnt daher, auch finden sich über Kleinanzeigen und entsprechende Portale mitunter günstigere private Angebote. 

Tipp: Da das Festgelände spätestens um Mitternacht schließt, können Besucher:innen zudem im Umkreis von München unterkommen. In die Vororte gibt es verschiedene S-Bahn-Verbindungen. 

Öffnungszeiten der Wiesn 2022

Das Oktoberfest öffnet vom 17. September bis 3. Oktober täglich seine Pforten. In der Regel laufen die Großbetriebe an Werktagen von 10 bis 23:30 Uhr, am Wochenende von 9 bis 23:30 Uhr. Der Ausschank und die Musik enden in den großen Zelten um 22:30 Uhr. Ab dann werden alle Gäste unmittelbar dazu aufgefordert, das Festgelände zu verlassen. An einzelnen Tagen schließen die Fahrgeschäfte erst um 24 Uhr. 

Tipp: Wer sparen will, besucht die Wiesn am besten an den Familientagen. Jeweils dienstags gibt es Ermäßigungen auf Fahr-, Eintritts- und Verkaufspreise. 

Lageplan: Orientierung auf dem Oktoberfest

Auf der Theresienwiese führen zwei „Hauptstraßen“ von Nord nach Süd: Entlang der Wirtsbudenstraße finden sich alle großen Festzelte, in der Schaustellerstraße sind die Fahrgeschäfte und Buden aufgebaut. Nahe der Bavaria Statue liegt die „Oide Wiesn“, ein separates Gelände innerhalb des Oktoberfests. Ein Besuch kostet zwar Eintritt, dafür ist es hier umso ruhiger, familiärer und traditioneller. Hier finden Sie den detaillierten Lageplan zum Oktoberfest 2022

Anfahrt zum Oktoberfest mit dem ÖPNV

Am besten ist die Theresienwiese zu Fuß oder mit der U-Bahn zu erreichen. In unmittelbarer Nähe befinden sich die U-Bahn-Stationen Theresienwiese und Schwanthalerhöhe der Linien U4 und U5. Während des Volksfestes erhöht die MVG die Taktung, zudem sorgen zusätzliches Personal sowie die berühmten Stationssprecher für einen sicheren, reibungslosen Ablauf. Wer mit der S-Bahn anreist, steigt an der Hackerbrücke aus. Per Straßenbahn geht es bis zur Holzapfelstraße. 

Einen praktischen Shuttle-Service bieten zahlreiche Rikscha-Fahrer:innen, die zwischen Hauptbahnhof und Theresienwiese pendeln, aber auch weitere Strecken zurücklegen. Taxistände finden Sie an der Herzog-Heinrich-Straße und an der Bavariastraße. 

Bierpreise und Tischreservierungen

Oktoberfest Bierausschank © München Tourismus/Frank Bauer

Bierpreis auf dem Oktoberfest: Was kostet die Maß 2022?

Jedes Jahr steigt der Bierpreis auf der Wiesn, so auch 2022. Wie die Stadt München mitteilt, kostet die Maß in diesem Jahr zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro. Im Vergleich zur letzten Wiesn im Jahr 2019 bedeutet das eine Preissteigerung von fast 16 Prozent: Vor Corona gab es einen Liter Bier auf dem Oktoberfest noch für durchschnittlich 11,55 Euro.

Doch auch wer statt Frischgezapftem lieber Alkoholfreies trinken möchte, muss tief in die Tasche greifen: Spezi und andere Limonaden kosten 10,35 Euro bis 10,85 Euro pro Liter.

Was kostet das Hendl auf dem Oktoberfest 2022?

Der Preis für ein halbes Hendl betrug zuletzt um die 13 Euro. Trotz steigender Gas- und Lieferpreise wird das Hendl in diesem Jahr nicht viel teurer sein. Im Paulaner Festzelt etwa kostet ein halbes 14 Euro, im Schottenhammel sind es 14,50 Euro. Für den Besuch der Wiesn empfiehlt es sich, genügend Bargeld mitzuführen. Dies ist die schnellste Methode, die Bedienungen zu bezahlen. Auch sollte stets ein angemessenes Trinkgeld gezahlt werden.

Informationen zur Tischreservierung

Einen der raren Wiesn-Tische zu ergattern, ist keine einfache Aufgabe. Wichtig ist: der Weg über den Zwischenhandel führt leider oft in eine Sackgasse und sollte deshalb vermieden werden. Wie die Verbraucherzentrale Bayern laut dpa informiert, seien die Preise von Zweitanbieter:innen und Eventagenturen nicht nur überteuert. Auch sind Tischreservierungen laut den AGBs der Veranstaltenden sogar nur dann gültig, wenn sie direkt erworben wurden. Wer Pech hat, kann also am Eingang abgewiesen werden. Ein Tisch für 10 Personen im Paulaner Festzelt kostet (inklusive Verzehrgutschein von zwei Maß und zwei Essensgutscheinen) etwas mehr als 500 Euro.

Tipp: Am besten reservieren Sie die Tickets frühestmöglich direkt in den Büros der Festhallen. Das geht meist online oder telefonisch. Wenn die Kontingente knapper werden, sind letzte Reservierungen meist noch für die Mittagszeit und unter der Woche verfügbar. In kleineren Zelten findet sich zudem eher ein Platz.

Die beliebtesten und größten Zelte sowie Wiesn-Neuheiten

Tradition, süffiges Bier, deftige Speisen und eine einzigartige Stimmung: Zur Wiesn gehört ein Besuch in einem der gigantischen Festzelte. Wer die Wirtsbudenstraße entlang läuft, hat die Qual der Wahl. Wir geben Entscheidungshilfe und stellen die beliebtesten Zelte sowie einige Neuheiten des Oktoberfests vor.

Hacker-Festzelt: Der Himmel der Bayern

Oktoberfest Hacker Festzelt © München Tourismus/Tommy Lösch

Es ist eines der schönsten Wiesn-Festzelte: Nicht umsonst trägt das Hacker-Zelt den Beinamen „Himmel der Bayern“. Wer den Blick nach oben richtet, findet sich unter einer weiß blaue Wolkendecke wieder, bayerische Szenen schmücken die Seitenwände. Mehr als 9.000 Menschen finden an den Bänken und in den Boxen Platz. Das Publikum ist eher jünger und zu bunter Musik und Hacker-Pschorr-Maß besonders feierfreudig. 

Reservierungen im Hacker Festzelt

Augustiner Festhalle: Stimmungsvolle Tradition

Oktoberfest Augustiner-Festhalle © München-Tourismus/Tommy Lösch

Das Augustinerbier wird hier direkt aus 200-Liter-Holzfässern gezapft. Auch wegen der traditionellen Dekoration und der mehr als 100-jährigen Historie schätzen viele Locals und Stammgäste die stimmungsvolle Festhalle mit dem grünen Dach und den rustikalen Wänden. Natürlich sorgt eine bayerische Kapelle für passende Musik.

Reservierungen in der Augustiner Festhalle

Käfer Wiesn-Schänke: Rustikaler Promi-Treff

Klein, aber fein: In der Käfer-Schänke im Hüttendesign trifft sich die internationale und Münchner Schickeria. Der Eintritt in die heiligen Hallen ist ohne offizielle Reservierung jedoch nicht möglich. Wer trotzdem den einen oder anderen Prominenten sichten will, kann sein Glück vom Biergarten aus probieren.

Reservierungen in der Käfer Wiesn-Schänke

Hofbräu Festzelt: Internationales Publikum

Oktoberfest Hofbräu Festzelt © München-Tourismus/Tommy Lösch

Das größte Zelt der Wiesn hat Kapazitäten für mehr als 10.000 Menschen. Die Besucher:innen sind international, viele englische, australische und italienische Oktoberfest-Fans steuern als erstes das Zelt der weltbekannten Marke an. Hier ist es um die Mittagszeit noch verhältnismäßig ruhig. Dank des großen Stehbereichs wird meist auch Spontanentschlossenen der Eintritt gewährt.

Reservierungen im Hofbrau Festzelt

Festhalle Schottenhammel: Junges Partyzelt

Oktoberfest Schottenhamel Festhalle © München-Tourismus/B.Roemmelt

Im Schottenhammel ist die Stimmung besonders euphorisch. Die Festhalle zieht vor allem die jungen Wiesngänger:innen an. Auf der zentralen Bühne geben Wiesn-Bands Charts, Schlager und Partyhits zum Besten, serviert wird dazu Spaten-Bier. Während sich mittags meist noch ein Sitzplatz findet, hält es am Abend niemanden mehr auf den Bänken. Hier wird bis zum Ende auf Parkett und Tischen getanzt.

Reservierungen im Festzelt Schottenhammel

Paulaner Festzelt (Winzerer Fähndl): Traditionell und münchnerisch

Oktoberfest Paulaner Festzelt Winzerer Fähndl © München Tourismus/B. Roemmelt

Im Winzerer Fähndl am Fuße der Bavaria startet der Wiesn-Tag gemächlich. Bei Paulaner und saftigen Hendln sind am Nachmittag im Biergarten sowie unterm Zelthimmel meist noch Plätze zu finden. Gen Abend verwandelt sich das bei Münchner:innen beliebte Zelt in eine Party-Oase: Zu Schlager und bayerischen Klassikern wird lautstark gesungen und geschunkelt.

Reservierungen Paulaner Festzelt

Kleine Festzelte auf der Wiesn

Wer keine Lust auf lange Schlangen vor Zelten und Toiletten hat, kann sich gemütlich in eine der kleineren Hallen zurückziehen. Neben den Cafézelten wie „Bodos Backstube“ oder dem berühmten „Café Kaiserschmarrn“ empfiehlt sich ein Besuch in „Hochreiters Haxnbraterei“ oder dem „Glöckle Wirt“ mit gerade einmal 90 Plätzen. Hier lässt es sich in Ruhe speisen, trinken, feiern und genießen.

Neuheiten auf der Wiesn

In der Schaustellerstraße warten zwei neue Attraktionen auf die Gäste. Beim „Dschungel Bogenschießen“ können Besucher:innen Geschick und Treffsicherheit unter Beweis stellen. Das „Circus-Circus“-Karussell wird zum Spaß für die ganze Familie. Aber Vorsicht: Schwindelfrei sollten Sie trotzdem sein! 

Neu ist außerdem die Hühnerbraterei „Münchner Stubn“. Das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn tritt künftig unter dem Namen „Volkssängerzelt Schützenlisl“ auf und auch die Pschorrbräu-Festhalle Bräurosl erstrahlt in neuem Glanz.

Warum beginnt das Oktoberfest im September?

Oktoberfest Oide Wiesn © München-Tourismus/Frank Bauer

Die Ursprünge des Oktoberfests gehen bis ins Jahr 1810 zurück. Damals wurde anlässlich der Hochzeit von Prinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese am 12. Oktober ein Pferderennen auf der Münchner Theresienhöhe veranstaltet. Das Fest dauerte bis zum 17. Oktober an und wurde fortan jährlich ausgetragen. Weil die Feierlichkeiten großen Andrang fanden, legte man sie schließlich in den milderen September vor. Das angenehme Wetter im Spätsommer zieht seither noch mehr Besucher:innen auf die Wiesn.

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