Promotion Das chilenische Brauchtum kommt aus der Seele

Der jährliche „Tomatenkrieg“ ist nur ein Sinnbild für die Tradition und das Brauchtum in Chile. Neben dem Aufrechterhalten alter Traditionen gehören auch magische Rituale zur chilenischen Brauchtumspflege. Aber auch polynesische Mythen und Legenden bekommen ihren Platz.

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Aus Arkadien in die Realität und Tomaten als Munition

Die helvetischen Auswanderer im 19. Jahrhundert wurden mit einem utopischen Land, fern aller Mühsal, das „Arkadien“, ins südamerikanische Land gelockt. Heute leben viele Menschen zwischen zwei Ländern und suchen ihre eigentliche Identität. Die Nachfahren der Schweizer Auswanderer leben vor allem in der chilenischen Region Araukanien. Das ehemalige Königreich von Araukanien und Patagonien ist eine besonders skurrile Episode in der Geschichte des kleinen Landes. Die „chilenische Schweiz“ pflegt bis heute das Schweizer Brauchtum. Allerdings ist vieles von dem vermeintlichen Kulturgut nur ein Abbild aus dem Internet. Genauer gesagt aus YouTube. Dort wird die Schweiz als pure Idylle angepriesen. Jedes Jahr am 01. August, dem Schweizer Bundesfeiertag, gibt es in Araukanien Schweizer Apfelkuchen, werden Schweizer Trachten getragen und Schweizer Tänze aufgeführt.

Spanische Einflüsse kommen bei dem jährlich stattfindenden Tomatenfest in der chilenischen Stadt Quillón zum Vorschein. Ursprünglich stammt das Fest aus Valencia in Spanien. Aber seit einigen Jahren bewerfen sich auch die Einwohner der Kleinstadt mit rund 100 Tonnen Tomaten. Die Munition ist nicht mehr zum Verkauf geeignet. Aber noch gut genug, um sich damit von Kopf bis Fuß einzusauen. Und das gilt für Männer, Frauen, Kinder und Alte. Auch die Zuschauer auf den Tribünen bleiben nicht verschont in der Stadt in Zentralchile. Zur Erfrischung stehen auch 10.000 Liter Wasser zur Verfügung. Schließlich wollen alle am Ende das rote Fruchtfleisch irgendwie wieder loswerden.

Schmuck der Mapuche-Frauen
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Mapuche Frauen legen besonders großen Wert auf Traditionen. Sie tragen den Silberschmuck, den sie von Ihren
Vorfahren
geerbt haben. 

Chilenen pflegen das Brauchtum und die Tradition ihres Landes mit Hingabe. Neben den bedeutenden Fiestas Patrias zu Ehren des Nationalfeiertages am 18. und 19. September gibt es weitere Feste, mit denen verschiedene Weisheiten und, so der Glaube, Ausdrucksweisen der Seele von Generation zu Generation weitergegeben werden. So vielfältig wie die chilenischen Landschaften sind auch die Traditionen in dem langgezogenen Land. Die Fiesta de La Tirana findet in einem 500 Seelen-Dorf statt. Mitte Juli kommen dann aber rund 200.000 Menschen in das nördliche Dorf rund 66 km von Iquique. Bei Musik und Tanz wird das berühmte Wallfahrts-Spektakel zu einem kunterbunten Mix der Kulturen. Zu Ehren der Schutzheiligen Chiles, der Jungfrau Carmen, wird das farbenfrohe Tanzfest zu einem immerwährenden Kampf Gut gegen Böse. Und wegen der Wurzeln zum römisch-katholischen Glauben zeigt sich das Böse in Form des Teufels, der in einem „Diablada“, dem Teufelstanz, bekämpft wird.

Die Preußen Südamerikas

Auch wenn sie als die „Preußen Südamerikas“ gelten, geben Chilenen bei privaten Einladungen stets eine Anstandsfrist für Ihre Besucher. Das führt dazu, dass Chilenen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. Bei Flugzeugen und Überlandbussen können sich Besucher aber auf die Einhaltung der An- und Abfahrtszeiten verlassen. Auf das Äußere legen die Einwohner des südamerikanischen Landes großen Wert. Im Arbeitsleben sind Krawatten gerne gesehen. Jeans, T-Shirts und Sandalen gelten im beruflichen Umfeld als unangemessen. Die chilenische Kultur ist von den Zügen der spanischen Eroberung, der europäischen Einwanderer und den Spuren der indigenen Völker geprägt. Entsprechend groß ist die Vielfalt der Bräuche und Traditionen.



Im Land, dass zwischen Bergen und Meer wie eingezwängt wirkt, zeigen sich viele Gegensätze. Die Familie ist der zentrale Platz in der Gesellschaft und Chilenen gründen gerne und schnell einen eigenen Familienverbund. Furchtlos und mit erhobenem Blick begegnen sie der Welt. Als ehemals konservativstes Land Amerikas bekannt, ist die Gegenwart von Chile im Wandel. Auch wenn große geographische Distanzen vorliegen, können sich die Chilenen für eine gemeinsame Sache zusammenrotten. Sie vereinen sich und kämpfen hart dafür, dass das Ziel erreicht wird. Sie sind von Haus aus fleißig und bemühen sich, die indigenen Wurzeln der eigenen Identität zu erhalten. Nach vielen Jahren des harten Kampfes gegen die Ur-Einwohner zeigt sich heute ein Umdenken in der Gesellschaft. Brauchtum, Tradition und Kultur der Vorfahren sollen erhalten bleiben. Feste und Feierlichkeiten feiert man gemeinsam. Partizipation und das gegenseitige Lernen und Respektieren rückt in den Vordergrund.

Bloss nicht!

Vergessen Sie nicht das Küsschen, wenn Sie das atemberaubende Land besuchen. Um genau zu sein, gibt es für alle Frauen EIN Küsschen.

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Weiter Informationen zu Chile finden Sie hier.

Gehaucht und auf die Wange, unabhängig vom Altersunterschied. Nur bei förmlichen Anlässen oder einem sehr großen Altersunterschied geben Sie entweder die Hand oder begrüßen Ihr Gegenüber gleich mit Hand und dem gehauchten Küsschen. Männer allerdings werden stets mit Handschlag begrüßt. Sind es gute Freunde, dann reicht auch ein lockeres Schulterklopfen und eine angedeutete Umarmung. Sind Sie in den großen Städten des Landes unterwegs, dann sollten Sie sich bei Übernachtung in einem Motel nicht über die einschlägigen Filme im Angebot wundern. Auch der Service ist oftmals besonders diskret, denn junge Chilenen, die noch bei den Eltern wohnen, nutzen die Motels als Liebesnest. Auch für verheiratete Seitenspringer sind die Motels eine beliebte Nutzungsmöglichkeit. Außerhalb der großen Städte lässt dieses Phänomen jedoch meist nach. Alkohol ist im öffentlichen Raum verboten. Auch das Thema Sex gehört nicht in die Öffentlichkeit, denn der überwiegende Teil der chilenischen Bevölkerung ist katholisch und die Kirche hat in dem südamerikanischen Land großen Einfluss auf das Leben der Menschen.