Die besten Tipps Wohin in Spanien

Als TV­-Korrespondentin im ARD-­Studio Madrid reist Natalia Bachmayer kreuz und quer durchs Land. Privat ebenso: In ihrer Küche hängt eine Liste mit Reiseideen. Darunter auch Orte, an die sie immer wieder zurückkehrt
Plaza del Azoguejo

1. MUSEO DEL PRADO

Prado, Spanien

Goyas Porträt der Familie Karls IV. im Prado

Wer Spanien verstehen will, kommt um dieses Museum in Madrid nicht herum. Mir gefallen besonders die Gemälde von Velázquez, der im 17. Jahrhundert am spanischen Hof nicht nur die Habsburger malte, sondern in wunderbar einfühl­samen, berührenden Porträts auch ihre kleinwüchsigen Hofnarren. Und natür­lich Francisco de Goya: Von heiteren Gemälden über Radierungen brutaler Kriegsszenen bis zu den düsteren »schwarzen Bildern« hatte der Mann wirklich alles drauf. Mich persönlich macht Kunst immer hungrig, darum noch zwei Empfehlungen: Um die Ecke im »Los Gatos« (Calle de Jesús 2) gibt’s Bier und Tapas, ein paar Busstationen weiter Törtchen und Kaffee in der ent­zückenden Konditorei »La Duquesita« (Calle de Fernando VI. 2).  

www.museodelprado.es

2. SIERRA DE GRAZALEMA

Ronda, Spanien

Das andalusische Städtchen Ronda, das sich seit Jahrhunderten stolz am Abgrund der Schlucht El Tajo hält.

Nirgendwo in Spanien regnet es so viel wie in dem andalusischen Nationalpark, zumindest in den Wintermonaten. Wer hier unterwegs ist, wandert durch ein außerordentlich grünes Kalksteingebirge. Mir gefällt vor allem die Route von El Bosque nach Benamhorma, sie führt gut acht Kilometer am Fluss entlang durch ein schattiges Wäldchen und das weiße Dorf Benamhoma. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher nach Ronda: Der Blick von der Puente Nuevo in die 100 Meter tiefe Schlucht um die Felsstadt ist unvergesslich.

3. BILBAO

Lange galt Bilbao als hässliche Schwester von San Sebastián, heute hat die alte Industriestadt etliche Highlights: Etwa das Guggenheim-Museum, von Frank Gehry wie ein silberschuppiger Fisch an Flussufer gebaut. Oder die tollkühne Zubizuri-Brücke von Santiago Calatrava. Und die hübsche, lebendige Altstadt Siete Calles, auf Deutsch sieben Straßen. Die Basken gelten übrigens als Spaniens raffinierteste Feinschmecker, ich esse die baskische Tapasvariante pintxos am liebsten im »Victor Montes« (Plaza Nueva 8), im »Gure Toki« (Plaza Nueva 12) oder im »Café Iruña« (Colón de Larreátegui Kalea 13).

4. CÓRDOBA

Puerta del Perdón, Cordoba

Blick durch die Puerta del Perdón in den Patio der Mezquita von Córdoba

Die Magie der muslimischen Mezquita mit ihren Pfeilern und Bögen konnten auch die katholischen Eroberer nicht zer­stören – obwohl sie im 16. Jahrhundert eine Kathedrale mitten hineinzwängten. Lange hatten Juden, Christen und Mus­lime in Córdoba friedlich zusammengelebt. Einige maurische Traditionen haben die Cordobeser wieder ausgegraben, etwa die nun wieder sehr beliebten Hamams.

www.bañosarabesdecordoba.com

5. SEGOVIA

Mit dem Aquädukt zieht sich das impo­santeste römische Bauwerk Spaniens mitten durch Segovia. Skurril und leicht kitschig ist dagegen die Stadtburg Alcázar mit ihren Zinnen und Türmchen. Vor den örtlichen Spezialitäten möchte ich aber warnen, zumindest vor dieser: das cochinillo, das Spanferkel, wird mit Schnauze und Schwänzchen serviert...

6. RIBERA DEL DUERO

La Rioja kennt jeder – wahrer Favorit der Spanier aber sind die kräftigen Rotweine der Ribera del Duero zwischen Madrid und Burgos. Eine Gegend voller Burg­ruinen, Kirchen und hübscher kleiner Städte. Besonders gut gefällt mir Aranda de Duero, wo die Bodegas fast unter die gesamte Altstadt in bis zu zehn Meter Tiefe gebaut wurden.

7. SERRANÍA CELTIBÉRICA

Mit acht Einwohnern pro Qudratkilometer ist die Bergregion im Nordosten, auch »Spanisch-­Lappland« genannt, eine der einsamsten Gegenden Europas.Ich habe mich mal für eine Reportage in Yanguas einquartiert und war begeistert von den traumhaften Hochland­-Panoramen, ver­witterten Geisterdörfern und unzähligen Schafherden. In Soria sollte man unbe­dingt das Kloster San Juan de Duero und die toll gelegene Einsiedelei San Saturio besuchen. Und yemas probieren, kleine Küchlein aus Eigelb und Zucker.

8. EXTREMADURA

Beruhigt es uns wirklich, Bäume zu umarmen? Beim Spaziergang über die grünen Hügel mit den mediterranen Steineichen bekommt man jedenfalls Lust darauf. Die Extremadura entstresst kolossal. Ich habe hier Geier, Rotmilane und Störche gesehen und zum Abend­essen den edelsten spanischen Schinken probiert: den »Jamón Ibérico de Bellota«. Der Name darf nur vergeben werden, wenn die Schweine vorwiegend mit bellotas, Eicheln, ernährt wurden.

9. COSTA DE LA LUZ

Kein Geheimtipp mehr, aber immer noch ein sehr familiäres Stück Spanien: die andalusische Atlantikküste mit ihren chiringuitos, den spartanischen Strand­kneipen und langen Traumstränden: Tarifa, Conil, Zahara de los Atu­nes oder Los Caños de Meca sind nur einige davon. Allenfalls im August, der spanischen Hauptsaison, sind die ehe­maligen Fischerdörfer etwas rummelig.

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