Naturreisen Reisetipps rund um Norwegen

Hier kennt die Natur im Sommer keine Nacht. Wilde Fjordlandschaften, zauberhafte Städtchen und das Gefühl von Freiheit: Es gibt viele gute Gründe für eine Reise nach Norwegen. Wir geben Ihnen die passenden Reisetipps. 

Norwegen

Reisetipps für Norwegen im Überblick: 

Inselwelt der Lofoten.

Berichte und Tipps rund um das Reiseziel Norwegen

Fjorde

Mehr Küste geht nicht

Fjorde sind Kunstwerke, im Laufe mehrerer Eiszeiten von Naturgewalten geschaffen. Die Schönsten unter ihnen: der Geirangerfjord und der Nærøyfjord – gemeinsam gehören sie heute zum Welterbe der UNESCO. Schmale Täler mit steilen Felswänden und daran herabschießenden Wasserfällen ragen bis auf 1500 Meter über dem Meer empor. Am bekanntesten sind „Die sieben Schwestern“. Das Land an den Fjorden ist fruchtbar, das Klima dank des Golfstroms so mild, dass sogar Aprikosen reifen. So gilt der Hardangerfjord bei Bergen als größtes Obstanbaugebiet Norwegens. Einen schrofferen Reiz bietet der Lysefjord: Die Felskanzel Preikestolen – eine 25 Meter breite Gebirgsplatte in 600 Metern Höhe – ist ein grandioser Aussichtspunkt. Wer nicht schwindelfrei ist, ärgere sich nicht, die Schönheit der Fjorde erschließt sich am besten vom Wasser aus: ob auf einer Fähre von Hellesylt nach Geiranger, an Bord eines Kreuzfahrt- oder Hurtigrutenschiffes oder im Kajak.

Tipp: Mit der AIDA in den Geirangerfjord. Zehn Tage, ab ca. 1500 Euro, www.aida.de

Landschaftsrouten

Die schönen Wege sind unsere Ziele

Viele spektakuläre Landschaften Norwegens lassen sich idealerweise mit dem Auto erkunden: 18 Fernstraßen mit einer Gesamtlänge von 1800 Kilometern haben das Prädikat „Nasjonale Turistveger“ (Nationale Touristenwege) erhalten. Beliebteste Route ist die Strecke von Geiranger nach Trollstigen (106 km), eine Gebirgsstraße mit elf Haarnadelkurven, die sich bis auf 825 Meter Höhe winden – nicht ohne einen Wasserfall zu passieren. Darüber schwebt eine Panorama-Plattform. Perfekter Kontrast: die Atlantikstraße. Sie führt über Schären und Inseln, die durch Dämme und Brücken miteinander verbunden sind. Und hoch im Norden, an der Varangerroute, wartet eine architektonische Perle: die Gedenkstätte für die Opfer der norwegischen Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert.

Info: Einen guten Überblick über die verschiedenen Routen und Kunstwerke gibt die Webseite www.nasjonaleturistveger.no/de.

Küche

Regional, modern und deftig

Endlich hat Norwegen sein kulinarisches Po­tenzial entdeckt! Tradi­tionelle Gerichte werden modern interpretiert, allen voran die mit Fisch – ob gebraten, gegrillt, geräuchert, gepökelt oder in Salzlake einge­legt. Unser Tipp: „Lute­fisk“, getrockneter Dorsch, der eingeweicht und gekocht wird. Der weihnachtliche Fest­schmaus ist mittlerweile rund ums Jahr beliebt. Rentier ist ebenfalls ein leicht zugänglicher, äußerst aromatischer Hit. Elch kann da gut mithalten. Ungewöhn­lich, aber sehr lecker schmeckt „Brunost“, ein süß-säuerlicher Käse, der hauchdünn gehobelt serviert wird. Einige regionale Spezialitäten testen jedoch nicht nur die Geschmacksnerven: „Smalahove“, geräucher­ter Schafskopf, gilt eben­ falls als Delikatesse ...

Info: In Stavanger zieht das „Gladmat“ – größtes Kulinarik-Festival Skandinaviens – jedes Jahr 250.000 Besucher an.

Natur

Wie die Südsee, nur viel kälter

Nur drei Prozent Nor­wegens dienen der Landwirtschaft – der Rest ist Wildnis. Und was für eine! Hier gibt es alles: Hochebenen wer­den vom ewigen Eis der Gletscher überragt, Hochgebirge von mäch­tigen Tälern gespalten. Tausende Inseln liegen vor der von Fjorden ausgefransten Küste. Besonders reizvoll sind die Lofoten: Die 80 Inseln nördlich des Polarkreises bilden eine bizarre Komposition aus scharfzackigen Bergspitzen, weißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser. Fast wie in der Südsee, nur ohne Palmen.

Tipp: Der Verein DNT betreibt ca. 500 Hütten, in denen Wanderer günstig übernachten können. Es werden auch geführte Touren angeboten: deutsch.turistforeningen.no

Städte

Entspannt leben

Sogar in der Hauptstadt Oslo mit seinen 640.000 Einwohnern liegen viele urbane Annehmlichkeiten in Spaziergangweite. Zugleich kann jeder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in nur 20 Minuten mitten in der Natur sein: ob auf Oslos Hausberg, den Holmenkollen, zum Skifahren und Wandern oder zum Baden auf einer Insel. Doch auch die Westküstenstädte sind verlockend: Stavangers Stolz ist die Altstadt, Europas größtes historisches Holzhausareal. Bergen, „das Tor zu den Fjorden“, punktet mit seinem Hanseviertel Bryggen (Weltkulturerbe). Und in Ålesund können mehr als 400 Jugendstilgebäude bestaunt werden. Nicht zu vergessen: Tromsø, das „Paris des Nordens“. Hier gibt es jede Menge Mitternachtssonne – und in der „Eismeerkathedrale“, dem Wahrzeichen der Stadt, finden Mitternachtskonzerte statt.

Tipp: Die Stenaline bietet eine günstige Fährverbindung von Fredrikshavn nach Oslo (ab 44 Euro, Auto inkl. Fahrer), www.stenaline.de.

Mitternachtssonne

Magischer Schein rund um die Uhr

Die sanften Strahlen der Mitternachtssonne tauchen alles in goldenes Licht. Der Grund dafür ist eine schräge Sache: Wenn die Erde um die Sonne kreist, ist der Nordpol durch die geneigte Erdachse im Sommer der Sonne zugewandt und bleibt trotz der Erdrotation im Sonnenlicht. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne jetzt nicht mehr unter: Am Nordkap gleicht die Zeit vom 14. Mai bis zum 29. Juli einem schier endlosen Urlaubstag. 24 Stunden Tageslicht geben nicht nur den Pflanzen und Tieren einen Energieschub. Die Mitternachtssonne lockt zu Bootstouren, Vogelbeobachtungen, Wanderungen, zum Golf spielen – kurz: zu allem, das in winterlicher Dunkelheit nicht mehr geht. Wer aber nur gucken will und im Licht baden, fährt auf die Vesterålen-Inseln und genießt die dramatische Landschaft.

Info: Musikfestival auf Træna (Insel am Polarkreis), 9.–11. Juli, www.trena.net

Autor

Vital