Sizilien Rund um den Feuer spuckenden Riesen

Seine Bewohner hält der 600.000 Jahre alte Vulkan im Osten Siziliens mit permanenten Eruptionen, Flankenausbrüchen und Ascheregen in Atem. Seine Besucher fasziniert er mit schwarzen Mondlandschaften, üppiger mediterraner Vegetation und zahlreichen Exkursionsmöglichkeiten. Und mit einem Rotwein, der selbst den besten Burgundern Konkurrenz macht.

Unauffällig: An ruhigen Tagen wirkt Europas größter aktiver Vulkan fast wie ein ganz normaler Berg – der Etna auf der italienischen Insel Sizilien.

Aus der Ferne wirkt der Ätna, der sich aus dem Meer bis auf schneebedeckte 3.300 Meter hochschwingt, geheimnisvoll und abweisend wie ein Götterthron, dem man mit Respekt begegnen sollte.

Fakten
  • Gründungsjahr: 1987
  • Fläche: 58.095 Hektar
  • Lage: im Osten Siziliens, zwischen Messina und Catania
  • Höhe: 650 – 3.326 m
  • Aktivitäten: Wandern, Vulkanbesteigung (ab 2.800 m nur mit Führer), Radfahren, Ski (alpin), Weinproben
  • Besucherzentren: Milo, Linguaglossa
Die Existenz des Schutzgebiets, das vom Gipfel aus in alle Richtungen bis auf eine Höhe von etwa 900 Metern hinunterreicht, hilft dabei. Unter besonderem Schutz stehen die oberen Regionen, also die schwarzen Mondlandschaften rund um die Gipfelkrater, sowie das Land darunter, wo auf traditionelle und kleinteilige Art Landwirtschaft betrieben wird: Weinberge, Orangengärten, Olivenhaine und Pistazienwäldchen sitzen dort auf terrassierten Flächen, hineingepfriemelt zwischen Lavafeldern und schwarzen Trockenmauern, wie ein einziges, großes Mosaik. Dazwischen verwittern die rotgetünchten Fassaden alter Herrenhäuser und die Palmenti, die traditionellen Weinkeller. Eine weltvergessene Schönheit, die ans Herz geht. Auch die Städtchen im Parkgebiet tragen mit ihrer heiteren Barockarchitektur, die cremefarbenes Schnörkelwerk mit grauem Lava-Verputz kombiniert, zur Atmosphäre bei. Der schönste Teil des Parks? Vielleicht die unberührte Nord-Ost-Flanke. Eine ehemalige Militärstraße, »Quota Mille« genannt, führt auf 1.000 Meter Höhe hindurch und schenkt Panoramablicke auf den Vulkan und auf das Meer, die man nie wieder vergisst. Auch mit dem Fahrrad schön! 

Unser Tipp: Verpassen Sie nicht den Ausblick auf die alten Weinreben. Das Besondere: Diese oft wurzelechten Rebsorten sind ausschließlich am Ätna zu finden und zum Teil mehr als 200 Jahre alt. Nach mehr als 40 Jahren haben die sizilianischen Winzer das Potenzial dieser Region wiederentdeckt und bauen die heimischen Nerello-Reben zu Weinen aus, die Spitzen-Burgundern in nichts nachstehen. So hat kaum ein anderer europäischer Rotwein im letzten Jahrzehnt so viel Furore gemacht wie der Etna Rosso DOC.

 

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