Ligurien Kleiner Park mit großer Wirkung

Fünf bunte Fischerdörfer an einer unzugänglichen Felsküste, von Menschenhand mühsam terrassierte Steilhänge, winzige Weinberge und schwindelerregende Verbindungspfade hoch über dem Meer: Der kleine ligurische Nationalpark, ein UNESCO-Welterbe, schützt ein Stück einzigartiger Kulturlandschaft, zu deren Schaffung Landwirtschaft und Traditionen ebenso viel beigetragen haben wie Mutter Natur.

Die Perle der Cinque Terre: Vernazza und sein pittoresker Hafen.

Alles Handarbeit: Weinlese in den Cinque Terre.
Es ist ein etwas anderes Schutzgebiet: nur etwa zehnmal so groß wie der Englische Garten in München, dafür mit 4.000 Einwohnern für einen National­park richtig dicht besiedelt. Denn was die Cinque Terre als Naturpark so besonders macht, ist der menschliche Beitrag. 

Fakten
  • Gründungsjahr: 1999
  • Fläche: 3.868 Hektar sowie 4.000 Hektar Marines Schutzgebiet
  • Lage: an der Ostküste Liguriens, zwischen Levanto und La Spezia
  • Höhe: 0 – 812 m
  • Aktivitäten: Wandern, Paragliding, Kajak, Tauchen
  • Besucherzentren: Monterosso al Mare, Riomaggiore, Manarola, Vernazza, Corniglia, La Spezia, Levanto
Es waren die Bauern, die über Jahrhun­derte hinweg die steilen Küstenhänge terrassierten, in mühsamer Arbeit Trocken­mäuerchen errichteten und so winzige Anbauflächen gewannen, auf denen sie Wein, Oliven und Gemüse ziehen konnten. Und es waren die Fischer, die an kleinen natürlichen Hafenbuchten ihre Häuser bauten, die sich bis heute so eng und bunt und pittoresk übereinanderstapeln. Monterosso al Mare und Vernazza, Cor­niglia, Manarola und Riomaggiore heißen die fünf »Terre« (Dörfer), die bis heute nicht durch eine Autostraße miteinander verbunden sind – zum Glück. Doch eine Zuglinie führt von einem Dorf zum anderen und natürlich die alten Saumpfade, die sich heute als von Touristen heiß geliebte Wanderwege hoch über dem glitzernden Meer entlangschlängeln. Apropos Meer: Zum Nationalpark gehört auch ein 4.000 Hektar großes marines Schutzgebiet, um den vielfältig bewohnten Meeresboden zu bewahren. Es ist Teil eines internatio­nalen Schutzgebiets für Meeressäuger, sodass sich hier auch Wale und Delfine gut beobachten lassen.

Unser Tipp: Ein Gläschen Sciacchetrà bei den Bauern der Cinque Terre. Bis heute wird hier gekeltert – unter anderem einen einzigartigen Passito, den Süßwein Sciacchetrà DOC, der wunder­bar aromatisch nach Honig und getrock­neten Aprikosen schmeckt. Jedes Jahr werden nur wenige Flaschen abgefüllt. Sollten Sie eine entdecken – zugreifen!

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