Emilia-Romagna Wasser, Weite und viel Himmel

Als wär’s ein Stück von Holland: Das tellerflache Po-Delta ist ein echtes Paradies für Radfahrer – und hat mit seinen unzähligen Kanälen, Teichen und Dämmen auf den ersten Blick nur wenig Mediterranes an sich. Doch es gehören auch echt italienische Kultur-Schätze wie das venezianisch anmutende Städtchen Comacchio und die 1.000 Jahre alte Benediktinerabtei von Pomposa zum Park, der UNESCO-Biosphärenreservat ist.

Perfekt für Radler: die schnurgeraden Sträßchen entlang Kanälen und Lagunen im Po-Delta.

Fakten
  • Gründungsjahr: 1998
  • Fläche: 53.653 Hektar
  • Weitere Anerkennungen: UNESCO-Biosphärenreservat
  • Lage: im Nordwesten der Emilia-Romagna, zwischen Mesola und Cervia
  • Höhe: 0 – 33 m
  • Aktivitäten: Wandern, Radfahren, Birdwatching, geführte Thementouren
  • Besucherzentren: Salina di Cervia, Valli d’Argen- tera, Comacchio, Bosco della Mesola, Sant’Alberto, La Bevanella (Savio), Ostellato
Wo sich der Po, Italiens längster Fluss, mit zahlreichen Nebenarmen fächerartig in die Adria ergießt, liegt das größte Feuchtgebiet Europas. Zwei Naturparks schützen das wasserreiche Areal; der Naturpark der Emilia Romagna umfasst den südlicheren Teil.

Es ist eine unwirkliche, zauberhafte Welt aus Wasser und Sand, endlos weit, zusammengehalten von mäandernden Flussarmen und schnurgeraden Kanälen, gesprenkelt mit Teichen und Lagunen, in denen sich ein gewaltiger Himmel spiegelt. Dämme und Pappelreihen sorgen für Struktur. An den Ufern der valli, der großen Brackwasserlagunen, in denen Aale gefangen werden, sitzen wie langbeinige Insekten seltsame Pfahlbauten; es sind die Hütten der Freizeitfischer.

Das Delta ist ein Paradies für Vögel (und für Vogelliebhaber); gut 300 Arten nisten und überwintern hier, darunter rosa Flamingos, Kormorane und Rallenreiher. Zur glitzernden Wasserwelt des Deltas gehört aber auch ein sehr solides Element: der uralte Wald von Mesola im Norden. Es sind die Überreste eines antiken Küstenwalds, der sich einmal bis nach Ancona hinuntergezogen haben soll. Ein Zauberwald am Meer, in dem man mit etwas Glück einen der raren Dünenhirsche zu Gesicht bekommt, die hier zu Hause sind.

Romanische Kunst in Pomposa: der schlanke Turm der 1.000 Jahre alten Campanile der ehemaligen Benediktinerabtei.
Unser Tipp: Der schlanke Turm der Abbazia di Pomposa. Wie ein Giraffenhals und weithin sichtbar ragt in Codigoro der 1.000 Jahre alte schlanke Turm Campanile der ehemaligen Benediktinerabtei aus der flachen Ebene. Es gibt Fresken im Stile Giottos sowie Bodenmosaiken in der Abteikirche zu bewundern.

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