Marken, Abruzzen & Latium Ein ganz besonderer Wasser-Park

Zwei Gebirgsmassive beherrschen diesen Nationalpark im grünen Zentrum Italiens: der Gran Sasso d’Italia und die Monti della Laga. Majestätisch und von gewaltigen, vertikalen Felswänden geprägt der eine, mit weich geschliffenen Kuppen, Bergbächen und Wasserfällen der andere. Gletscher haben das Terrain geformt und für eine mit 2.651 Arten ungewöhnlich reiche Pflanzenvielfalt gesorgt.

Die ausgedehnten Laubwälder im Nationalpark Gran Sasso e Monti della Laga gehen bis auf die alten Römer zurück.

Vom höchsten Gipfel des Gran Sasso, dem 2.912 m hohen Corno Grande, geht der Blick, wenn das Wetter mitspielt, auf zwei Meere – die Adria im Osten und das Tyrrhenische Meer im Westen. Kein Wunder, dass die alten Römer das Gebirgsmassiv, das ungefähr in der geographischen Mitte Italiens liegt und die höchste Erhebung des Apennins darstellt, »Fiscellus Mons« nannten, Nabel-Berg.

Fakten
  • Gründungsjahr: 1995
  • Fläche: 143.331 Hektar
  • Lage: im Grenzgebiet von Marken, Abruzzen und Latium
  • Höhe: 490 – 2.912 m
  • Aktivitäten: Wandern, Reiten (es gibt einen 320 km langen Pferde- Rundweg), Radfahren
  • Besucherzentren: Nach den Zerstörungen durch das Erdbeben 2016 sind vorläufig nur die Zentren in Santo Stefano di Sessanio, San Pietro, Castelvecchio Calvisio, Capitignano und Paladini di Crognaleo in Betrieb.
Zum Gran Sasso gehört ein von Gletschern ausgeschürftes, 20 Kilometer langes Hochplateau, der Campo Imperatore, das wegen seiner kargen Weite auch »Klein-Tibet« genannt wird. Es hat Geschichte geschrieben, nicht nur, weil es zu den ältesten Skigebieten Italiens zählt, sondern auch, weil hier 1943 Mussolini festgehalten wurde, bis die Deutschen ihn befreiten. Und sollte Ihnen der Anblick der Hochebene vertraut vorkommen: Zahlreiche Kinofilme wurden hier gedreht, darunter »Der Name der Rose«.

Zu den großen Erfolgen des Nationalparks gehört die Wiedereinführung der praktisch ausgestorbenen Abruzzen-Gämse, von der hier mittlerweile wieder rund 1.000 Exemplare äsen. Eher unwahrscheinlich dagegen ist eine Begegnung mit der Orsini-Viper (Wiesenotter), die für ihr reizbares Naturell bekannt ist: Sie kommt in den hoch gelegenen Almwiesen zwar häufig vor, gilt aber als äußerst scheu.

Die Wiesenotter sollte einen jedoch nicht davon abhalten, über Nacht zu bleiben. Unser Tipp: Das mittelalterliche Bergstädtchen Santo Stefano di Sessanio war praktisch verlassen, als ein junger Mailänder die Häuser aufkaufte und sie in ein »albergo diffuso« umwandelte, ein Hotel, das sich durch den ganzen Ort zieht. Die Gäste wohnen, essen, relaxen ganz im traditionellen Stil.

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