Basilikata Wo Menschen in Höhlen lebten

Eine urzeitliche, fast biblische Atmosphäre liegt über der Murgia Materana, dem rauen Hochplateau und gleichnamigen Naturpark jenseits der Gravina-Schlucht. Kaum ein Mensch ist unterwegs in den tiefen Canyons und auf den sonnenverbrannten Anhöhen. Nur ein paar Schafherden zupfen an Silbersalbei und Thymian. Und doch ist dieses schroffe Terrain seit Menschengedenken Kulturland.

Wie in Stein gemeißelt: die uralte Höhlenstadt Matera auf einer felsigen Landzunge in der Region Basilicata.

Fakten
  • Gründungsjahr: 1978
  • Fläche: 10.856 Hektar
  • Lage: unmittelbar östlich der Stadt Matera, zwischen dem Fluss Gravina und der Grenze zu Apulien
  • Höhe: 90 – 460 m
  • Aktivitäten: Wandern, Mountainbiken, geführte Exkursionen
  • Besucherzentren: Matera, Montescaglioso
Von Matera, der amtierenden Kulturhauptstadt Europas, kann man sich schon ein gutes Bild machen: Der Blick geht über die steile, wild zerklüftete Gravina-Schlucht hinüber auf die Murgia, eine einsame, scheinbar komplett unberührte, karstige Hochebene. Eine dünne, extrem artenreiche und macchiaartige Vegetation überzieht den Felsboden, der sich hin und wieder zu nackten Steinhügeln hochschwingt oder unvermutet zu steilen Canyons abfällt. Karg und unwirtlich wirkt das Szenario, als wollte es sich dem Menschen verwehren. Doch der hat sich nicht abhalten lassen: Seit der Altsteinzeit haben Menschen auf der Murgia gesiedelt und sich die karstige Beschaffenheit des Terrains zunutze gemacht: Sie lebten in natürlichen Höhlen, die die Erosion in die steilen Abhänge gegraben hatte, richteten dort später auch Kirchen und Klöster ein. Die äußerst schlichten Felsenkirchen mit ihren eingemeißelten Symbolen und manchmal noch schemenhaft zu erkennenden Fresken sind ergreifende Beispiele für diese archaische Frömmigkeit. Besonders lohnend: die Kirche von Sant’ Andrea und die Cripta della Scaletta. Sowohl die Stadt Matera als auch die Felskirchen gehören zum UNESCO-Welterbe. 

Unser Tipp: Wie das Leben der Menschen in den Sassi, den Höhlenwohnungen von Matera aussah, können Sie in der originalgetreu ausgestatteten Höhle »Casa Grotta« im Ortsteil Sasso CaveosoIn besichtigen. Dort lebten die Menschen bis in die 1950er-Jahren unter elenden Bedingungen.

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