Aostatal & Piemont Im Königreich des Steinbocks

Wo einst die savoyische Königsfamilie mit Begeisterung auf die Jagd ging, befindet sich heute der älteste und berühmteste Nationalpark Italiens: il Parco Nazionale Gran Paradiso. In hochalpinem Ambiente und halb auf piemontesischem, halb auf aostanischem Boden gelegen, steht zwischen Felsgipfeln, Gletschern und Jagdhütten immer noch der Steinbock im absoluten Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Leicht zu besteigen: der Viertausender Gran Paradiso

Fakten
  • Gründungsjahr: 1922
  • Fläche: 71.043 Hektar
  • Lage: im Nordwesten Italiens, im Grenzgebiet zwischen Piemont und Aostatal
  • Höhe: 400 – 4.061 m
  • Aktivitäten: Wandern, Mountainbiken, Klettern, Eisklettern, Langlauf, Schneeschuhwandern, Pferdeschlitten
  • Besucherzentren: Cogne, Valsavarenche, Ceresole Reale, Rhêmes-Notre- Dame, Ronco Canavese, Ribordone, Noasca, Locana, Valprato Soana
Schon der piemontesische König Vittorio Emanuele II. liebte Stein­ böcke so sehr, dass er die Gebirgs­täler rund um den 4.061 m hohen Gran Paradiso 1859 in ein Jagdreservat ver­wandelte. Das war als Schutzmaßnahme gedacht, weil jetzt nur noch die Mitglieder des savoyischen Königshauses auf die prächtig gehörnten Bergziegen anlegen durften. Doch erst viel später wurde aus dem Jagdgebiet ein Schutzgebiet, in dem sich die Tiere wirklich sicher fühlen konn­ten – 1922 wurde hier der erste italieni­sche Nationalpark gegründet. Auch in anderer Hinsicht verkörpert der halb im Piemont, halb im Aostatal gelegene Nationalpark Gran Paradiso die Königs­klasse der Naturparks: Er ist ein echter Hochgebirgspark mit mächtigen Gipfeln, Gletschern und einer der dichtesten Tier­populationen Europas.

Ob Steinböcke, Gämsen, Hermeline oder Murmeltiere, auf 500 Kilometer markierten Wegen und Forststraßen können Wanderer die Begegnung mit ihnen suchen. Über allem schwebt, mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern, der größte Vogel des Kontinents, der Bartgeier. Ihm ist im Park ein eigenes Besucherzentrum gewidmet. Gipfelstürmer dürften sich übrigens freuen: Der Gran Paradiso gilt, trotz Gletscherquerung und ein wenig Kletterei, als relativ einfach zu ersteigen­ der Viertausender. Und wer es bis oben geschafft hat, wird mit einem Traumblick auf den Mont Blanc belohnt.

Bergpflanzen aus aller Welt wachsen im Botanischen Garten »Paradisia«
Unser Tipp: Besuchen Sie den Botanischen Garten Paradisia. Am schönsten ist der Garten im Juni und Juli, wenn sich seine 10.000 Quadrat­meter in ein alpines Blumenmeer mitten in den Bergen verwandeln. Benannt ist er nach der weißen Alpen­-Paradieslilie, aber auch Pflanzen aus exotischen Bergregionen der Erde gedeihen hier bestens (Valnontey, erreichbar über Cogne/Aostatal).

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