Italien Die schönsten Strände auf Sizilien

Das Meer ist hier ein Künstler, seine Werke: Felsen-Skulpturen und Buchten mit feinstem Sand. Unsere Lieblinge an gut 1000 Kilometer Küste.
Sizilien

Treppe zum Glück: Scala dei Turchi

Wenn die Sonne scheint, dann strahlt er fast unwirklich weiß, dieser Fels namens Scala dei Turchi (»Türkentreppe«). Was tatsächlich aussieht wie Stufen, haben Regen und Meer aus Mergel geformt, einem weichen Sedimentgestein. Einzigartig, dachten wohl auch die Designer von Dolce & Gabbana, die eigentlich Mode machen, – und ließen einen sizilianischen Künstler ein Bild der Klippe auf einem Retro-Kühlschrank verewigen. Wer sie in Natur sehen möchte, findet sie beim kleinen Ort Realmonte, etwa 15 Kilometer westlich von Agrigent, zwischen anderen, nicht ganz so berühmten Klippenformationen. Aber bitte: Lieber den Anblick vom Strand genießen, als darauf herumzuklettern – es brechen nämlich immer wieder Teile ab. Auf beiden Seiten liegen feine Sandstrände: Nach Osten ziehen sie sich, gesäumt von Restaurants und Bars, bis zum kleinen Ort Porto Empedocle. Nach Westen erstreckt sich der ruhigere Rosello-Strand, dessen Ende ein weiterer Felssporn begrenzt: der rötlich gefärbte Capo Rosello, ein Kalkarenit der »roten Zone« – in Abgrenzung zur »weißen Zone« rund um die Scala dei Turchi. Das rot-weiße Farbenspiel ist vom Wasser aus besonders gut zu sehen, im Hafen von San Leone starten Segelboote zu Exkursionen.

Die schönsten Strände: Vendicari, Calamosche, San Lorenzo, Eloro

Bevor Sie in den feinen Sand sinken, lassen Sie den Blick über das türkisfarbene Meer streifen und zu den Felsen am Rand der Bucht, zwischen denen Meerfenchel und Thymian wachsen. Und dann stellen Sie sich vor, dass dort mal eine Ölraffinerie geplant war. Zum Glück setzten sich 1984 Umweltaktivisten gegen die Industrie durch: Vendicari, gut zehn Kilometer südlich von Noto, wurde Naturschutzgebiet – und der rund 200 Meter lange Strand Calamosche, der mittendrin liegt, blieb ein Paradies. Dank seiner Lage in einer Bucht, hat das Meer hier kaum Strömung, und Schnorchler können rund um die Felsen jede Menge entdecken. Er ist umgeben von 1500 Hektar salzigem Feuchtgebiet mit acht Kilometern Küste. Vendicari ist ein wichtiger Zwischenstopp für Zugvögel, im Herbst kommen Flamingos und Störche. Und im Sommer sehr viele Badegäste. Denn auch wenn Calamosche der schönste ist: Es gibt hier noch mehr herrliche, naturbelassene Strände. Eloro beim Nordeingang von Vendicari liegt neben den Ruinen einer griechischen Siedlung, und San Lorenzo am Südausgang ist bei Familien beliebt, weil das Wasser dort schön flach ist.

Weitere Infos unter: www.riserva-vendicari.it

Stadtnah: Palermos Stadtstrand Mondello

Es gibt Strände, die sollte man nur unter der Woche aufsuchen, und Palermos Stadtstrand Mondello, rund zehn Kilometer nördlich gelegen, ist einer davon. An einem Werktag wird nachvollziehbar, warum sich die Reichen aus der Hauptstadt in den 1920ern mit ihren Villen in dem ehemaligen Fischerdorf niederließen. Aus dieser Zeit stammt das ehemalige Badehaus das auf Stelzen im Wasser steht, nun ein Restaurant beherbergt und an Sommerwochenenden so proppenvoll ist wie der ganze, rund 1,5 Kilometer lange Strand.

Weitere Infos unter: www.mondellomare.it

Im Fischerdorf Marzamemi

Kaum zu glauben, dass viele sich das entgehen lassen: Das kleine Fischerdorf Marzamemi südlich von Noto hat eine sehr gemütliche Strandpromenade. Während man da sitzt oder entlangspaziert, blickt man auf die Isola Piccola, eine Privatinsel, auf der bis 1954 der Schriftsteller Vitaliano Brancati lebte. Park- und Dorfplatz füllen sich aber erst, wenn die Sonne untergeht, die meisten kommen nur zum Abendessen hierher. Auch das lohnt sich. Trotzdem: Sie verpassen etwas. Ca. 25 Kilometer südlich von Noto

Auf der Landzunge

Glaube und Badespaß liegen nah beieinander in Tindari: Hoch oben auf den Klippen steht die Kirche der Schwarzen Madonna, eine bedeutende Wallfahrtskirche. Etwa 200 Meter darunter ragt eine Sandbank, die »linguetta di sabbia« (Sandzunge), mehr als einen Kilometer weit ins Meer. Auf ihr haben sich flache Seen gebildet, teils mit Salz- und teils mit Süßwasser. Von den Klippen betrachtet, sieht das spektakulär aus. Und in den flachen Pools zu planschen, macht nicht nur Kindern Spaß. Ca. 30 Kilometer von Milazzo

Blaue Höhle

Die Insel Favignana hat viele schöne Badebuchten. Berühmt ist sie aber vor allem für ihre Meeresgrotten, allen voran die grandiose Grotta Azzurra. Fähren von Trapani

Zu Fuß auf die Insel

Sie können einfach rüberspazieren zur Isola Grande – so  flach ist das Meer zwischen der Insel und dem Strand Teodoro an der Westküste. Nördlich von Marsala Beliebter Tiefgang Treffpunkt der Taucher: Vor Ustica liegt Italiens erster Unterwasser-Naturschutzpark, bekannt für seinen Artenreichtum an Fischen und Schildkröten. Fähren ab Palermo