Italien Die schönsten Ausflüge auf Sizilien

Es geht ordentlich rauf und runter, aber es lohnt sich, die Insel zu erkunden. Die schönsten Wege ins Grüne beginnen manchmal mitten in der Stadt.
Sizilien

Buchten hüpfen

Das Leid des Wanderers: Das Meer sieht von oben herrlich aus – ist aber von den schönsten Wegen oft schwer erreichbar. Im Riserva naturale orientata dello Zingaro, einem Naturpark ganz im Westen der Insel, geht alles drei: wandern, Ausblicke genießen und baden. Entlang der Steil­küste führt ein einfacher Weg, der mehre­re, mit feinem Kies gefüllte Badebuchten verbindet. Die erste heißt Cala Capreria und ist vom südlichen Parkeingang schon nach einer Viertelstunde erreicht. Wer morgens früh dran ist, erwischt auch im Sommer mit etwas Glück noch einen Platz im Schatten der Felsen. Wer später kommt, läuft einfach weiter zur nächsten oder übernächsten Bucht. Es lohnt sich auch, auf einem von mehreren Wanderwegen das Landesinnere zu erkunden, wo der gut 900 Meter hohe Monte Speziale aufragt. Eindrucksvoller Stopp: die Grotta dell’Uzzo, eine 20 Meter hohe Magmablase, in der prähistorische Skelette entdeckt wurden. Besonders farbenfroh ist der Naturpark im Frühling, dann blühen dort 27 wilde Orchi­deenarten, gelber Stechginster und Zwerg­palmen. Warum an der Küste so viele Motorboote entlangsausen? Weil sich die Landschaft auch vom Meer aus sehen lassen kann.

Weitere Infos unter: www.riservazingaro.it

Die Hausberge

Von der Normannenburg, die einst auf dem Felsen über Cefalù hockte, sind zwar nur noch Mauerreste übrig. Der Aufstieg zur Rocca di Cefalù lohnt sich trotzdem, weil der Blick von dort oben über das Tyrrhe­nische Meer bei klarem Himmel bis zu den Äolischen Inseln reicht. Außerdem bietet der rund 270 Meter hohe Hausberg eine ungewohnte Perspektive auf ein weiteres, um einiges besser erhaltenes Normannen­bauwerk: den Dom von Cefalù – bezie­hungsweise auf dessen Rückseite und sein Dach. Gut zu erkennen: Die beiden 1131 bis 1132 erbauten wuchtigen Zwillings­türme unterscheiden sich leicht. Sie tragen verschiedene Pyramiden als Dächer, und ihre Fenster sind unterschiedlich angeord­net. Der Treppenweg hinauf beginnt an der Piazza Garibaldi südlich des Doms und führt zunächst auf ein Plateau, auf dem die Reste eines megalithischen Heiligtums stehen. Ursprünglich stammt es aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., später diente es Rö­mern und Christen als religiöse Stätte.

Auch Palermo hat seinen Hausberg: den 606 Meter hohen Monte Pellegrino nörd­lich der Stadt. Die Pinienwälder an seinen Hängen sind ein beliebter Rückzugsort an heißen Sommertagen, der Berg ist aber auch ein Naturschutzgebiet mit mehreren Wanderwegen – und grandioser Sicht auf das Häusermeer der Hauptstadt. Von dort oben sieht man gut, wie Palermo sich in eine Senke schmiegt und das Gelände im Osten zum Monte Catalfano ansteigt. In der großen Hafenbucht liegen häufig Kreuzfahrtschiffe, 2017 erreichte fast eine halbe Million Passagiere die Stadt.

An der Piazza Generale Antonio Cascino außerhalb der Innenstadt beginnt ein ge­pflasterter Pilgerweg, der in einer guten Stunde den Berg hinauf und zum Santua­ rio di Santa Rosalia führt. Halb Haus, halb Höhle scheint dessen Barockfassade aus dem Fels zu wachsen. Die Grotte beher­bergt einen Schrein mit einer Skulptur der heiligen Rosalia. Die, so die Legende, soll als Einsiedlerin auf dem Monte Pellegrino gelebt haben und ist eine von Palermos Schutzheiligen. Den nötigen Überblick hätte sie von hier oben gehabt.

Weitere Infos zum Santuario di Santa Rosalia: Via Pietro Bonanno, www.santuariosantarosalia.it.

Die Schluchten

Natur, die zum Vergnügungspark umfunk­tioniert ist, oder pures Vergnügen in der Natur: Zwei Wege führen nordwestlich von Taormina zu benachbarten und doch komplett unterschiedlichen Abschnitten der Gole dell’Alcantara. Bis zu 20 Meter tief hat der Fluss Alcantara die Schluch­ten ins Lavagestein gefressen. Der Parco botanico e geologico ist voller Spazier­wege, Restaurants und Rafting und Trubel. Etwas weiter nördlich führt von der Hauptstraße ohne Tamtam eine Treppe hinab – dorthin, wo eine Schlucht sich spektakulär öffnet. Über einen schmalen Kiesstrand kommt man dort ins Wasser­ und kann ein Stück durch das ganzjährig eiskalte Wasser gegen den Strom waten, dann wird es zu tief. Wer tiefer vordringen möchte, bucht eine etwa zweistündige Canyoning­Tour mit »Sicily Green Sports«. Mit Taucheranzügen gegen die Kälte ge­rüstet, klettern die Teilnehmer dabei unter anderem einen Wasserfall hinauf.

Weitere Infos unter: www.parcoalcantara.it, Sicily Green Sports: Motta Camastra, Strada Statale 185, Tel.: 333 360 9545

Schlendern

Verspielte Arrangements, harmonische Höhen: Besser könnte der Giardino Bellini kaum zum Beruf seines Namensgebers passen. Der war Komponist. Adresse: Catania, Via Etnea 292

Schippern

Der Ciane ist als einziger Fluss Siziliens schiffbar. Und das sollten Sie für eine Bootstour nutzen, an seinen Ufern wachsen zum Beispiel die letzten Papyrusstauden Europas. Start am Hafen von Syrakus

Zeitreisen

Tausende prähistorische Grabkammern in einer beeindruckenden Kulisse aus Schluchten und Kalkfelsen: Die Pantalica bei Ferla im Südosten gehört zum Welterbe. Weitere Infos unter: www.pantalica.org