Kleiner Gigant Top 10 Highlights in Georgien

Georgien ist kein großes Land, aber reich an Schätzen: uralte Kirchen, dramatische Landschaften und eine der faszinierendsten Hauptstädte, die MERIAN-Redakteur Kalle Harberg je gesehen hat.
Bargati Kathedrale

1. Tiflis

Die meisten Reisen nach Georgien beginnen in der Hauptstadt – zu Recht! Denn Ti is, oder Tbilisi, wie die Stadt hier heißt, ist das unangefochtene politische und kulturelle Zentrum des Landes. Um sich einen Überblick zu verschaffen, sollte man am ersten Tag mit der Seil- bahn zur Festung hinauffahren oder – noch besser – auf den heiligen Berg Mtazminda,von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Stadt hat. Und danach: ab nach unten und eintauchen in diese unglaubliche Metropole.

2. Swanetien

Neben Ti is ist die Region im Norden das touristisch am besten erschlossene Ge- biet Georgiens. Zum Wandern sind die Berge des Großen Kaukasus absolut fantastisch. Am bekanntesten ist die viertägige Tour von Mestia, dem größten Ort Swanetiens, nach Uschguli. Aber es gibt jede Menge kürzere Wanderungen zwischen den pittoresken Dörfern, die mit ihren mittelalterlichen Wehrtürmen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Zu viel Komfort sollte man von den kleinen Gasthäusern nicht erwarten, dafür gibt es aber oft herzhafte, selbst gekochte Mahlzeiten.

3. Kirchen und Klöster

Kaum ein Land wurde so früh christianisiert wie Georgien. Und noch heute nimmt der georgisch-orthodoxe Glaube eine zentrale Rolle ein. Selbst Reisende, die Sakralbauten meist nicht viel abgewinnen können, sollten einige der wirklich magischen Kirchen und Klöster besuchen, die über das ganze Land verteilt sind. Zu den spektakulärsten Bauten gehören das Höhlenkloster Wardsia und die wieder aufgebaute Bagrati-Kathedrale. 

Georgische Küche

Viele Gerichte, viele Dips und jede Menge Wein: Wenn Georgier richtig auftischen, bleibt auf dem Tisch kein Platz mehr frei.

4. Kulinarik

Von der unglaublichen Gastfreundschaft der Georgier hatte ich vorher schon gehört – und dann wurde ich gleich am ersten Abend tatsächlich zum Essen eingeladen! Auf den Tisch kamen khingali, mit Hack eisch und Brühe gefüllte Teigtaschen, bei deren Verzehr man sich ohne vorige Übung quasi nur lächerlich machen kann. Khingali ist aber nur eines der vielen traditionellen Gerichte der georgischen Küche, die gerade eine Renaissance erlebt.

5. Polyphoner Gesang

Die mehrstimmigen Choräle mit bis zu sieben Melodien, die georgische Männer seit Jahrtausenden singen, gehören seit 2001 zum Immateriellen Kulturerbe. In den schönsten Momenten der Lieder fragt man sich, wie solch ein wunderbar durchdringender Klang ohne Lautsprecher und Effekte überhaupt möglich ist. Erleben lässt sich der Gesang oft am Rand eines supra, wie die georgische Tafel heißt – oder bei Konzerten der professionellen Ensembles von Tiflis.

6. Batumi 

Alphabet-Turm Batumi

Die 33 georgischen Buchstaben schimmern in der Doppelhelix des Alphabet-Turms – nur eines von Batumis neuen Wahrzeichen.

Ex-Präsident Michail Saakaschwili wollte die mit rund 160000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes in ein Monte Carlo am Schwarzen Meer verwandeln. Das hat nicht ganz geklappt, aber tatsächlich hat ein spektakulärer Bauboom Batumi zur modernsten Stadt Georgiens gemacht – samt eigenwilliger Skyline und einem sieben Kilometer langen Strand, der im Sommer zur Bühne wird.

7. Tuschetien

Die Region im Nordosten des Landes ist noch eine Spur wilder als Swanetien: Eine einzige Straße, der Abano-Pass, führt nach Tuschetien, und auch der ist im Winter dicht. Die Isolation hat die Kultur der Tuschen geprägt und die einzigartige Natur ihrer Heimat bewahrt: Tuschetien ist ein Traum für Wanderer, die von Dorf zu Dorf trecken wollen – oder aber Seite an Seite mit den Schäfern und ihrer Herde hinab ins Tal.

8. Bordschomi-Charagauli

Der älteste Nationalpark des Landes liegt im Kleinen Kaukasus rund zweieinhalb Stunden Fahrt von Tiflis entfernt. Schon im Zarenreich wegen seiner Heilwasser beliebt, ist er heute vor allem für Wanderurlauber perfekt, die sich zwischen zwölf pittoresken Wegen entscheiden und dann zwischen den Etappen in rustikalen Berghütten übernachten können – und dabei vielleicht einen der im Nationalpark lebenden Wölfe heulen hören.

9. Architektur

Als Zeichen des Aufbruchs entstanden Anfang des Jahrtausends überall in Georgien futuristische Bauten – und zwar nicht nur für repräsentative öffentliche Funktionen, sondern auch als Tank- stellen und Bürogebäude. Die Grenzstation zur Türkei in Sarpi wirkt wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films – und wurde vom deutschen Architekten Jürgen Mayer H. entworfen.

10. Kachetien

Georgischen Wein gibt es seit 8000 Jahren, er gehört zu den ältesten der Welt. Die meisten Winzer arbeiten in der Region Kachetien, gute Ausgangspunkte für Weintouren sind Kvareli, Telawi oder Sighnaghi. Braune Schilder mit der Aufschrift »Wine Route« führen zu Weingütern, auf denen man manchmal auch übernachten kann.

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Autor

Kalle Harberg