Mont St. Michel © Markus Bassler
Sehenswürdigkeiten

Mont-Saint-Michel: Das Weltwunder ist wieder von Wasser umspült

Die Insel-Abtei Mont-Saint-Michel gilt als „Wunder des Abendlandes“ – doch sie drohte zu verlanden. Enorme Anstrengungen machen den Besuchermagnet (3,5 Mio. im Jahr) wieder attraktiver.

Perfekter Kegel aus Fels, Grün und Blau

Schon der erste Blick zieht in den Bann: Aus Polderwiesen und Wattenmeer erhebt sich ein Gebilde, bei dem Fels und Grün und Bauwerke sich zu einer fast perfekten Kegelform ergänzen und bis in den dramatischen Wolkenhimmel wachsen. Seit Urzeiten fasziniert dieser Granitsporn an der Küste die Menschen. Kloster- und Kirchenbauten haben ihn in ein „Wunder des Abendlandes“ verwandelt. Victor Hugo verglich den Mont-Saint-Michel mit der Cheopspyramide, für die UNESCO gehört er zum Welterbe.

Insiderwissen: Zwischenzeitlich wurde Mont-Saint-Michel vernachlässigt – und diente sogar als Gefängnis.

Mischwesen aus Fels und Baukörpern

Der mehr als 1300 Jahre alte Klosterberg Mont-Saint-Michel ist ein echter Besuchermagnet, rund 3,5 Millionen Touristinnen und Touristen kommen pro Jahr. Kernstück ist die Abtei, die ab 966 den Benediktinern anvertraut wurde. Die kümmerten sich mehr als 800 Jahre lang um die Geschicke des Monts und machten ihn zu einem Beispiel mönchischer Kultur. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Berg zu einem einzigartigen Mischwesen aus gewachsenem Fels und verschachtelten Baukörpern aus verschiedenen Epochen. 

Doch die Gezeiten haben die Bucht um den Berg fast gänzlich verlanden lassen. Das ist zunächst natürliche Sedimentation, begünstigt durch den Bau eines Dammes vom Festland zum Berg und die Ausdehnung der Salzgraswiesen.

Der „Mont“ ohne Meer? Mon dieu!

Der Mont-Saint-Michel ohne Meer – mon Dieu, undenkbar! Deswegen wurden von der französischen Regierung 200 Millionen Euro investiert. Das Vorhaben dauerte Jahrzehnte – und diente dazu, den magischen Anblick von Berg und Meer in die Zukunft zu retten. Seit einigen Jahren ist das Hauptwerk getan: Der Parkplatz ist aus der Bucht verschwunden. Statt des Dammes liegt eine Stelzenbrücke wie ein Pinselstrich in der Wattlandschaft, begünstigt den Wasserfluss und ermöglicht mit wechselnden Perspektiven eine fast schon meditative Annäherung an das Heiligtum.

Ein Stausystem spült das Welterbe frei 

Gewaltig waren die Arbeiten am Fluss Couesnon: Er wurde mit einem Stausystem versehen, das sich bei Flut füllt, bei Ebbe geöffnet wird und durch einen schnellen Wasserabfluss den Sand aus der Bucht ins Meer schwemmt. Die Maßnahmen zeigen inzwischen ihre Wirkung, bei starken Springfluten wird der Welterbe-Berg wieder zur Insel. Fast schon tragisch: Gleichzeitig bedroht der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel das Kulturerbe nun in der anderen Richtung.  

Shuttle, Pferdewagen oder zu Fuß 

Ein guter Standort für den Besuch des Mont-Saint-Michel – und der Bretagne überhaupt – ist zum Beispiel das nahe St. Malo.

Zur Anreise: Im Navi nicht Mont-Saint-Michel eingeben, sondern Parking Mont Saint Michel, 50170 Beauvoir, Frankreich. Denn der (gebührenpflichtige) Parkplatz befindet sich jetzt etwa zwei Kilometer landeinwärts. Weiter zum Berg kommt man mit dem Shuttlebus, einem Pferdewagen oder zu Fuß. Alle Infos und einen interaktiven Plan finden Sie unter:
www.bienvenueaumontsaintmichel.com/de

Das könnte Sie auch interessieren

St. Malo © Markus Bassler
Städtereisen
Saint-Malo: Die alte Stadt und das Meer

Die Festungsstadt Saint-Malo gehört zu Frankreichs meistbesuchten Orten, eine Million Gäste kommen jeden Sommer. Aus gutem Grund: Es gibt Strand, Kultur und jede Menge bretonische Freibeuter-Romantik.

TRENTINO_domplatz © Tim Langlotz
Städtereisen
Trento: Ist das die beste Stadt Italiens?

In den nationalen Rankings zur Lebensqualität landet Trento immer ganz weit vorn. Die Hauptstadt der Provinz punktet mit ihrem prächtigen historischen Kern – und ist gleichzeitig ein Experimentierfeld für mutige Ideen.

Seasons_10293202_HiRes_Navigli_Fluss_Kanal_Bruecke_Mailand_Italien © seasons.agency / Jalag / Schinharl, Michael
Städtereisen
Das Navigli-Viertel von Mailand

Im Navigli-Viertel ziehen Kanäle aus dem Mittelalter, Restaurants am Wasser und Ateliers in versteckten Höfen die Mailändern in ihren Bann. Abends verwandelt es sich in ein cooles Ausgeh-Viertel mit Bars und Musik.

Vivid Sydney © Destination NSW
Städtereisen
Oper, Harbour Bridge, Bondi Beach: Das ist Sydney

Australiens größte Metropole bietet ihren 5,3 Millionen Einwohnern viel Platz für zukunftsweisende Festivals, ein schillerndes Zentrum, alternative Viertel, Architektur-Ikonen und dazu ein grandioses Umland.