Städtereise Überrascht von Cottbus

Randlage und rechte Sprüche: MERIAN-Autor Till Raether hatte ein vages Bild von Cottbus im Kopf. Und fand vor Ort eine ganz andere Stadt. Eine mit großartigem Museum, progressiver Bühne und regionaler Feinkost. Seine Highlights auf einem Blick.

Gründerhäuser, Cottbus

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK)
Das Museum hat zwei Standorte, die gut 80 Kilometer voneinander entfernt liegen: im Packhof und in der Rathaushalle in Frankfurt sowie im Dieselkraftwerk in Cottbus. Seine umfangreiche Sammlung von Kunst aus der DDR ist die Basis von beiden – und wird für wechselnde Ausstellungen mit internationaler Kunst verknüpft. In Cottbus gewinnen die Schauen durch die Industriearchitektur zusätzlich an Kraft.

Bäckerei Heimat und Herz in Cottbus
Heimat und Herz
Ein schöner Ort in der Innenstadt für einen Snack: In der beliebten Bäckerei mit integriertem Café und regionalem Feinkostladen am Altmarkt wird alles möglichst von Hand gemacht – Aufstriche, Marmeladen, Öle und natürlich vor Ort gebackenes Brot.

Staatstheater Cottbus
Das Vier-Sparten-Haus mit eigenem Ensemble ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg. Das Haupthaus ist ein sehenswertes architektonisches Kleinod. Weitere Spielstätten sind etwa die Theaterscheune, der Kasernenhof und die Kammerbühne. Die Kolleginnen vom Besucherservice im Großen Haus sind hilfsbereit und bestens informiert, man kann Karten für einen kleinen Aufpreis aber auch online bestellen.

Fürst-Pückler-Park Branitz
Wasserläufe umgeben von zahlreichen Bäumen und Sträuchern. Eine 13 Meter hohe Pyramide inmitten eines Sees, mit Weinreben bewachsen. Es ist das Alterswerk von Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785- 1871), ein mehr als 600 Hektar großer Landschaftspark mit einem heute fast zwölf Kilometer langen Wegenetz. Im dreiflügeligen Barockschloss ist heute das Fürst-Pückler-Museum untergebracht. Ein Besuch in Branitz lohnt sich das ganze Jahr über. Zu empfehlen ist die Parkweihnacht am ersten Adventswochenende und das Gartenfestival im Mai, bei dem die Schlossgärtnerei ihre Türen öffnet. 

Kleiner Cavalier
Die Bude steht auf der Wiese beim Pückler-Museum. Küchenmeister und Koch Tim Sillack hat sie im April 2019 eröffnet. Besonders lecker ist der Rote-Bete-Salat. Statt Geriffeltem aus dem Glas bekommt man hier gekochte rote Bete, leichte Vinaigrette, Rucola, Schafskäse und karamellisierte Walnüsse. 

Die Sicht auf den Spremberger Turm in Cottbus.
Spremberger Turm
Das ganze Jahr eine gute Aussicht über die Stadt bietet der Spremberger Turm. Wegen seines Umfanges wird er liebevoll der Dicke genannt. Bis zur Aussichtsplattform in einer Höhe von 28 Metern sind es gerade mal 131 Stufen. Von oben hat man einen Blick auf eine seltsame Kombination: historische Plattenbauten, Mittelalterreste und Gründerzeithäuser, unterbrochen von modernen Einkaufszentren.

Piccolo-Theater
Der Besuch lohnt sich nicht nur für Kinder. Das Haus am Erich-Kästner-Platz stellt engagiertes Jugendtheater auf die Beine – im Sinne von Kästners Motto: »Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.« Karten zwischen 3,50 und 6 Euro.

Cottbus Service
In der Stadthalle am Berliner Platz bekommen Sie alle Infos zu Veranstaltungen und sehenswerten Orten. Außerdem: die Museumskarte Cottbus, mit der man für 15 Euro ein Jahr lang sieben Einrichtungen in der Stadt besuchen kann – neben dem BLMK und dem Spremberger Turm auch das Stadtmuseum Cottbus mit vielen interessanten Exponaten zur sorbischen Geschichte sowie ein Apotheken- und ein Flugplatzmuseum.

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