Eventkalender Traditionen und Feste im Allgäu

Wenn die Kühe von der Alp wieder ins Tal ziehen, feiern die Allgäuer den Viehscheid, eines ihrer vielen Feste. Termine, die Sie sich vormerken sollten!
Kuh mit Blumenkranz und festlicher Kuhglocke

Viehscheid – eine gefeierte Tradition

Viehscheid in Oberstdorf: die Kranzkuh bekommt ihren Blumenkranz aufgesetzt

Ein Wahrzeichen des Allgäus sind die braunen Kühe, und die bewegen sich im September, bevor in den Hochlagen der erste Schnee fällt, zu Tausenden bergab – unter dem lauten Geläut der Glocken und Schellen, die sie um den Hals tragen. So endet ihr rund 100 Tage langer Sommer auf den Bergweiden. Vorneweg laufen der Hirte und die mit Zweigen und Blumen geschmückte »Kranzkuh«. »Viehscheid« heißt der Almabtrieb hier, weil die Tiere, unten angekommen, am »Scheidplatz« voneinander getrennt und auf ihre Besitzer und Ställe verteilt werden. Die Menschen im Tal nehmen währenddessen die Tradition in mehr als 30 Orten entlang der Allgäuer Alpenkette zum Anlass, ausgiebig zu feiern. Viele kommen in festlicher Tracht, es gibt jede Menge zu essen und zu trinken, oft wird Livemusik gespielt. Das größte Viehscheid-Fest findet im Gunzesrieder Tal im Oberallgäu statt: mit Kühen von 18 Alpen, Blaskapelle, Krämermarkt und Festzelt.

Weitere Feste und Events im Allgäu:

  • Schalenggenrennen
    Am Faschingssamstag findet im Pfrontener Ortsteil Kappel eine Mischung aus Gaudi, Wettbewerb und Traditionspflege statt: Dann rasen Verkleidete auf alten Holzschlitten den Berg hinunter. Die Schlitten heißen Schalenggen, einst wurde mit ihrer Hilfe Brennholz und Heu für den Winter ins Tal gebracht. Seit 1977 erinnert man in Kappel mit dem Rennen an diese Tradition. Damals wie heute brauchen die Teilnehmer Mut, es sind nur OriginalSchalenggen zugelassen, und die haben keine Bremsen.
  • Funkenfeuer
    Zu Beginn der Fastenzeit, am ersten Wochenende nach Aschermittwoch, treiben die Allgäuer in vielen Orten den Winter aus. Sie stapeln weithin sichtbare Türme aus Abfallholz auf und befestigen an der Spitze eine lebensgroße Strohpuppe, die »Funkenhexe«. Abends wird das Ganze angezündet, und wenn die Hexe Feuer fängt, kann der Frühling kommen. Traditionell gibt es dazu Funkenküchle, ein süßes Schmalzgebäck.
  • Kaufbeurer Tänzelfest
    Im Juli steht Kaufbeuren zwölf Tage lang Kopf. Dann feiert die Stadt eines der ältesten historischen Kinderfeste des Landes. Kaiser Maximilian I. soll es im 15. Jh. gestiftet haben. Höhepunkt ist der Festzug mehrerer Hundert kostümierter Kinder, die am ersten Sonntag und Montag die Geschichte Kaufbeurens nachspielen. Auch Tänze wie den »Schneckengang«, den »Reigen der gotischen Mädchen« und den »Zunfttanz« führen die Kinder auf.
  • Freilichtspiele Altusried
    Stars wie The Boss Hoss oder die Kastelruther Spatzen treten im Sommer auf der Freilichtbühne in Altusried auf. Besonders beliebt aber ist der große Auftritt von Laien: Alle drei bis fünf Jahre stehen theaterverrückte Altusrieder auf ihrer Bühne. Meist führen sie Stücke auf, die sich um das Thema Freiheit drehen, etwa »Wilhelm Tell« oder »Die Jungfrau von Orléans«. Mit Erfolg, zum »Robin Hood« kamen 2016 63 000 Zuschauer. Die Autoren Kobr und Klüpfel ließen ihren Kommissar Kluftinger übrigens im Roman »Laienspiel« bei den Freilichtspielen mitwirken.
  • Ottobeurer Konzerte
    Von Mai bis September haben Sie gleich zwei gute Gründe, das Kloster Ottobeuren zu besuchen: Dann finden in der barocken Benediktinerabtei an einigen Nachmittagen und Abenden klassische Konzerte statt. Im Kaisersaal wird im Rahmen der Konzertreihe Kammermusik gespielt.
  • Oberstdorfer Musiksommer
    Von Ende Juli bis Mitte August gibt es u. a. in Kirchen klassische Musik vom Feinsten zu hören. Das Programm ist vielfältig, frühzeitige Buchung ratsam. Ein Höhepunkt sind die Gipfelkonzerte auf der Bergstation der Fellhornbahn.
  • Vielsaitig
    Ende August/Anfang September feiert Füssen mit diesem Kammermusikfestival im schönen Kloster St. Mang eine Tradition: Die Stadt gilt als die europäische Wiege des Lautenund Geigenbaus, im 16. Jh. kamen dort auf 2000 Einwohner um die zwanzig Instrumenten-Werkstätten.
  • Colomansfest
    Am zweiten Sonntag im Oktober wird rund um die Wallfahrtskirche St. Coloman bei Schwangau jedes Jahr ein Versprechen eingehalten: Als die Pest wütete und die Bauern den Schutzheiligen Coloman um Hilfe baten, gelobten sie, ihn jedes Jahr mit einer Pferdeprozession zu ehren. Und so schmücken sie ab frühmorgens die Pferde, ziehen mit Kapelle durch den Ort, feiern einen Gottesdienst und genießen Speis und Trank.
  • Bärbele- und Klausentreiben
    Am 5. und 6. Dezember ziehen abends Gestalten mit Fellumhängen, Hörnern, Geweihen und lärmenden Kuhschellen durch die Dörfer. Unter den Fellen stecken unverheiratete Männer, die den ursprünglich keltischen Brauch pflegen, böse Wintergeister zu vertreiben. Ledige Frauen sind schon am 4. Dezember beim BärbeleTreiben unterwegs: In Hexenkostümen bringen sie Kindern und Müttern kleine Geschenke.

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