Aktivurlaub 7 Wege über die Alpen

Von Nord nach Süd über alle Berge – die Königsdisziplin. Wer keine geführte Tour geht, sollte frühzeitig Hütten reservieren, antizyklisch unter der Woche starten, auf Wetterumschwünge vorbereitet sein und Abkürzungen per Bus, Bahn und Seilbahn kennen.
7 Wege über die Alpen
  1. Der Klassiker: Von Oberstdorf nach Bozen
    ​Länge: 172 km
    Höchster Punkt: 3019 m (Similaunhütte am Niederjoch)
    Tagesetappen: 9 bis 12 ​

    Der kürzeste Weg über die Alpen ist ein Teilstück des Fernwanderweges E5. Er ist einer der ältesten europäischen Fernwanderwege. Sein Start liegt in der Bretagne, von da geht es quer durch Frankreich, die Schweiz und am Bodensee-Südufer entlang bis Oberstdorf. Genau dort beginnt dann die Alpenüberquerung, die schließlich in Bozen endet. Für den E5 ist hier aber noch nicht Schluss. Er führt weiter über Verona bis nach Venedig und misst in seiner ganzen Länge rund 3200 Kilometer. Der »klassische« Weg über die Alpen ist in neun bis zwölf Etappen (je nach Kondition und ob man angebotene Bustransfers nutzt) auch für Einsteiger und Familien gut zu bewältigen – eine gute Grundkondition vorausgesetzt. Die beliebte Strecke, die von den Allgäuer und Lechtaler in die Ötztaler Alpen bis nach Südtirol verläuft, gilt als leicht bis mittelschwer. Zwischen Juni und September ist sie allerdings oft überlaufen, und die Unterkünfte wie etwa die Kemptner, die Memminger oder auch die Braunschweiger Hütte sind oft lange im Voraus ausgebucht.

  2. Der Traumpfad: Von München nach Venedig
    Länge: 545 km
    Höchster Punkt: 3152 m (Piz Boè)
    Tagesetappen: 31

    Von der Isar bis zum Canale Grande oder vom Marienplatz zum Markusplatz: Die Route von München nach Venedig, die aus gutem Grund den Titel »Traumpfad« trägt, ist der zweite Transalp-Klassiker. Sie ist dreimal so lang wie die E5-Tour und deshalb konditionell deutlich anspruchsvoller, Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer. Neben Höhenmetern muss in Bayern und später in Italien auch Strecke im Flachland gemacht werden. Natürlich kann man später einsteigen und früher aufhören und sich mit der eigentlichen Alpentraverse von den bayerischen Voralpen durchs Inntal, das Karwendel, die Tuxer Alpen, das Pfunderer Tal, die Dolomiten und die Belluneser Voralpen begnügen. Vor allem das letzte Drittel der Tour fordert Wanderern einiges ab: Der Klettersteig am Monte Schiara ist sehr anstrengend und nur für Schwindelfreie machbar. Endpunkt ist Jesolo. Von dort bringt einen die Fähre ins gegenüberliegende Venedig.

  3. Die Hochalpine Tor: Von Garmisch nach Brescia
    Länge: 400 km
    Höchster Punkt: 3355 m (Saykogel)
    Tagesetappen: 26 bis 30

    Der L1 zählt zu den anspruchsvollen Transversen und ist deshalb nur für technisch versierte Bergsteiger empfehlenswert. Unterwegs sind auch Gletscher zu überwinden, einige Abschnitte sind mit Seilen gesichert. Außerdem sollten Sie gut vorbereitet sein, denn die Route ist nicht durchgehend einheitlich ausgeschildert. Abkürzungen mit Bus oder Bahn sind nicht möglich.

  4. Für Puristen: Von den Walliser Alpen nach Ligurien
    Länge: 1000 km
    Höchster Punkt: 2804 m (Colle di Bellino)
    Tagesetappen: ca. 65

    Die Grande Traversata delle Alpi verläuft auf dem piemontesischen Westalpenbogen abseits der Massenwege. Vom Piemont an der Schweizer Grenze bis zu den Ligurischen Alpen am Mittelmeer verbindet sie ursprüngliche Landschaften und alte Bergbauerndörfer. Die 1000 Kilometer lange, aber technisch nicht allzu herausfordernde Strecke gehen die wenigsten Wanderer in einem, zumal an der Hauptstrecke etliche Zuund Abgänge vorgesehen sind.

  5. Die Gipfel-Route: Vom Königsee nach Osttirol
    Länge: 130 km
    Höchster Punkt: 2940 m (Gernot-Röhr-Biwak)
    Tagesetappen: 9

    Ohne Flachetappen spielt sich hier alles auf den Bergen ab. Von St. Bartholomä läuft man über die Berchtesgadener Alpen, die Salzburger Schieferalpen und die Glockner- und Schobergruppe in den Hohen Tauern bis Lienz. Eine mittelschwere, relativ unbekannte Tour für Wanderer, die lange Aufstiege mögen.

  6. Für Genießer: Vom Großglockner nach Muggia
    Länge: 750 km
    Höchster Punkt: 2310 m (Rodresnock)
    Tagesetappen: 43

    Vom Fuße des Großglockners in Kärnten über Slowenien, die italienische Region Venetien bis nach Muggia an der italienischen Adriaküste: Wer den Alpe-Adria- Trail wandert, bekommt ein traumhaft schönes, teils wenig bekanntes und sehr abwechslungsreiches Stück Alpen zu sehen. Der Trail führt oft durch Täler oder auf mittleren Hanglagen mit geringen Höhendifferenzen und ist deshalb auch von Mai bis Oktober gut passierbar.

  7. Mit dem Fahrrad: Von Sterzing nach Venetien
    Länge: 370 km
    Höchster Punkt: 1530 m (Passo di Cimabanche)
    Tagesetappen: 6

    Auf meist geschotterten Wegen oder verkehrsarmen Nebenstraßen fährt man auf dieser Route mitten durch die Dolomiten zu den drei Zinnen und bis Valdobbiadene in Venetien. Eine Teilstück läuft über eine knapp 60 Kilometer lange ehemalige Bahntrasse.

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