Natururlaub Die besten Tipps für die japanischen Alpen

Die Berge im Herzen Honshus sind ideal zum Wandern und Skifahren. Und zum Entspannen im Wasser der heißen Quellen.
Kyoto

Auf in die Berge - das geht auch in Japan. Erklimmen Sie die japanischen Berge! Wir haben das Wichtigste für Sie und Ihren Urlaub in den japanischen Alpen zusammengefasst.

Kamikochi: Panorama garantiert 

In Kamikochi, einem in rund 1500 Metern Höhe gelegenen Hochtal, schlägt das Herz der Bergkette. Von dort kletterte der englische Missionar Walter Weston als Erster von Gipfel zu Gipfel und prägte den Namen der Region. Von April bis November kommen Busladungen mit Besuchern aus Japan und der Welt, Privatautos dürfen nicht bis in den Ort fahren. Obligatorisch: ein Selfie auf der ikonischen Kappa-Hängebrücke über dem Fluss Azusa. Optional: die Begegnung mit Schneeaffen. Die Tiere mit rosa Gesichtern sind die Maskottchen der Japanischen Alpen. Wo sie auftauchen, kann es zum Wanderstau kommen – wenn eine Familie in das gegenseitige Kratzen versunken ganz entspannt mitten auf dem Weg sitzt. Die Wanderrouten führen zum Beispiel auf den 3190 Meter hohen Hotaka-dake (zwei Tage) und den 2455 Meter hohen Yake-dake (acht Stunden). Kurze Touren kann man am Fluss machen, schön – und auch bei den Schneeaffen beliebt – ist der Pfad nach Tokusawa. Weitere Infos unter: www.kamikochi.or.jp

Nakasendo: Die Straße der Shogune

Nordöstlich der Provinzhauptstadt Nagano schlängelt sich ein Teil einer der ältesten von Menschen gemachten Pfade Japans: der Nakasendo. In der Edo-Zeit verband er Kyoto mit dem heutigen Tokio – mit einem Schlenker über die Alpen. Das pittoreske Wegstück ist rund neun Kilometer lang und verläuft durch das verschlafene Kiso-Tal. Unterwegs kommt man durch zauberhafte Wälder und an kleinen Wasserfällen vorbei, muss aber auch einige Schnellstraßen überqueren. Historische Atmosphäre verströmen vor allem sein Anfangs- und Endpunkt, die einstigen Nakasendo-Poststationen Magome und Tsumago, die mit ihren kleinen Holzhäusern wie Museumsdörfer wirken. Tipp: Nach der Ankunft sollten Sie als Belohnung in einem der Dörfer die süßen Reisbällchen Goheimochi probieren!

Sukie-Fieber

»Ski« wird in Japan wie »Sukie« ausgesprochen, es funktioniert dort aber ganz genauso wie hierzulande. Hokkaido und die Alpen sind Japans große Wintersportregionen. Allein um das Dorf Hakuba gibt es sieben Skigebiete, um Shiga Kogen sogar dreimal so viele. 1998, als in Nagano die Olympischen Winterspiele stattfanden, wurden dort auch Wettbewerbe ausgetragen.

Gipfelglück

Aus den südlichen Alpen ragt Japans zweithöchster Gipfel: der 3193 Meter hohe Kita-dake. Seine Hänge sind im Frühling und Sommer mit Blumenwiesen geschmückt, die Wanderung auf dem Grat ist dann ein Farbspektakel – anders als an den kargen Hängen des Fuji. Man kann es in einem Tag hinauf schaffen. Es lohnt sich aber, in einer Hütte zu übernachten und bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen. Mit Glück hat man von dort einen fantastischen Blick auf den – von weitem gar nicht mehr so kargen – Kegel des Fuji. Die Wanderung beginnt meist in Hirogawara. 

Onsen

Warme Wanne über den Wolken: Japaner lieben das Bad im Onsen. Die zum Baden geeigneten Thermalquellen, von denen es offiziell im ganzen Land knapp 3000 gibt, gehören seit Jahrtausenden zum Alltag. Der Besuch folgt einem festen Ritual. Die wichtigste Regel: Bevor es ins Becken geht, waschen – und zwar gründlich. Dazu auf einen kleinen Hocker setzen, viel Seife und die Handduschen nutzen. Zweite Regel: Im Onsen sind alle nackt. Männer und Frauen baden bis auf wenige Ausnahmen getrennt. Dritte Regel: kein Tatoo! Tattoos trägt in Japan die Yakuza, also die Mafia. Viele Bäder verbieten Tätowierten deshalb schlicht den Zutritt. Die Thermalquellen gibt es in eng und großzügig, von Mauern umgeben oder mit berauschenden Blicken. Letztere sind in den Japanischen Alpen besonders zahlreich, zum Beispiel im Kurort Shirahone-Onsen, der tief in einer Schlucht liegt. Es heißt, wer drei Tage in das milchigblaue Wasser springt, bekommt drei Jahre keine Erkältung. Oder man badet im Hakuba-Yari-Onsen, zu dem ein fünfstündiger Fußmarsch von Sarukura hinaufführt. Nach der Wanderung auf 2100 Meter Höhe hat man sich den Blick aus der warmen Wanne über die Wolken redlich verdient.