Über Nacht Es muss nicht immer ein Riad sein

Vom königlichen Resort über die Lodge im Berberdorf bis zum traumhaften Landhaus vor den Toren von Marrakesch: besondere Unterkünfte jenseits der Altstadt.
Privates Refugium: Landhaus mit eigenem Pool

Privates Refugium: Landhaus mit eigenem Pool
Ein Landhaus, ganz für sich allein
Eine eigene Villa, am besten in Stadtnähe. Und mit Pool, um den Trubel Marrakeschs hinter sich zu lassen. Doch der Preis, der darf nicht zu hoch sein. Klingt unmöglich? Ist es aber nicht. Der Marrokkaner Abdou bietet mit seinem luxuriösen Landhaus genau das. Er vermietet sein Haus als Airbnb. Es liegt vor den Toren der Stadt in einem idyllischen Dorf, etwa 20 Kilometer vom Zentrum entfernt und bietet Platz für sechs Personen. Jedes der drei orientalisch eingerichtete Schlafzimmer hat ein eigenes Bad. An die Terrasse grenzt ein großer Garten mit Palmen und privatem Swimmingpool, umgeben von Olivenhainen und mit grandiosem Blick auf das Atlas-Gebirge. Eine Ruheoase, wie man sie sich wünscht. Sie kostet rund 140 Euro die Nacht (zzgl. Servicegebühren).

Einfach mal abschalten
Laut, lebendig, chaotisch: Marrakesch ist faszinierend, aber auch ganz schön anstrengend. Ein Ausflug aufs Land ist da genau das Richtige, um sich vom alltäglichen Wahnsinn der Stadt zu erholen. Ein charmanter Ort dafür ist der Bauernhof Sidi Safou. Nur eine halbe Autostunde ist er vom Stadtzentrum entfernt. Im Haupthaus haben die freundlichen Betreiber fünf angenehme Zimmer eingerichtet, mit Balkonen zum großen Garten, in dem Obstbäume und Rosen duften. Für Familien und größere Gruppen erlauben zwei separate Villen viel Privatsphäre. Möglichkeiten zur Entspannung bieten Massagen und ein Hamam, vor allem aber der Pool. Vor jedem Haus glitzert einer in der Sonne. Etwas weiter scharren Hühner in der Erde, ab und zu blökt eines der Schafe. Auf Wunsch bereitet das Küchenteam mit Zutaten vom Hof – biologisches Gemüse, Kräuter, Honig, Olivenöl – schmackhafte Gerichte zu. Der Hof ist so friedlich, dass abends in der Regel eine Frage reicht, um alle Ausflugspläne zu verwerfen: Wie wär’s mit noch einem Tag süßen Nichtstuns?

Zu Gast beim König
Der Königspalast in Marrakesch bleibt Besuchern verschlossen: nichts zu sehen außer Mauern und ein paar Wachen. Eine attraktive Alternative ist das Royal Mansour im Stadtteil Hivernage – immerhin war es König Mohammed VI., der das Hotel errichten ließ. Es ist ein Prestigeprojekt, das zeigen soll, wie raffiniert traditionelle Architektur und Kunsthandwerk in Marokko sein können. So entstand eine Mini-Medina ohne Chaos und Dreck, ein inszeniertes Idyll mit Brunnen, Gärten und Gassen, das vom Personal durch ein System unterirdischer Gänge diskret aufrechterhalten wird. Die Gäste
des Königs wohnen in dreistöckigen Riads, umsorgt von einem Butler. Andere Bewohner trifft man in den Bars und Restaurants oder im hellen Spa (Foto). Die Gastronomie blieb allerdings nicht ganz in lokalen Händen: Der französische Spitzenkoch Yannick Alléno hat sie mitgestaltet. 

Ein Bett im Berberdorf 
Zuerst ein paar Tage in einem zentralen Riad verbringen, dann ein Auto mieten, sich rund zwanzig Kilometer weiter südlich in der Berber Lodge einquartieren und ab und zu einen Ausflug machen: Das ist eine gute Mischung für einen gelungenen Marrakesch-Urlaub. Die neun Lodges nahe des Dorfes Oumnass wurden auf traditionelle Art mit Erdziegeln, Schilfdächern, Palmen- und Eukalyptusholz gebaut. So wohnt man wie in einem Bilderbuch-Berberdorf, das rustikal wirkt und doch sehr komfortabel ist, mit Privatgarten oder Terrasse, Klimaanlage, Pool, Restaurant und einem Salon, in dem ein Kaminfeuer knistert. Hinter dem ruralen Rückzugsort mit seinem minimalistischen Design steht der aus der französischen Schweiz stammende Architekt Romain Michel-Ménière, der in der Stadt unter anderem das elegante Riad »Mena & Beyond« mitgestaltet hat.
Bei seiner Lodge wurde er vom kreativen Studio KO unterstützt, das das neue Museum über Yves Saint Laurent in Marrakesch entworfen hat. 

Villen zum Träumen
Rund um die Medina gruppieren sich etliche luxuriöse Resorts. Eines der schönsten ist das über 20 Hektar große Mandarin Oriental Marrakech südöstlich des Zentrums, ein Park voller Wasserbecken, Rosenbüsche und Olivenbäume. Die Holztüren der über fünfzig Privatvillen öffnen sich zu einem Innenhof mit Pool, an dem abends Kerzen flackern. Leinen, Holz und Marmor prägen die eleganten Räume. Die Architektur verbindet asiatische und arabische Elemente, symmetrischer Purismus trifft auf orientalisches Dekor. Dazu kommen hervorragende Restaurants und ein großzügiges Spa, kurz: Es ist einfach traumhaft hier. Die Suiten und Villen sind allerdings sehr teuer. Für rund 70 Euro kann man einen »Day Pool Pass« buchen: ein Tag auf einer Liege am Pool inklusive dreigängigem Mittagessen. 

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