Weltumrundung Im Propellerflugzeug um die Welt

Wolfgang Schroen und Johannes Burges mit ihrer

MERIAN.de: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit einer kleinen Propellerflugzeug ein Mal um die Welt zu fliegen?                                                                                                                   Johannes Burges: Ich bin immer schon reiselustig gewesen und als ich endlich den Flugschein hatte, wollte ich gerne ein Mal um die Welt fliegen. 2012 rief die Zeitschrift "Pilot und Flugzeug" zu solch einer Reise auf. Neun Flugzeuge sind dann 2013 gestartet. Ich bin mit Wolfgang Schroen zusammen geflogen.

Sind Sie dann alle mit dem gleichen Flugzeugtyp die selbe Strecke geflogen?

Wir waren die Einzigen mit einem Kolbenmotor und flogen mit Avgas, einem Flugbenzin, das auch für Oldtimer verwendet werden kann. Die anderen haben Kerosin getankt. Außerdem sind wir nur wenige Strecken mit den anderen Gruppen geflogen. Die USA haben wir alleine bereist und auch von Australien haben wir mehr gesehen als die anderen.

Was hat Ihr Umfeld gesagt, als Sie von Ihren Plänen erzählt haben?
Die wichtigsten Unterstützer waren meine Frau und mein Vater. Von Anfang an haben sie gesagt: Mach die Reise! Das war dann auch der Auslöser, dass ich tatsächlich losgeflogen bin. Es ist wichtig, den Rücken frei zu haben. Ich selbst hatte mit Heimweh zu kämpfen. Manchmal hatte ich mit dem Gedanken gespielt, zurückzufliegen.

Wie kann man sich einen Flug in einem kleinen Flugzeug vorstellen? Ist es nicht auch anstrengend?
In einer Mooney flogen Wolfgang Schroen und Johannes Burges ein Mal um die Welt.
Johannes Burges
Auf engstem Raum flogen Wolfgang Schroen und Johannes Burges ein Mal um die Welt.
Wir hatten Kopfhörer auf, die ein ANR-System eingebaut haben, ein Active Noise Reduction System. Das überlagert das Brummen vom Flugzeug, auch Musik kann man sich anhören. Dann ist das Fliegen ganz entspannt. Eine Toilette gibt es nicht an Bord. Man muss vorher also genau planen, was und wie viel man trinkt. Kaffee sollte zum Beispiel vermieden werden, da er zu sehr treibt. Wenn es gar nicht mehr geht, muss man sein kleines Geschäft in einer Flasche verrichten. Da ich das Fliegen liebe, ist so eine Reise für mich nicht anstrengend.

Wie viele Stunden waren Sie an einem Tag unterwegs?
Das war unterschiedlich. Teilweise sind wir drei bis vier Stunden geflogen und haben dann irgendwo gehalten. Und es gab Tage da mussten wir lange fliegen. Die Strecke von New York nach Dallas war sehr zeitintensiv. Das längste Stück war von Attu Island nach Sapporo.

Was war das Schwierigste an der Reise?
Zwischendurch hatten wir immer wieder Probleme an Sprit zu kommen, da Avgas seltner zu finden ist als Kerosin. Eine Route muss deswegen gut geplant sein oder man muss offen sein für Planänderungen. In Indonesien war unsere Flugzeugbatterie kaputt und wir mussten aus zwei Autobatterien eine neue basteln. Außerdem war es schwer, durch Indien zu fliegen ohne Geld an so genannte Handling Agenten zahlen zu müssen. Handling Agenten arbeiten für Firmen, die bei der Anreise, der Abreise und beim Zoll helfen. In manchen Ländern ist es Pflicht, dass man diese Agenten nutzt. In anderen Ländern offiziell nicht - und dennoch kommt man nicht an ihnen vorbei. Wir haben es geschafft, ohne Handling Agenten durch Indien zu fliegen. Nicht leicht, aber am Ende haben wir so 2500 Dollar gespart.

Gab es noch mehr beängstigende Situationen auf Ihrer Reise?
Johannes Burges und Wolfgang Schroen nach der Landung in Bhutan.
Johannes Burges
Geschafft! Johannes Burges und Wolfgang Schroen kurz nach der schwierigen Landung in Bhutan.
Die größte Angst hatte ich auf dem Flug von Attu Island nach Sapporo, der längste auf unserer Reise. Er führt ausschließlich über das Meer ohne direkten Funkkontakt. Das war schon sehr aufregend. Die Reise über den Pazifik war auch nicht leicht. Wir hatten zwar eine Rettungsinsel und ein Floß dabei. Aber hätten wir im Pazifik notwassern müssen, würden wir wahrscheinlich immer noch dort treiben.

Würden Sie die Reise denn trotz dieser Situationen so wieder machen?
Ich würde die Reise sehr gerne wieder machen. Wir haben tolle Länder kennengelernt. Vor allem Myanmar hat mir sehr gut gefallen. Die Gastfreundlichkeit dort war sehr bewundernswert. Ich würde dann aber mit einem Flugzeug mit zwei Motoren fliegen. Mit einem einmotorigen Flugzeug möchte ich das nicht noch einmal machen. Das ist einfach zu gefährlich.

Wir können uns also auf weitere Abenteuergeschichten von Ihnen freuen?                           
www.piper.de
Sein Abenteuer hat Johannes Burges in dem Buch "360° westwärts. Im Propellerflugzeug in 80 Tagen um die Welt." festgehalten. Es ist am 12.April 2015 beim Piper Verlag erschienen.
Ich denke im Moment darüber nach Afrika zu bereisen oder eine Weltumrundung von Norden nach Süden zu machen. Mal sehen. Aber das nächste Abenteuer wird mit Sicherheit wieder im Flugzeug stattfinden.

Mehr über die abenteuerliche Reise erfahren Sie hier: http://360grad.burges.de

 


 

 

Autor:
Anna Heymann