New York Bei Robert De Niro im Greenwich Hotel

Am Set ist Robert De Niro ein Perfektionist. Entsprechend hoch waren also die Erwartungen, als der Schauspieler, Regisseur und Produzent ankündigte, gemeinsam mit seinem Sohn Raphael und zwei weiteren Partnern ein Hotel in Manhattan eröffnen zu wollen. Und tatsächlich. De Niro blieb auch bei der Realisierung dieses non-fiktionalen Projektes ganz er selbst.

Schon beim Betrachten der Fassade des 2008 im Stadtteil Tribeca eröffneten Greenwich Hotels offenbart sich die Detailbesessenheit des - wie die "Süddeutsche Zeitung" ihn unlängst nannte - "amtierenden Weltmeisters der Schauspielkunst": Jeder Ziegelstein in dem Neubau auf der Greenwich Street, Hausnummer 377, wurde nach 20 festgelegten Kriterien von einer Firma hergestellt, die handwerklich De Niros Ansprüchen genügte und seine Vorstellung zum Tragen bringen konnte: eine Neubaufassade voll bröckelnd schöner Patina, die im wahren Leben eigentlich nur Jahrhunderte lang peitschender Regen und um die Häuserecken pfeifende Winde gleichzeitig erreichen können.

Klingt ungemütlich?

Keine Sorge, im Inneren des Hauses wird es gleich behaglich: Die dicken Eichenbalken in der Lobby, aufgetrieben in teils lange geschlossenen Fabriken im Süden der USA, laden ebenso zum Verweilen ein wie die warmen blauen und grünen Stoffe und die Terrakotta-Fliesen, die nach dem Vorbild eines italienischen Palazzo aus dem 14. Jahrhundert handgefertigt wurden.

Die große Kunst des Greenwich Hotels liegt im Understatement: Hinter der Beschaffung eines jeden einzelnen Einrichtungsgegenstandes liegen Unmengen investierter Zeit und Unsummen investierten Geldes.

Doch anders als vergleichbare Hotels in der Liga des Greenwich - wie etwas das knapp sechs Kilometer weiter nördlich, unmittelbar am Central Park gelegene The Plaza -, muss dieser Ort seinen Status nicht herauskehren.

Ein wenig Geld sollte der Gast indes schon mitbringen, in einem der 75 Zimmer oder einer der 13 Suiten des De-Niro-Hotels einzuchecken: Die Preise für ein Doppelzimmer beginnen bei 475 US-Dollar (derzeit rund 320 Euro), für Luxus wie die Fireplace Corner Suite sind 5500 US-Dollar (rund 3770 Euro Euro) hinzublättern.

Die allesamt individuell gestalteten Zimmer bestechen dank eines breiten Spektrums sorgfältig aufeinander abgestimmter kultureller Einflüsse: Handgewebte tibetanische Teppiche bieten den englischen Leder-Couches die nötige Standfestigkeit, und auf den Duxiana-Betten aus Schweden lässt sich aufgrund modernster Lärmisolierung auch im hektischen Manhattan Ruhe und Kraft schöpfen.

Auch hier ist die Handschrift eines Perfektionisten zu erkennen. Die von Robert De Niro.

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Autor:
Nico Cramer