Suriname

Wissenswertes über Suriname

Natur und Klima:

Das kleinste unabhängige Land Südamerikas liegt zu großen Teilen auf der Nordabdachung des Berglandes von Guyana. Dort erhebt sich mit dem 1230 Meter hohen Julianatop im Wilhelminagebirge auch der höchste Gipfel des Landes. Im Süden bildet die 600 bis 900 Meter hohe Sierra Tumucumaque die Grenze zu Brasilien. Nördlich des Berglandes schließt sich das 50 bis 400 Meter hohe Bauxithügelland an, das in einer Terrassenstufe zur Atlantikküste abfällt. Die mit Sümpfen und Strandwällen durchsetzte Küstenebene wurde mit Hilfe niederländischer Poldertechnik zum landwirtschaftlichen Kernraum Surinames. Rund 90 Prozent des Landes sind bewaldet, größtenteils mit tropischem Regenwald. Die Küste wird von einem Mangrovensaum eingenommen, hinter dem sich ein rund 35 Kilometer breiter Savannengürtel erstreckt.

Das feuchtheiße tropische Klima weist eine lange Regenzeit im Sommer und eine zweite, kurze Regenzeit im Winter auf. Die Niederschlagsmengen steigen von der Küste zum Landesinneren an.

Bevölkerung:

Jeweils ein Drittel der Bevölkerung sind Inder und Kreolen; knapp ein Fünftel ist javanischer Abstammung. Daneben gibt es kleine Gruppen von Europäern, Chinesen, Indianern und Maroons, den Nachkommen von ins Landesinnere entflohenen afrikanischen Sklaven. Entsprechend der ethnischen Vielfalt sind an Religionen Christentum, Hinduismus und Islam vertreten. Neben dem Niederländischen sind Hindi, Englisch und die Kreolsprache Sranang Tongo weit verbreitet.

Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Küstenebene und dabei besonders auf die Region um die Hauptstadt Paramaribo. Dagegen ist das Landesinnere nur dünn besiedelt. Weit mehr als 100.000 Surinamer leben heute in den Niederlanden.

Staat und Politik:

Nach der Verfassung von 1987 ist Surinam eine präsidiale Republik. Der Präsident, der alle fünf Jahre vom Parlament gewählt wird, ist zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung, deren 51 Abgeordnete alle fünf Jahre zur Wahl stehen. Die Regierung wird aus den Mehrparteienallianzen Neue Front für Demokratie und Entwicklung (NF) sowie A-Bündnis (A-Com) gebildet. Zur Opposition gehören die Nationale Demokratische Partei (NDP) und das Bündnis Volksallianz für Fortschritt (VVV).

Wirtschaft und Verkehr:

Die Wirtschaft basiert auf dem Abbau von Bauxit und Gold. Das zu Aluminium verarbeitete Bauxit stellt fast die Hälfte des Exports; weltweit steht das Land bei der Bauxitproduktion an neunter Stelle. Seit 1964 wird Bauxit in eigenen Aluminiumwerken verarbeitet, welche die benötigte Energie aus dem für diesen Zweck errichteten 1560 Quadratkilometer großen Blommestein-Meer gewinnen. Gold stellt fast ein Drittel der Gesamtausfuhr. Von wachsender Bedeutung ist die Förderung von Erdöl, das aber nur zu einem kleinen Teil im Land selbst raffiniert wird. Um weitere Offshore-Felder zu erschließen, wurden ausländische Beteiligungen zugelassen.

Der Schwerpunkt der Landwirtschaft liegt in der Küstenebene. Hauptanbauprodukte sind Reis, Zuckerrohr, Bananen, Muskatnüsse und Zitrusfrüchte. Die Landwirtschaft kann den nationalen Bedarf an Nahrungsmitteln nur zur Hälfte decken, deshalb fällt dem Fischfang eine große Bedeutung zu. Die Holzwirtschaft wird von ausländischen Investoren vorangetrieben. Der Tourismus konnte bisher kaum Fuß fassen. Wichtigste Devisenquelle sind die Überweisungen der in den Niederlanden lebenden Surinamer.

Das Straßennetz ist nur an der Küste ausgebaut, das Landesinnere wird durch rund 1500 Kilometer schiffbare Flüsse und Kanäle erschlossen.

Geschichte:

Kolonialzeit:

Ende des 15. Jahrhunderts entdeckt, wurde Surinam zunächst von der spanischen Krone beansprucht. Im 17. Jahrhundert wurde es von Engländern besiedelt. 1667 erhielten die Niederlande Surinam im Tausch gegen Neu-Amsterdam, dem heutigen New York. Der niederländische Besitzanspruch wurde 1816 bestätigt. Infolge des Verbots der Sklaverei und des Verfalls der Weltmarktpreise für Zucker erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wirtschaftliche Niedergang der bis dahin prosperierenden Kolonie.

Unabhängigkeit:

1975 erhielt Surinam die Unabhängigkeit. Fünf Jahre später putschte das Militär und Desi Bouterse übernahm die Macht. Nach einer Phase innerer Unruhen fanden 1987 freie Wahlen statt. 1990 scheiterte ein neuerlicher Militärputsch. 1991 wurde Ronald Venetiaan zum Präsidenten gewählt. 1995 trat Surinam der Karib. Gemeinschaft bei. Die Wahlen 1996 gewann erneut die NF. Zwistigkeiten innerhalb der Parteienallianz führten aber dazu, dass Jules Albert Wijdenbosch (NDP), ein Vertrauter Bouterses, zum neuen Präsidenten gewählt wurde.

Aufgrund der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der schlechten Wirtschaftslage sah sich Wijdenbosch 2000 gezwungen, vorgezogene Wahlen anzusetzen, die von der NF gewonnen wurden. Erneut wurde Venetiaan Präsident. Nach den Wahlen 2005 setzte er die Regierungsarbeit fort.


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